[echo] Maritimes Museum, Denkmalschutz und Springer
cornelia sollfrank
cornelia at snafu.de
Fri Aug 18 11:55:11 CEST 2006
Die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg hat am 16. August
2006 eine Presseerklärung versandt, in der sie bekannt gibt, dass die
Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Umbau des Kaispeichers B zum
Maritimen Museum mit 200.000 Euro unterstützt. Aus diesem Anlass findet
am Montag, 21. August 2006 um 10:00 Uhr eine Pressekonferenz im
Maritimen Museum, Magdeburgerstraße 1, statt.
Wenn die Stiftung Denkmalschutz sich um erhaltenswerte Bauten kümmert
und mit häufig lediglich symbolischer finanzieller Hilfe die Eigentümer
ermutigt, die notwendigen Sicherungsmaßnahmen und Reparaturen an
Kirchen, Schlössern, historisch und künstlerisch besonders bedeutsamen
Bauwerken etc. zu bewältigen, ist dies nur zu rühmen, und es ist
unzähligen Bürger/-innen, die mit ihren Spenden dies möglich machen, zu
danken.
Es mag sein, dass der Kaispeicher B als Baudenkmal zu den
schützenswerten Objekten gehört, doch ob es wirklich sinnvoll ist – in
Anbetracht der kaum zu bewältigenden Aufgaben der Deutschen Stiftung
Denkmalschutz – ausgerechnet dieses Gebäude und damit die Tamm Stiftung
als künftige Betreiber des Maritimen Museums, zu unterstützen, muss
bezweifelt werden. Nicht zuletzt hat die Freie und Hansestadt Hamburg
bereits 30 Mio € dem ohnehin nicht mittellosen Bauträger in den letzten
Jahren überwiesen.
Nun lädt die Kulturbehörde anlässlich des Transfers von 200.000 €
Stiftungsgeldern zu einer Pressekonferenz ein. Auf dieser
Veranstaltung wird nicht nur die Senatorin sprechen, auch der
Vorsitzende der Stiftung, Prof. Dr. Dr. hc Benhard Servatius lässt es
nicht nehmen, persönlich aufzutreten. Und Servatius ist – genau wie
Peter Tamm – aufs innigste mit dem Springerkonzern verbunden: als
Testamenstvollstrecker von Axel Springer, langjähriger
Aufsichtsratsvorsitzender der Axel Springer Verlags AG (1985–2002) und
engster persönlicher und juristischer Berater von Friede Springer.
Ist es abwegig zu vermuten, dass die Entscheidung der Stiftung
vorrangig von den persönlichen langjährigen Beziehungen beider Herrn
auf der Springerchefetage bestimmt worden ist? Die Pressekonferenz am
Montag im Kaispeicher mutet jedenfalls an wie ein Treffen unter alten
Freunden. Es ist mal wieder ein Event, der die Seilschaften deutlich
macht, denen Peter Tamm angehört und denen er schließlich sein gesamtes
Museum zu verdanken hat.
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