[echo] Farbanschlag auf Schimmelmann

Bahari Ndogo bahari1 at gmx.de
Mon Nov 27 13:37:08 CET 2006


MOPO, 27.11.06

Farbanschlag auf Schimmelmann

ET

Anschlag auf einen Sklavenhändler: Die umstrittene Büste von Heinrich Carl
von Schimmelmann (1724-1782) am Wandsbeker Marktplatz wurde am Sonnabend mit
roter Farbe übergossen (MOPO am Sonntag berichtete). Eine neue Dimension im
Denkmal-Streit, der die Hamburger seit dem Sommer beschäftigt.

Rückblick: Am 10. September begann der Zoff. Bezirksamtsleiter Gerhard Fuchs
(CDU) und Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) weihten im
Puvogel-Garten drei Bronze-Plastiken ein. Eine zeigt Schimmelmann. Der war
einst Wohltäter für Wandsbek, aber auch einer der größten Sklavenhalter
seiner Zeit. Eine emotionale Diskussion folgte. Zunächst ketteten sich
Mitglieder der GAL ans Denkmal, später forderten Vertreter der "Black
Community", eines Zusammenschlusses afrikanischer Initiativen, den Abriss
der Büste. Ohne Erfolg. Die CDU entschied: Das Denkmal bleibt.

Bevor am Sonnabend 30 Vertreter der "Black Community" am Denkmal
demonstrierten, hatten Unbekannte bereits rotgesehen. Sie bespritzen die
Büste mit Lackfarbe.

Viele fragen sich nun: Was geschieht mit dem befleckten Schimmelmann?
CDU-Fraktionschef Eckard Graage spricht sich für den Erhalt der Büste aus.
"Die Beseitigung würde nur dazu führen, dass in wenigen Monaten niemand mehr
über Schimmelmanns Taten redet." SPD-Chef Thomas Ritzenhoff verurteilt die
Farbattacke: "Das ist kein Mittel politischer Diskussion." Olaf Duge von der
GAL: "Vor dem Hintergrund, wie in Wandsbek mit Menschen umgegangen wird,
kann ich die Tat verstehen. Wir fordern weiter, dass die Büste weg muss."
Man werde die Botschaften der von Schimmelmanns Taten betroffenen Staaten
über den Denkmal-Streit informieren.

Ressort: HH Hamburg




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