[echo] Kunst des Essens

Harald Lemke mail at haraldlemke.de
Thu Oct 19 12:28:19 CEST 2006


Veranstaltungshinweis für Freitagabend, 20.10., um 21.00
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> [w.o.h.l.] präsentiert:
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> DER JAPANISCHE WEG DES ESSENS
> Philosophische Reflexionen zur fernöstlichen Esskultur
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> Vier Lesungen mit Harald Lemke
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> Freitags, jeweils von 21.00-22.30, im Markthof
> ­ Marktstrasse 102, HH (gegenüber vom Hinterconti)
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> 1. Lesung:  20. Oktober
> 2. Lesung:  17. November
> 3. Lesung:  1. Dezember
> 4. Lesung:  15. Dezember
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> Eintritt: 1,90  Euro (incl. 1 Getränk)
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Auf einem wenig bekannten Bild ist der französische Philosoph Michel
Foucault in einem japanischen Zen-Kloster zu erkennen. Er wirkt, mit einer
Mönchsrobe bekleidet und mit seinem kahl rasierten Schädel, wie ein
Zen-Meister unter anderen. Foucault, der zu diesem Zeitpunkt bereits als
“der große Philosoph³ gilt, ist gerade im Begriff, aus einem Kochtopf zu
essen. Die Essschale in der einen Hand, einen großen leeren Löffel in der
anderen Hand, schöpft er aus dem Eintopf, so als ob er Zen-Weisheit “mit
Löffeln³ schöpfen wolle. Das Essen der Klosterküche scheint reichlich
asketisch, man könnte denken, der Geschmack der zen-buddhistischen Leere sei
aufgetischt worden: eine Schale Reisbrei und sonst ­ Nichts! Wie denkt
Foucault, der Theoretiker einer neuen Lebenskunst, der nach Japan gereist
ist, weil ihn angesichts der Krise des abendländischen Denkens und der
Notwendigkeit einer “Philosophie der Zukunft³ ganz besonders das “ganz
andere Leben in einem Zen-Tempel, nämlich die Zen-Praxis, die Übungen und
Regeln³ (Foucault) interessieren, über diesen ganz anderen Geschmack? Kann
man eine philosophische Lebenskunst des Essens mit der Praxis des ÐZenð
zusammenbringen? Und falls ja, was ist dieses Zen und sein ÐWegð, wenn
beides nichts mit einem religiösen Zen-Buddhismus zu tun haben soll? Wie
wäre Ðder Weg des Essensð aus der Sicht eines westlichen Philosophen zu
denken? Und wie vermeidet man es ­ gerade heute ­, zum Buddha zu werden,
wenn man isst, ohne philosophisch zu sein? Zu diesen Fragen sind uns von
Foucault selber indes keine Antworten überliefert. Sein Schweigen wird zum
Anlass genommen, um über die japanische Esskultur und über die Möglichkeit
zu reflektieren, ob Ðdie Zen-Praxisð nicht im Sinne einer
religiös-buddhistischen Lebenspraxis, sondern im Sinne einer
philosophisch-ethischen Lebenskunst gedacht werden kann.






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