[echo] Kunstverein: Update Mitgliederversammlung
claudia reiche
office at claudia-reiche.net
Sat Dec 2 20:17:46 CET 2006
Eine kurzes persönliches Resume für die Kunstvereinsmitglieder, die
letzten Montag nicht auf der Mitgliederversammlung waren:
Dank engagierten Antragstellungen und großer Diskussionsbeteiligung auf
der Mitgliederversammlung
konnten alle als heikel eingestuften Veränderungsabsichten an der
alten Satzung:
>
> - Wartezeit vorgesehen, bis Wahlrecht ausgeübt werden darf
> - Ausschlussmöglichkeit für Mitglieder vorgesehen
> - Höhere Hürde für außerordentliche Mitgliederversammlung vorgesehen
erfolgreich verhindert werden!
Die Ausschlussmöglichkeit von Mitgliedern ist allerdings grundsätzlich
im Vereinsrecht verankert.
Doch warum dies neu in die Satzung übernehmen, wenn nicht Gründe für
einen angedrohten Ausschluss ebenfalls erklärt werden?
Nicht durchgesetzt wurden dagegen zwei Mitgliederanträge:
Zum einen wurde ein Antrag für einen Schlichtungsausschuss abgelehnt,
der als geplantes neues Organ des Vereins bei Vereinsangelegenheiten
hätte entscheiden sollen. Obwohl der Gesetzgeber die Bildung solcher
Ausschüsse befürwortet, ging die Meinung der Mitgliederversammlung
mehrheitlich dahin, dem Vorstand kein unabhängiges Organ zur Seite
stellen zu wollen. Eine Kosten- und Zeitersparnis auch für den Verein
im Vergleich zu gerichtlichen Klärungen von Vereinsinterna wurde nicht
als relevant gesehen.
Zum anderen wurde die Einführung einer finanziell günstigen 'Familien-
und Freundeskarte' abgelehnt, auf die innerhalb einer
Partnerschaft/Familie und im Freundeskreis bis zu drei Personen
eingetragen würden, die alle Stimmrecht hätten haben sollen. Die damit
zu erwartenden Gruppenbildungen von zwei oder drei Kunstinteressierten,
die gemeinsam Veranstaltungen im Kunstverein besuchen und diskutieren
würden, wurde aus dem Vorstand so kommentiert: "Gruppen wollen wir hier
nicht!"
Das muss eine Selbstironie sein ... Denke, das so zu hören, ergibt ein
zuversichtliches Motto für die aktive Weiterarbeit im Kunstverein. Eine
aufmerksame Auseinandersetzung ist eröffnet – mit der Aussicht sich
weiter zu präzisieren.
Auch gut: Der erste Schritt zur erweiterten Familienkarte ist bereits
durch eine vorsichtige Neuerung gemacht. Die neue beschlossene Form
einer Familienkarte sieht jetzt Wahlrecht für beide darauf
eingetragenen Namen vor. EhegattInnen (oder Lebensabschnittspartner
jeglichen Geschlechts) haben hier endlich auch ihre eigene Stimme.
100 Jahre Frauenwahlrecht oder so ähnlich
sagt Claudia
P.S. "1904 gründeten ... Frauenrechtlerinnen in Berlin den Weltbund für
das Frauenstimmrecht. " "Politiker einzelner Länder kamen ... auf die
Idee, entweder nur unverheirateten Frauen oder im Gegenteil nur Müttern
das Wahlrecht zu geben." Pressetext, „Mit Macht zur Wahl“,
frauenmuseum Bonn
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