[echo] Senatspresseinfo: K?nstler ziehen in die Speicherstadt

Anton C. Kunze anton at poli.de
Mon Apr 30 12:55:54 CEST 2007



Es ist einfach unglaublich.. wie das Desaster, was die HHLA unter der
Fuchtel der Finanzbehörde (Zahlen! Zahlen! Zahlen müssen her, um den
Verkaufswert zu mehren) in der Speicherstadt veranstaltet, hier noch
schöngeschrieben wird.

Ich weiss garnicht wo ich anfangen soll.
Eigentlich steht der Irrsinn im Text.. 8 EURO / Qm als Anfang von
Künstleransiedlung in den Speichern zu begreifen und zeitgleich dem
Mäzen zu danken, dass es erst mit ihm möglich wird, ist doch
hahnebüchen. Oder stehen die Mäzenen zur Realisierung weiterer solcher
Atelier-Speicherböden Schlange?
Warum wurde im Text vergessen, wie lange hier verhandelt wurde?
Auch ein paar Worte zum Verhandlungsklima wären angebracht gewesen..
aber Hauptsache die Kuh ist vom Eis.

Die Kultursenatorin besorgt einen Mäzen, der die Mietvorstellungen der
HHLA und damit der Finanzbehörde subventioniert, während in der
Speicherstadt große Flächen leerstehen und nicht mehr zur Nutzung
angeboten werden, weil mit zukünftigen Erlösen nach Sanierung spekuliert
wird.

"Der Anfang ist gemacht" - wozu? Sanierte Künstlerbastelstuben?
Seit Jahren haben Menschen (nicht nur Künstler) z.B. am St.Annen-Ufer
Böden zu 300qm für weniger als 3 EUR/qm .. gut, nicht toll saniert, nur
wer benötigt neue Wasserhähne, wenn es die Alten tun oder schafft sich
nicht selbst gern die nötige Ordnung zum Pinseln und Bauen?

Macht das stutzig?
Die wissen doch genau, warum Künstler ein Gebiet bevölkern..
doch selbst der üblich kalkulierte Weg, Künstler unsaniert mit kurzen
Nutzungsverträgen rein und bei Bedarf und Marktentwicklung Mietverträge
abschliessen, Sanierungen und dann im Takt die Mieten hoch, scheint den
HHLAern zu riskant.. aber liebe Freunde, so wird das Immobilien-'Wunder'
der Londoner Docks in der Speicherstadt nie Wirklichkeit.

Wir sehen uns im Fleetschlößchen.. ne Limo auf den Stuss!
Anton C. Kunze





> ------------------------------
> 
> Message: 4
> Date: Thu, 26 Apr 2007 23:17:05 +0200
> From: "tina fritsche" <tina.fritsche at gmx.de>
> Subject: [echo] Senatspresseinfo: K?nstler ziehen in die Speicherstadt
> 	
> To: <echo at soundwarez.org>
> Message-ID: <000e01c78848$3dcce710$0201a8c0 at Notebook61>
> Content-Type: text/plain;	charset="iso-8859-1"
> 
> Hallo, dieser Text kam heute aus der Senatspressestelle. Wer die PM als pdf
> inklusive Fotos haben will, soll mir kurz mailen, dann schick ich das Ding
> zu. 
> Ciao :Tina 
> 
> 
> 26. April 2007/kb26
> Künstler ziehen in die Speicherstadt – Mäzen ermöglicht günstige Mieten
> 
> „Die Anziehungskraft des Ortes ist enorm“
> 
> Inmitten der Speicherstadt haben erstmals Hamburger Künstler Quartier
> bezogen. Auf insgesamt rund 600 qm Arbeitsfläche stehen künftig neun
> Ateliers in der Größe zwischen 40-60 qm in den ehemaligen Lagerböden im
> Speicherblock V am Brooktorkai zur Verfügung.
> Die Räume wurden von der HHLA aufwendig unter Einbeziehung des
> Denkmalschutzamtes hergerichtet: Trennwände wurden eingezogen, Elektrizität,
> Heizungen und Wasseranschlüsse gelegt. Die Ateliers konnten den Künstlern zu
> günstigen Konditionen weit unterhalb vergleichbarer Raummieten angeboten
> werden, da es der Kulturbehörde gelungen war, einen Mäzen zu gewinnen, der
> sechs Jahre lang die Hälfte der Mietkosten von acht Euro pro Quadratmeter
> übernimmt. Bereits im Juni vergangenen Jahres fand eine Ausschreibung des
> Vereins „Ateliers für die Kunst“ statt, dessen Beirat, bestehend aus
> Künstlern und Kunstvermittlern
> aus den Bewerbungen eine Auswahl traf. Hamburgs Erster Bürgermeister, Ole
> von Beust, sagte: „Eine Vielzahl von einzigartigen Veranstaltungen und
> Museen zieht schon jetzt begeisterte Touristen und Hamburger Bürger in die
> Speicherstadt. Ich freue mich, dass mit den neuen Ateliers nun auch die
> bildende Kunst die historische Speicherstadt mit kreativem Geist belebt.“
> „Um Hamburg als Stadt der bildenden Kunst weiter zu profilieren, brauchen
> wir ausreichend Atelierflächen zu günstigen Mieten in zentralen Lagen“, so
> Kultursenatorin Prof. Dr. Karin v. Welck. „Die Anziehungskraft dieses Ortes
> für Künstler ist enorm. Ich danke vor allem dem Mäzen, der diesen neuen
> Schaffensort für Künstler ermöglicht hat. Mein Dank gilt ebenso dem Vorstand
> der HHLA, der die Speicherräume so attraktiv herrichten ließ, dass sich hier
> die Energie und die Kreativität der Künstler entfalten kann.“ Die
> Kultursenatorin betonte, dass die neuen Ateliers in der historischen
> Speicherstadt mit dazu beitragen werden, ein lebendiges und kreatives
> Viertel zu schaffen, das deutlich mache,welche kulturellen Chancen und
> Möglichkeiten sich hier verwirklichen lassen. „Der Anfang ist gemacht und
> wird schon bald positive Effekte für die Künstler selbst wie auch für die
> Stadt nach sich ziehen.“
> Dr. Roland Lappin, Vorstandsmitglied der Hamburger Hafen und Logistik AG
> (HHLA),
> sagte: „Mit dem erstmaligen Umbau von Speicherböden zu Ateliers wird das
> Nutzungscluster in der Speicherstadt konsequent erweitert. Die Marktsignale
> für hochwertige Atelierflächen in der Speicherstadt sind durchweg positiv.“
> 
> Folgende Künstler haben die Ateliers bezogen:
> - Lili Fischer
> - Barbara-Kathrin Möbius (Zeichnungen, Malerei)
> - Kyung-Hwa Choi (Zeichnungen) und Nikolaus Valsamakis (Malerei)
> - Peter Boué (Zeichnungen)
> - Corinna Altenhof (Malerei)
> - Erdmute Prautzsch (Malerei)
> - Sonja Weckenmann (Zeichnungen)
> - Alexander Raymond (Malerei)





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