[echo] Nächste Veranstaltung - Insert 2: Israeli Center for Digital Art Holon

meike behm meikebehm at hotmail.com
Wed Apr 11 12:43:45 CEST 2007


Kunstverein in Hamburg     Klosterwall 23      20095 Hamburg   
www.kunstverein.de

INSERT 2
The Israeli Center for Digital Art Holon

24. März bis 6. Mai 2007

Einladung zur nächsten Veranstaltung am

Donnerstag, den 12. April 2007 um 19 Uhr
(in englischer Sprache)

ART AND ACTIVISM IN ISRAEL

Vortrag von Ronen Eidelman (Tel Aviv, Weimar) sowie
Künstlervorträge von LIGNA (Hamburg) und Simon Wachsmuth (Berlin, Wien)

In einem Land, das noch nicht und vielleicht niemals von der 
Notstandspolitik befreit ist bzw. sein wird, sind die Grenzen von 
Militärzonen nicht nur flexibel, sondern können vielmehr innerhalb weniger 
Minuten kreiert werden. So unterbindet auch das israelische Militär, die 
Israeli Defense Force (IDF), Demonstrationen oder zivilen Ungehorsam, indem 
Teile des öffentlichen Raums zu geschlossenen, militärischen Zonen erklärt 
werden. Jeder Ort in dem von Israel besetzten Territorium, zu dem das 
Militär der Zivilbevölkerung den Zugang verweigern möchte, kann zu einem 
militärischen Sperrgebiet werden. So werden Aktivistengruppen häufig bereits 
auf dem Weg zu Demonstrationen oder Gesprächen mit Palästinensern verhaftet 
und Demonstrationen durch die Armee oder Anti-Demonstrations-Taktiken der 
Grenzpolizei frühzeitig aufgelöst bzw. bereits im Keim erstickt.

Es gibt eine junge Generation von Künstlerinnen und Künstlern, die für 
soziale Gerechtigkeit kämpft und im Glauben agiert, dass Kunst nicht nur 
Spiegel der Gesellschaft ist, sondern einen sozialen Wandel bewirken kann. 
Jene Künstler oder Künstlerkollektive operieren über das Feld der 
Repräsentation hinaus in einem radikaleren Raum, in dem das Gesetzt 
suspendiert wurde, so dass die Kunst zwischen dem Metaphorischen (oder 
Allegorischen) und dem Konkreten wirken kann, um die Zwänge des 
Ausnahmezustands zu sprengen.

Der Künstler und Aktivist Ronen Eidelmann wird im Rahmen der 
Abendveranstaltung im Kunstverein seine Forschungsarbeit ‘The SeparationWall 
in Palestine. Artists love to hate it’ (Die Trennmauer in Palästina. 
Künstler lieben es sie zu hassen) vorstellen. Anhand unterschiedlicher 
künstlerischer Projekte in Israel, die sich mit der Trennmauer in Palästina 
beschäftigen, werden verschiedene Strategien sowie die Grenzen 
künstlerischen Widerstands gegenüber der Besatzung diskutiert. Im Anschluss 
stellen die freie Radiogruppe LIGNA (Hamburg) sowie der Künstler Simon 
Wachsmuth (Berlin, Wien) Arbeiten vor, die sie für Liminal Spaces 
(Grenzräume), einem Ausstellungsprojekt in Ramallah, Holon und Leipzig  
realisiert haben.


INSERT 2: THE ISRAELI CENTER FOR DIGITAL ART HOLON

Bis zum 6. Mai 2007 wird als INSERT 2 die Arbeit des Israeli Center for 
Digital Art im Untergeschoss des Kunstvereins in Hamburg  vorgestellt. Neben 
der Dokumentation vergangener Ausstellungsprojekte des Israeli Centers 
anhand von Publikationen, Postern und Zeitschriften, ist das Mobile Archive, 
ein Archiv, das mittlerweile über 1.200 Videos von israelischen sowie 
internationalen Künsterinnen und Künstlern umfasst,  als offene 
Videobibliothek installiert. Die Präsentation des Archivs vor Ort ermöglicht 
es, die Videoarbeiten sowie vergangene Ausstellungsprogramme des Israeli 
Centers, die in Form von Filmpaketen zusammengefasst sind, in eigener 
Auswahl anzuschauen.
In einem weiteren Raum ist eine Variation der bereits in Israel 
präsentierten Ausstellung Forbidden Games zu sehen. Die Videospielindustrie, 
eine der führenden Industriezweige weltweit, produziert Reality-Spiele, 
Gemeinschafts- und Strategiespiele, wobei das Kriegsspielgenre am weitesten 
verbreitet ist. Insbesondere das verstärkte Aufkommen von Termini wie ‚Achse 
des Bösen’ oder ‚Krieg gegen den Terror’ in Medienwelt und Politik führte zu 
einer zunehmenden Popularität und Verbreitung dieses Genres. So entwickelten 
westliche Computerspielunternehmen unzählbare Kriegsspiele, die von einer 
klaren Dichotomie von „Gut“ und „Böse“ bestimmt sind. Die Ausstellung 
Forbidden Games hingegen zeigt Videospiele und Flashanimationen, die 
unabhängig von der Unterhaltungsindustrie von Aktivisten, Akademien und 
ideologischen Gruppierungen aus Syrien, den palästinensischen Gebieten, 
Israel und den USA entwickelt und verbreitet wurden. Die in der Präsentation 
gezeigten Spiele weisen somit antithetische Narrationen auf und stehen in 
Opposition zu den in den westlichen Medien präsentierten Realitätsbildern. 
Die Ausstellung konfrontiert mit gegenwärtigen politischen Verhältnissen des 
Krieges zwischen der westlichen und der islamischen bzw. arabischen Kultur 
und der Repräsentation dieser in den Computerspielen beider ‚Welten’. 
Darüber hinaus wird untersucht, welchen Einfluss die Spielindustrie als 
dominantes Ideologie- und Propagandainstrument auf Jugendliche in westlichen 
Gesellschaften hat. Auswirkungen, die bislang unzureichend hinterfragt 
wurden.
Die Konzeption der Präsentation wurde in enger Kooperation zwischen Eva 
Birkenstock (Kunstverein in Hamburg), Eyal Danon und Galit Eilat (Israeli 
Center for Digital Art) entwickelt.

Aktuelle Ausstellung im Obergeschoss bis 6. Mai 2007

THIS PLACE IS MY PLACE – BEGEHRTE ORTE
Yael Bartana, Ursula Biemann, Armin Linke, Dan Perjovschi, Marjetica Potrc,
Sean Snyder und Yuk King Tan

Führungen an jedem Donnerstag um 18 Uhr
Nächste Führung am kommenden Donnerstag, den 12. April mit Corinna Koch

Weitere Termine mit

Yilmaz Dziewior: 26.04.2007
Meike Behm: 03.05.2007
Corinna Koch: 12.04.2007
Eva Birkenstock: 19.04.2007

Öffnungszeiten						              Eintritt
Dienstag – Sonntag 11 – 18 Uhr				5,- Euro , ermäßigt 3,- Euro
Donnerstag 11 – 21 Uhr					       Mitglieder frei

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