[echo] museumstrasse 31, kongress || Freitag bis Sonntag ||

M ó ka Farkas fraufarkas at elektrohaus.net
Thu Nov 9 10:03:36 CET 2006


Einladung in die:
MUSEUMSTRASSE 31 <direkt am Altonaer Bahnhof>

WIR SIND WOANDERS
Symposion der Hamburger Kunstorte
www.wirsindwoanders.de


KONGRESS:

Fr. 10.11. off on off?
Über das Verhältnis einer Off-Szene³ zur Hegemonialkultur

14:00 Uhr 
Holger Kube Ventura  "Indie Art³
Wofür halten sich "on³ und "off³? Woran wären der "offiziöse Kunstbetrieb"
und die ?alternativen Kunstmilieus³ zu erkennen? Ein assoziativer Vortrag
über Geld und Aufmerksamkeit, Selbstbestimmung und Distinktion, Angebotund
Nachfrage, Geschäfte und Diskurse.
Dr. HolgerKube Ventura(*1966) ist Kunstwissenschaftler, Programm-Koordinator
bei der Kulturstiftung des Bundes, 1996-2000 Kasseler Kunstverein, 2001-03
Direktor der Werkleitz Gesellschafte.V. und künstlerischer Leiter der 5.
WerkleitzBiennale. Wichtigste Publikationen waren Politische KunstBegriffe
(2002), Theorie ­ Politik(2002), Surfing Systems(1996) und Dekonstruktion &
Video (1994). 

15:00 Uhr  
Jan Holtmann  "Zur Frage dermedialen Qualität des OFFs³
Wo liegen die Möglichkeiten für die Off-Kunst-Praxis, einen positiven
Unterschied gegenüber der Hegemonialkultur zu gestalten, und damiteine
eigene Qualitätzu bestimmen? Eine Einsichtin einige Aspekte der Geschichte
der Ausstellung und  in die mediale Struktur der Ausstellung könnte das
Handlungsfeld der Off-Kunstbestimmen, bzw. lässtsie zumindestdie Frage
präzisieren, warum es uns schwer fällthier in eine Differenz zu treten und
es notwendig istin diesem Aufgabenfeld zu handeln!
Jan Holtmann(*1966), Konzeption Artgenda 2002, NoRoom Gallery, Forschung und
Praxis im Bereich der Präsentations- und Vermittlungsformen.

16:30 Uhr 
Marianne Gronemeyer "Alles nureine Frage des Geldes... ? - Überdie
Schwierigkeit 'dagegen' zu sein.³
?Es ist schwer, die Welt zu verändern mit dem Geld der Leute, die sie in
Ordnung finden³, sagte einstder Filmregisseur Wolfgang Staudte über die
staatliche Filmförderung. Fraglich, ob dieser Satz anachronistisch ist? Wer
sind die, die die Weltverändern wollen? Und wer sind die, die sie in Ordnung
finden? Haben nichtdiejenigen, die sie nichtin Ordnung finden, vor der
Möglichkeitsie  zu ändern, resigniert? Und sind nichtdie, die so
weitermachen wie eh und je, längstnichtmehr in der komfortablen Lage, die
Weltihrer Machenschaften in Ordnung zu finden? Sind sie nicht vielmehr nur
noch, aller besseren Einsichtzum Trotz, Exekuteure von Sachzwängen. Ich will
versuchen, das Dilemma des Protests gegen den Tanz aufdem Vulkan zu
beschreiben. 
Marianne Gronemeyer(*1941) Professorin für Erziehungs-  und
Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Wiesbaden. Publikationen u.a.:
Immerwiederneu oderewig das Gleiche? Innovationsfieberund
Wiederholungswahn(2000), Die Machtder Bedürfnisse. Überfluß und
Knappheit(2002) 


17:30 Uhr 
Hans Christian Dany "Von deroff/on-Grenze in eine Welt dertausend Inseln³
Woher nimmt jemand eigentlich seine räumliche Identität im off? Und wer
fühlt sich eigentlich im on? Oder hat sich an die Stelle klarer, meist
binärer Unterscheidungen - wie on/off, Zentrum/Peripherie, dabei/dagegen,
Institution/Kritik, Kunst/nicht Kunst-, nicht schon länger ein Szenario mit
vielen Inseln geschoben? Begegnen sich die Bewohner verschiedener Inseln,
sprechen sie zwar manchmal miteinander, verstehen von dem was ihr Gegenüber
sagt, aber immer öfter Bahnhof. Weil der Dialog so verständnislos und
damitunlustig ausfällt, gehen sie lieber wieder auseinander, um sich
aufihrer eigenen Insel selbst zu feiern. Die Zersiedelung scheintzum einen
Übersetzungen zu erfordern. Sie bietetaber auch eine Fülle an Möglichkeiten
zur Erfindung von Strategien und Sprachen.
Hans-Christian Dany istu.a. Mitherausgeber des Buchs  dagegen dabei ­ Texte,
Gespräche und Dokumente zu Strategien derSelbstorganisation seit1969und der
ZeitschriftStarship.

18.30 Uhr Podiumsdiskussion: Moderiert von Anika Heusermann


Sa 11.11. Ehrenamt, Prekarität und Kulturarbeit

14:00 Uhr  
Dr. Arne Niederbacher, Dr. Matthias Euteneuer "Attraktivität und Prekarität:
Der kulturwirtschaftliche Sektor und seine Potentiale³
Theoretische Diagnosen und empirische Befunde weisen  daraufhin, dass der
kulturwirtschaftliche Sektor zu einem bedeutsamen Wirtschaftsfaktor und
zukunftsweisenden Beschäftigungsfeld angewachsen ist. Personen, die in
diesem Sektor arbeiten, gehen einerseits attraktiven ­ d.h. hochgradig auf
Autonomie und Selbstverwirklichung abzielenden ­ Tätigkeiten nach und
wirtschaften andererseits unter prekären Arbeits- und Lebensbedingungen.
Neben einigen Strukturdaten zum kulturwirtschaftlichen Sektor wird im
Vortrag das Spannungsfeld von Attraktivitätund Prekaritätnäher beleuchtet.
Dipl.-Päd. Matthias Euteneuer, (*1979) und Dr. Arne Niederbacher(*1970)
forschen beide mit Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie an der Universität
Dortmund.  


15:00 Uhr 
Enno Schmidt  "Das Bedingungslose Grundeinkommen³
Das Bedingungslose Grundeinkommen isteine Energie,  die nichterstmitder
Auszahlung wirksam wird, ein Fahrzeug für neues Denken. Eine vernünftige
Folge wirtschaftlichen Fortschritts, Entsprechung zur Individualisierung,
die Ermöglichung von Gestaltungskräften in einer blinden und unerträglich
falsch werdenden Gesellschaftsorganisation, die vor lauter Ökonomisierung
nichtweiß, wofür eigentlich. Für den Menschen natürlich! Jeden.
Enno Schmidt(*1958), Studium der Malerei an der Städelschule Frankfurt/M.
Internationale Ausstellungen. Mitbegründer und Geschäftsführender
Gesellschafter des ?Unternehmen Wirtschaftund Kunst- erweitert³, Visiting
Research Fellowder Social Sculpture Research Unitan der Oxford Brookes
University, Redakteur für Neue Medien im Kulturportal der Stadt Frankfurt,
Mitwirkender der Zukunftsstiftung Soziales Lebenin Bochum. Seit2006 zusammen
mitdem Unternehmer Daniel Häni in Basel ?Initiative Grundeinkommen³.

16:30 Uhr  
Adrienne Goehler "Verflüssigungen³
Deutschland hat ein enormes kreatives und kulturelles Potenzial. Der Skandal
ist: Es wird nichtzum Wohle der Gesellschaftgenutzt. Wissenschaftund Künste
bleiben im Ghetto, die Politikschottetsich ab. Die ExpertInnen des Wandels
leben und arbeiten in Wissenschaftund Kunst. Ihre Beiträge hätten wir bitter
nötig in einer Zeit, in der sich die Umrisse der
Wissensgesellschafterstherauszuschälen beginnen, in der unser Land vor
vielfältigen Problemen des Wandels, etwa aufdem Arbeitsmarkt, steht. Doch
die Grenzen zwischen Politikund Kultur sind wie eingefroren. Adrienne
Goehler fordert: Verflüssigen wir sie, damitmehr Bewegung in den Wandel
kommt! 
Adrienne Goehler ist Initiatorin der Grüne/GAL-Frauenliste, 1986 Abgeordnete
der GAL-Frauenfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft. Seit1991
parteilos. 1989-2001 Präsidentin der Hochschule für bildende Künste in
Hamburg, 2001 Senatorin  für Wissenschaft, Forschung und Kultur der
rot-grünen Regierung in Berlin. Vom Februar 2002 ­ April 2006 ist sie
Kuratorin des Hauptstadtkulturfonds. Seither freie Publizistin und
Kuratorin. Sie lebtund arbeitetin Berlin.

17:30 Uhr 
Christina Kaindl "Neoliberale Mobilisierungen der Subjekte: Hegemonie und
Perspektiven für Gegenentwürfe³
In der neoliberalen Produktionsweise werden von den Subjekten veränderte
Haltungen zu ihrer Arbeit, zur Gesellschaft, sowie zu ihnen selbstgefordert:
individuelle Verantwortung und Selbstbestimmung, Kreativität, Hingabe und
Emotionalität. Selbstverantwortungund Selbstvermarktung als Zwang gehen aber
auch miterheblichen psychischen Kosten einher. Die neoliberalen
Anforderungen können hegemonial werden, weil sie nichtnur von oben
durchgesetzt werden, sondern Wünsche und Träume der Menschen aufgreifen.
Viele davon sind aus der Projekte-Existenz der Kulturbereiche entstanden.
Wie sind alternative Entwürfe von Leben, Arbeit und Selbstbestimmung -
denkbar? Wo endet die Einbindung ins hegemoniale Projekt, wo
beginntWiderstand? 
Christina Kaindl ist Diplom-Psychologin und promoviert in
Politikwissenschaft. Sie ist Lehrbeauftragte an der FH Stendal, im Vorstand
des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi)
und in der Redaktion der ZeitschriftDas Argument. Als aktuelles
Projektorganisiertsie den Kongress ?Ungleichheit als Projekt³, 24.-26.11. in
FFM. Sie lebtund arbeitet als freie Wissenschaftlerin in Berlin.

18:30 Uhr Podiumsdiskussion: Moderiert von Armin Chodzinski


So 12.11. Strategien im selbstverwalteten Kunstbetrieb

14:00 Uhr 
Brett Bloom (Chicago)  "Ökonomie der Großzügigkeit am Beispiel verschiedener
Gruppen aus den USA³
There is a tremendous need ofdeveloping autonomous strategies. Relying too
heavilyon funding from external sources  is only a way for making greater
dependency. We¹ll explain the practices of Experimental Station(Chicago),
Mess Hall (Chicago), The Steelyard(Providence, Rhode Island), The
EmptyVessel Project(Brooklyn, NY), CLUI (Center for Land Use Interpretation
in Los Angeles) and more organizations. Theyall find alternative sources
ofmoney, butalso supportthings based on an economy ofgenerosityand resource
provisions for those who don'thave them. Againstthis background, the talkis
also aboutshifting art practices to do outreach, quasi-scientific research
and more. 
Brett Bloom ist Künstler, Kritiker und Veranstalter. Er istTeil des
Projektraumes Mess Hall in Chicago, hatdrei weitere Räume mitgegründetund
schreibtüber die Notwendigkeitvon unabhängiger Produktion in Kunstund
Kultur. 


15:00 Uhr 
Saul Albert  "Bankrott der Geschenkewirtschaft: lessons from NODE.London³
In March 2006, I was one ofa shifting mass ofvoluntaryorganisers
ofNODE.London - a ?season ofmedia arts³ thatattempted to bring together a
verydiverse and sometimes antagonistic  networkofcultural institutions - on
the one hand, and rag-tag cultural activistgroups on the other, in the
contextofLondon as  a cityof?culture-led regeneration³. The premise was
thatthe organisational process was as open ended as funding allowed,
volunteer-led, self-critical and non-hierarchical, and augmented bya
hostofopen source software tools designed specificallyfor the task. I will
presentsome ofthe lessons learned through this projectand its manyproductive
failures.  
Saul Albert ist Künstler und Kritiker und lebt in London


16:30 Uhr 
Michael Lingner "Qualitätssteigerung durch Selbstbestimmung im Kunstsystem.
                                                    Demokratisierung der
Entscheidungsstrukturen oder ?The winner(s) take it all" ?³
Jenes an sich erstaunliche Phänomen, dass die Akteure im Kunstsystem sowohl
durch aktives wie unterlassenes Handeln dessen Ökonomisierung und damit die
Bedrohung künstlerischer Autonomie und Kreativitätin Kaufgenommen haben,
lässtsich in seiner Komplexitätnur exemplarisch in den Blickbekommen. Als
zentrale, gleichsam strategische Schnittstellezwischen wirtschaftlichen und
künstlerischen Interessen sind die Vergabeverfahren von Finanzmitteln zur
Kunstförderung ein besonders geeignetes Untersuchungsfeld. Die sich deswegen
anbietende Thematisierung der Jury-(= Auswahl- und Ausschluss-)
problematikkann von eigenen und andauernden Erfahrungen als Opfer wie als
Täter in solchen Selektionsverfahren ausgehen.
Michael Lingner ist Professorfür Kunsttheorien an der Hochschule für
bildende Künste Hamburg seit1993 und Leiter des Labor:Kunst&Wissenschaft,
www.ask23.de 

17:30 Uhr 
Gerald Raunig  "Instituierende Praxen. Selbstverwaltung und Transversalität³
Über die Erfahrungen der ersten beiden Phasen der künstlerischen
Institutionskritik(in den 1970ern und den 1990ern) hinaus, gehtes im
Begriffder ?instituierenden Praxis³ um (nichtnur) künstlerische Strategien,
die Selbstverwaltung nichtals Verwaltung des Selbstverstehen, sondern als
transversale Verkettung. Bedeutung und zum Teil paradoxale Konsequenzen
dieses Begriffs werden im Vortrag anhand einiger kurzer Beispiele aus Europa
erörtert. 
Gerald Raunig ist Philosoph und Kunsttheoretiker und arbeitetam eipcp in
Wien, http://eipcp.net/

18:30 Uhr  Podiumsdiskussion: Moderiertvon Rahel Puffert

Ab 20.00 Uhr THING-RELEASE


10.11.-12.11.06: 
Jeden Abend (ausser Montag):
19:30 Uhr: SUB-Eintopf Kochen aus der Szene - für die Zähne.
Ab 21:00 Uhr: 
Die Mobile Bar mit DJ Feucht

Dauernde Installationen von f18 institut, Dada de Nada, NoRoom Gallery,
KiöR, Trottoir, Kunst-Imbiss





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