[echo] FRISE_Vom Gespenst der Nützlichkeit
doro carl
doro at abbildungszentrum.de
Mon Sep 18 17:14:38 CEST 2006
Vom Gespenst der Nützlichkeit
Sylvie Réno
Bettina Sefkow
Llaura I. Sünner
Eröffnung am Freitag, den 22.9. um 19 Uhr
Freitag, den 29.09.06 um 19 Uhr
Vortrag: Bettina Sefkow - „Soll-Sockel Zonen“ – Zwischenbericht aus der
Sockelforschung
Öffnungszeiten:
23.9.- 8.10.2006
Fr–So | 16–18 Uhr
Weitere Öffnungszeiten nach Vereinbarung.
Künstlerhaus Hamburg
Abbildungszentrum
-- FRISE --
Arnoldstrasse 26-30 | 22765 Hamburg
www.frise.de | info at frise.de
Unter dem gemeinsamen Titel „Vom Gespenst der Nützlichkeit“ zeigt das
Künstlerhaus FRISE Arbeiten der Marseiller Künstlerin Sylvie Réno und
den beiden Hamburgerinnen Llaura I. Sünner und Bettina Sefkow.
Die Nutzlosigkeit ist das Schreckgespenst einer materiell orientierten
Gesellschaft, in der nutzlos zu sein, für nichts gut zu sein, dem
Entzug einer Existenzberechtigung gleich kommt. Künstler allerdings
sind Experten für das scheinbar Nutzlose.
Bei der Suche nach den Bedingungen, die Gegenständen zur Geltung
verhelfen, ist Bettina Sefkow auf das „Sockelphänomen“ gestoßen. Dem
unbeachteten Schattendasein des Sockels, widmet sie die ungeteilte
Aufmerksamkeit ihrer künstlerischen Forschung. Als kulturelle
Erscheinung untersucht sie ihn in Texten, Bildern und Objekten.
Während der Sockel ein Behelfsgegenstand ist, imstande Triviales zu
erhöhen, kommen die Objekte von Llaura I.Sünner und Sylvie Réno ohne
Sockel aus.
Ihre Modelle entleihen sie der Welt des Alltäglichen und verwandeln
diese künstlerisch zu eigenständigen, merkwürdigen Objekten. Ihre
künstlerischen Vorgehensweisen greifen dabei direkt in die materielle
Substanz der Gegenstände ein, sie verwenden und bearbeiten
ungewöhnliche Materialien und verfremden so den Blick auf Altbekanntes.
Die Französin Sylvie Réno hat bereits mehrere Male im Rahmen der
Städtepartnerschaft Hamburg - Marseille in Hamburg ausgestellt, ihre
akribisch gearbeiteten Nachbildungen der Objektwelt aus Karton wurden
dieses Jahr auf der Havanna Biennale auf Cuba gezeigt. Der im Maßstab
1:1 montierte Bagger aus Karton, den sie vor vielen Jahren direkt in
einen der Lagerböden in der Speicherstadt hinein baute (Woche der
bildenden Kunst 1986), bleibt ebenso unvergesslich, wie ihr Ensemble
aus Karton Kalaschnikow Gewehren, die sie im Kunsthaus zeigte (1998
„Lundi jamais“ Kunsthaus Hamburg).
Llaura Sünners Arbeiten sind dieses Jahr mehrfach in Hamburger
Ausstellungen anzutreffen (siehe Hafensafari, Pflanzendialoge, 10°
Kunst –Wege in die Hafencity), ihr bevorzugtes Material ist künstlicher
Filz, aus dem sie ihre Formen herstellt sowie deren Größe und Umfeld
verfremdet.
Gemeinsam ist den Arbeiten der drei Künstlerinnen dieser Ausstellung
einen Reflex auf die alltägliche Welt der Gegenstände zu werfen, in dem
das Nützliche gegen die Poesie eingetauscht wird.
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