[echo] Eroeffnung Lasse Schmidt Hansen, Sonntag 19.08.07, 19 Uhr

Aktualisierungsraum Hamburg mail at aktualisierungsraum.org
Thu Aug 16 09:23:21 CEST 2007


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Aktualisierungsraum Hamburg

Lasse Schmidt Hansen
19.08. bis 08.09.2007


Eroeffnung.
Sonntag. 19.08.2007.
ab 19 Uhr.


Lasse Schmidt Hansen arbeitet mit den Ungenauigkeiten, die die  
Übereinstimmung von Plan und Realisierung verhindern. Diese  
Ungenauigkeiten liegen im Plan selbst ebenso wie im Material seiner  
Realisierung. Die absolute Form, die in jeder Konstruktion gesucht  
wird, in der Architektur die Stabilität des Baus und im  
Ausstellungsraum die Idealität der Ausstellungssituation  
gewährleisten soll, existiert nur als Vorstellung. Doch was bestimmt  
den Umgang in die Realität: ihr Ideal oder ihre Verwirklichung?

Sowohl in der Architektur selbst, als auch in der Kunst wurden diese  
Probleme immer wieder angegangen. Zunächst von Bauhaus Imaginaire und  
Brutalism in der Architektur, und seit den 1960ern dann auch mit der  
Institutionskritik innerhalb der Kunst. Beide haben aus den  
Unschärfen, und mehr noch aus den ideologischen Prämissen ihrer  
Vereinheitlichung, eigene Produktionsfelder entwickelt. Was in der  
Architektur zur Flexibilisierung und gleichzeitig zur sich  
steigernder Künstlichkeit des Materials führte, brachte im Feld der  
Kunst das unablässige Thematisieren der Kunsträume. Während  
politische Produzenten, wie die Situationistische Internationale  
(deren Mitglied Constant das Bauhaus Imaginaire gründete) die  
Perfektion der Räume an sich, und mit ihr den eingezäumten Bereich  
der Kunst, verwarfen, kreiste die Institutionskritik in der Kunst in  
vielen Fällen in immer weiteren kritischen Zirkeln um das Problem der  
Ausstellbarkeit künstlerischer Praxis.

Die Gegenüberstellung von Kunst vs. Institution ist hierbei nicht  
Schmidt Hansens Ziel. Vielmehr geht es ihm um die Ausstellbarkeit des  
Raums selbst, der kaum noch verändert werden muss um schon zum  
Statement gegen sich selbst zu werden. Die Widersprüche liegen an der  
Oberfläche. Schmidt-Hansen verfährt mit seinen Bezügen und  
Fragestellungen lose. Für ihn ist die Ungenauigkeit ein stetig  
wiederkehrendes Phänomen, mit dem er hier in der Talstrasse 17 den  
verkrümmten Raum neu vermisst. Ein Teppich wird ausgelegt, der nicht,  
wie üblich, im Raum selbst nach dessen faktischen Massen  
zugeschnitten wird, sondern zuvor, nach seinem Grundriss. Schmidt  
Hansen bezieht sich in seiner Aktualisierung in der Talstrasse auf  
frühe Arbeiten Michael Ashers, dessen Rekonstruktionen von  
Ausstellungsräumen, ihre Erweiterung und Radikalisierung ähnlich  
verfahren war. Doch im Gegensatz zu Schmidt Hansen hatte Asher  
Ausstellungsarchitekuren vor sich Räume, deren Leere selbst in den  
Vordergrund trat. Schmidt Hansen leert den Raum jedoch nicht aus,  
sondern füllt ihn. Er lässt den Grundriss gegen die reale Raummasse  
antreten.

Aus Schmidt Hansens Projekt folgt eine Debatte, die zwischen ihm und  
den Initiatorinnen des Raumes begann und im Workshop fortgesetzt  
werden soll. Es geht um den Begriff der Aktualisierung selbst, um die  
Frage nach seiner Gültigkeit, seiner Ausdehnbarkeit und  
Verflüssigung. Wird er immanent verwendet, richtete er sich nurmehr  
auf ein Fragment (in Schmidt-Hansens Arbeit auf den Raum in der  
Talstrasse) versandet er in der Immanenz und verliert das  
gesellschaftliche Potential, dass zwischen dem Aktualisierten und  
seiner Aktualisierung hergestellt werden soll. Ähnliche Probleme  
tauchen in der institutionskritischen Kunst auf: bezieht sie sich  
nurmehr auf sich selbst, ist ihre Wirkung nicht mehr als  
Selbstberuhigung. Diese Probleme und Differenzen sollen in einem  
Workshop, der die Grenzen der institutionskritischen Praxis  
angegangen werden.



Der Aktualisierungsraum

Der Aktualisierungsraum ist ein nicht-kommerzielles Kunst- und  
Ausstellungsprojekt in Hamburg, initiiert von Nina Koeller (Berlin)  
und Kerstin Stakemeier (Hamburg). Er handelt von der Gegenwart  
derjenigen Vergangenheit, die unabgeschlossen blieb und blickt  
zurueck aus einem bestimmten Interesse: die Vergangenheit soll nicht  
an die Gegenwart verloren gegeben werden. Stattdessen werden  
Fragmente der Vergangenheit im Raum aktualisiert.
Ueber einen Zeitraum von zwoelf Monaten werden zwoelf KuenstlerInnen,  
KuenstlerInnengruppen, MusikerInnen und andere ProduzentInnen  
eingeladen, je für einen Monat eine Aktualisierung zu realisieren.  
Geplant sind unter anderem Projekte mit Nine Budde (Berlin), Melvin  
Moti (Rotterdam), School of Zuversicht (Hamburg), Ben Watson und  
Thomas Baldischwyler (London/Hamburg), Ginger Brooks Takahashi,  
Ulrike Mueller (New York), Katrin Bahrs, Ruth May, Susanne Winterling  
(Hamburg/Berlin), sowie Alexandra Bircken, Nicole Wermers (Koeln/ 
Hamburg/London).
In jedem Monat wird zu dem jeweiligen Projekt ein eintaegiger  
Workshop stattfinden, der das politische und kuenstlerische  
Produktionsumfeld des Aktualisierten und der Aktualisierung, der  
Historie und der Gegenwart, aufarbeitet. Beide werden im Archiv  
dokumentiert und miteinander verbunden. Neue rote Faeden sollen durch  
die (Kunst)Geschichte gesponnen werden. An der Universitaet Lueneburg  
findet ein projektbegleitendes Seminar mit StudentInnen der  
Kulturwissenschaft statt, in dem gemeinsam weitere Aktualisierungen  
erarbeitet und ausgefuehrt werden.

Der Aktualisierungsraum wird gefoerdert durch die Stiftung Kunstfonds  
und die Hamburgische Kulturstiftung.


Aktualisierungsraum
Talstrasse 17
20359 Hamburg

www.aktualisierungsraum.org

Oeffnungszeiten
Dienstags und Samstags 16 - 19 Uhr
und nach Vereinbarung


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Space for Actualisation Hamburg


Lasse Schmidt Hansen
19th August – 8th September 2007


Opening.
Sunday. 19.08.2007.
from 7 pm.


Lasse Schmidts Hansen works with the imprecisions, which terminate  
the harmony of a plan and its realisation. Those imprecisions lie at  
the core of the plan itself as much as in the material of its  
realisation. The absolute form, which is desired in every  
construction, granting stability in architecture and the idea of an  
ideal exhibition space in art, exists but as an image. But what  
determines the dealing with reality: its idealness or its realness?

In architecture as in art, this problem has been tackled before. What  
the Imaginary Bauhaus and Brutalism laid out in architecture was soon  
to be followed by institutional critique in art. Both have turned  
those imprecisions and even more so, the ideological premises which  
dominate their unification, into self-contained fields of production.  
What led architecture to a flexibilisation and increasing  
artificialness of its materials, in art turned towards an incessant  
thematisation of art spaces. While political producers like the  
Situationist International (, whose member Constant founded the  
Imaginary Bauhaus,) rejected the perfection of such spaces in and of  
themselves and with those rejected art as a self-contained field  
altogether, institutional critique in art in many cases began to  
circle in ever more self-reflexive terms around the problem of  
exhibiting artistic practices.

The confrontation of art vs institution is not Schmidt Hansen’s aim.  
Much more he is concerned with the exposability of the space itself,  
which has to be hardly modified at all to become a self-contradicting  
statement. The contradictions are evidently visible. Schmidt Hansen  
arranges his references in a lose order. For him impreciseness is a  
recurrent phenomenon, which here, in the Talstrasse 17 leads to  
taking new measures in and of the space itself. A carpet is rolled  
out, which is not, as it is traditionally done, cut when being  
enrolled in the space, but which is cut from the exact measures of  
the original floorplan. He relates to early works of the American  
artist Michael Asher, whose reconstructions and deconstructions of  
exhibition architectures, their enlargement and radicalisation, use  
similar techniques. But in contrast to Schmidt Hansen, Asher was  
confronted with seemingly perfected spaces, whose emptiness became  
apparent. Schmidt Hansen does not empty the space, but fills it. He  
puts up the floor plan against the real measures of the space.

A debate arose from Schmidt Hansen’s project, which started between  
him and the organisers of the space and which is to be continued in  
the workshop, held on the occasion of the exhibition. It deals with  
the concept of actualisation itself, the question of its validity,  
its potential for expansion and dangers of deterioration. When being  
employed immanently, directed but towards a fragment (,like Schmidt-  
Hansen prefigures at the Talstrasse,) it looses its political  
potential, which the Space for Actualisation is aiming to build up  
between the Actualised and its Actualisation. Similar problems occur  
in many positions of institutional criticism: where it is directed  
but towards itself, it results nothing but self-sedation. These  
problems and differences are to be discussed in a workshop, which  
wants to look at the limits of institutional critique.



The Space for Actualisation

The Space for Actualisation is a non-commercial art- and exhibition  
project in Hamburg, initiated by Nina Koeller (Berlin) and Kerstin  
Stakemeier (Hamburg). It deals with the present of that past, which  
remained unfulfilled, and looks back onto it with one specific  
interest: to not allow the loss of the past to the present. Instead  
fragments of the past will be actualised in the space itself.
Over a time-span of twelve months, twelve artists, artist-groups,  
musicians and other producers are invited to, each for one month,  
realise an actualisation. A fragment is dissected from its role in  
historicity – an artwork, an invention, an event, a song – to pull it  
into the present, to find out what the consequences of its  
actualisation are.
Projects are planned with Nine Budde (Berlin), Melvin Moti  
(Rotterdam), School of Zuversicht (Hamburg), Ginger Brooks Takahashi,  
Ulrike Mueller (New York), Ben Watson and Thomas Baldischwyler  
(London/Hamburg), Katrin Bahrs, Ruth May, Susanne Winterling (Hamburg/ 
Berlin), Alexandra Bircken and Nicole Wermers (Cologne/Hamburg/ 
London) and others.
In each month a one-day workshop will be held which deals with the  
political and artistic setting of the production of both, the  
actualised and the actualisation. History and present here are  
enfolded to be both documented and newly connected. New threads are  
mapped out in (art)history. At the cultural studies department of the  
University of Lueneburg a seminar will be held which accompanies the  
project, in which a wider range of actualisations is to be worked out  
and realised.


The Space for Actualisation is kindly supported by Stiftung  
Kunstfonds and Hamburgische Kulturstiftung.


Space for Actualisation
Talstr. 17
20359 Hamburg

www.aktualisierungsraum.org

Opening Hours
Tuesday and Saturday 4–7 pm
and by appointment


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