[echo] c&v_Vol.#2 : zwischen copyright und copyleft / VG Bild-Kunst
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copyfake at yahoo.de
Sun Apr 8 18:36:55 CEST 2007
Das Künstlerhaus Hamburg, F for Frise und das
Abbildungszentrum
Arnoldstrasse 26, 22765 Hamburg-Ottensen
laden ein/You are cordially invited :
Mi, 11. April, 20.30 Uhr
Vol.#2 : zwischen copyright und copyleft
Dr. Anke Schierholz (VG Bild-Kunst)
.Appropriation Art und weitere juristische
Unmoeglichkeiten
Dr. Anke Schierholz stellt die Arbeit der VG
Bild-Kunst vor, die im Spannungsfeld von Schutz von
Werk und Künstler und größtmöglicher künstlerischer
Freiheit angesiedelt ist.
www.frise.de/fake
Vol.#2 : zwischen copyright und copyleft
Aus der zeitgenössischen Kunst ist die Verwendung
vorhandenen Kultur- und Gedankenguts so wenig
fortzudenken wie die damit einhergehende
Infragestellung von Autorenschaft, Originalitaet und
Urheberrecht.
Die Idee von Geistigem Eigentum, das Beharren auf
der Abgeschlossenheit von Werken, auf eindeutige
Autorenschaft und deren rechtlicher Schutz
widersprechen künstlerischen Erwägungen, Strategien
und Herangehensweisen, wie sie u.a. als Appropriation
Art, Sampling und Arbeiten mit found footage
bekannt sind.
Sie spiegeln sich in den heutigen
Urheberrechts-Gesetzgebungen, die Künstlern eine
ungenehmigte "freie Bearbeitung" von fertigen Werken
Anderer grundsätzlich gestatten ("fair use"). Neue
Lizenzmodelle wie "Creative Commons" sollen in diesem
Geist eine freiere Verfügbarkeit von Werken
ermöglichen.
Die durch fortschreitende Digitalisierung bedingte
Reproduzierbarkeit, Simulierbarkeit und
Manipulierbarkeit nahezu sämtlicher Betätigungsfelder
wissenschaftlichen, künstlerischen und
gesellschaftlichen Wirkens verstärkt auch das Bemühen
um
Definition und Eingemeindung des daraus erwachsenden
kulturellen und ökonomischen Neulands.
Vermehrte Wahrnehmung und Kommerzialisierung geistiger
Eigentumsrechte führt zu
Einschränkungen bis zu gerichtlichen
Auseinandersetzungen, in denen sich bildende
KünstlerInnen für ihre Arbeiten verantworten müssen.
Wie verhält sich der Schutz von Eigentumsrechten zur
grundrechtlich
festgeschriebenen "Freiheit der Kunst"? Welche Claims
werden hier von wem
abgesteckt? Mit welchen konkreten rechtlichen
Problemen sind Künstler derzeit
konfrontiert, und wie koennen sie damit umgehen? Sind
Kuenstler auf den Schutz
ihrer Einkuenfte durch das Urheberecht angewiesen?
Welche oekonomischen Alternativen gibt es dazu? Welche
theoretischen Diskussionen bilden dabei das Spielfeld?
Diese und viele andere Fragen erörtert Vol#2 in
Vorträgen, Aktionen, Performances, Dokumentationen und
einer prozesshaft wachsenden Ausstellung, zu der alle
Teilnehmenden beitragen.
Mit Sebastian Burdach, Cornelia Sollfrank, Dr. Anke
Schierholz (VG Bild-Kunst),
Reproducts, Florian Cramer, Claudia Reiche/ Andrea
Sick (thealit Frauen.Kultur.Labor Bremen).
Copieren und Verfälschen Vol #2
Jeden Mittwoch ab 19 Uhr geöffnet.
Beginn des Begleitprogramms jeweils ab 20.30 Uhr
FRISE, Künstlerhaus Hamburg + Abbildungszentrum,
Arnoldstr. 26, 22765 Hamburg, www.frise.de/fake
weiteres Programm
Mittwoch 18.4.2007
Präzedenzfälle aus dem Schaffensprozess - REPRODUCTS
Filmvorführungen und Vortrag,
Die Künstlergruppe REPRODUCTS wurde im Jahr 1990 zum
Zweck der Sammlung,
Weiterverarbeitung und Umwertung von vorgefundenen
Medienmaterialien gegründet.
Ziel der Arbeit ist das Aufspüren, Freilegen und
Reinigen von Schnittstellen zwischen
Privatheit und Öffentlichkeit. Berührungen mit dem
Urheberrecht sind dabei
unvermeidlich.
Mittwoch, 25.4.2007
Ausstellung geöffnet ab 19 Uhr
! Samstag 28.4.2007, Beginn 18:00Uhr
"All rights reversed?" Freie Lizenzen in der Kunst,
Florian Cramer
Die freie Verfügbarkeit von Werken durch Lizenzen zu
regeln, ist das scheinbare
Paradox von Freier Software und Open Source wie Linux
und Mozilla. Das "Copyleft"
der GNU General Public License (GPL) dreht das
Urheberrecht so um, daß es freie
Nutzungen nicht mehr unter Vorbehalt stellt, sondern
sichert. Im Internet-Zeitalter ist
dieses Prinzip nicht nur für Programmierer, sondern
auch für Autoren und Künstler
interessant geworden. Während Medienkonzerne und
Rechteindustrie aufrüsten und
in Angst um ihre Geschäftsgrundlagen dazu übergegangen
sind, ihre eigenen Kunden
technisch zu gängeln, abzumahnen und zu verklagen,
suchen KünstlerInnen und
AutorInnen nach Alternativen zur traditionellen
Copyright-Kultur und veröffentlichen
Texte, Bilder, Töne unter freien Lizenzen. Wikipedia
und "Creative Commons" sind die
prominentesten Beispiele dieser sogenannten "Open
Content"-Bewegung.
In der Praxis allerdings gibt es Mißverständnisse,
Probleme die verwirrende Vielzahl
zueinander inkompatibler Lizenzen zum Beispiel - und
ungeklärte Fragen: Was wird
mit freier Lizenzierung beabsichtigt, was hingegen
wirklich gewonnen? Welche
Lizenzen soll man nehmen, und ist sie im Ernstfall vor
Gericht durchsetzbar? Wie ist
ihr Verhältnis zu den Verwertungsgesellschaften?
Fördern sie unfreiwillig die
Ausbeutung von Künstlern? Was haben Künstler bei der
Formulierung der Lizenzen zu
sagen? Und welche Copyright-Kritiken und -Alternativen
haben sie seit den
Avantgarden des 20. Jahrhunderts selbst formuliert?
im Anschluss: "public library" Videodokumentation der
gleichnamigen Ausstellung,
die 2004 im Rahmen der Konferenz WOS3 (Wizards of
Operating Systems) in Berlin
stattfand und von Inke Arns und Florian Cramer
kuratiert wurde. In der Ausstellung
vertreten waren Arbeiten, die sich mit
Informationsfreiheit und Wissensallmende
auseinandersetzen.
http://www.wizards-of-os.org/index.php?id=58
Dokumentation:
Mittwoch, 2.5.2007
"Von Wortmarken und Konzepten: Ein Angriff auf die
Arbeit des Frauen.Kultur.Labors
und wie dieser pariert wurde", Claudia Reiche / Andrea
Sick (thealit
Frauen.Kultur.Labor Bremen)
Die gegenwärtige Ausstellung des Frauen.Kultur.Labors
thealit in der Gesellschaft für
Aktuelle Kunst, Bremen trägt den Titel [open] spaces.
States of political and media
space exhibited. Dieser Titel war nicht immer
vorgesehen, sondern kam durch die
Abmahnung des Inhabers einer Wortmarke mit dem
Markentext Empty Spaces
zustande. Dieser hatte seine Marke für insgesamt 52
Verwendungszwecke schützen
lassen, auch für die Organisation und Durchführung
von kulturellen und/oder
sportlichen Veranstaltungen. Wie der Streit zwischen
dem Frauen.Kultur.Labor und
dem preisgekrönten, geförderten Jungunternehmer
ablief, wird in Hinblick auf das
Markenrecht berichtet und was dies alles mit dem
Ausstellungskonzept von zu tun
hat. Der Markeninhaber ist auch eingeladen.
http://thealit.de/lab/donotexist/exhibit.htm
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