[echo] Vortrag: Das Gedenken
Bahari Ndogo
bahari1 at gmx.de
Wed Feb 7 10:46:42 CET 2007
Werkstatt der Kulturen
Wißmannstraße 32
12049 Berlin
www.werkstatt-der-kulturen.de
werkstatt.kulturen at t-online.de
20. Februar 2007, 19.00 Uhr
Vortrag "Alt und Neu in Sicht: Das Gedenken als transdisziplinäres und
beteiligungsorientieres work-in-progress" von Jokinen
im Rahmen der Veranstaltung "Zukunft des Gedenkens: Visionen und
Perspektiven" in der Veranstaltungsreihe " Die Wissmannstraße - Öffentliche
Erinnerung auf der Probe"
Eintritt frei
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Wenn eine Straße nach einer Persönlichkeit benannt wird, tut man
dies, um den Namen dieser Persönlichkeit aktuell und auf Zukunft
hin zu ehren und an die Verdienste oder an Gegebenheiten, die mit
der Persönlichkeit verbunden sind, zu erinnern. 1890 tat dies der Ort
Neukölln, als er die Straße Nr. 150 zur Wissmannstraße machte.
Hermann Wissmann war zuvor wegen seiner Verdienste um die
Niederschlagung des "Araberaufstandes" in der damaligen Kolonie
Deutsch-Ostafrika in den Adelsstand erhoben worden. Acht Jahre
später wurde ihm im Grunewald eine weitere Straße gewidmet.
In mindestens 21 weiteren westdeutschen Städten tragen heute
Straßen und Plätze des Namen Hermann von Wissmanns, wohingegen
die Wissmannstraßen in Erfurt, Leipzig und Frankfurt/Oder 1950, bzw.
1965 umbenannt wurden. Im Westen Deutschlands tat dies allein die
Stadt Bochum im Jahr 1998.
Für die Werkstatt der Kulturen, in der Neuköllner Wissmannstraße
gelegen, ist diese Adresse Auftrag, sich mit der deutschen
Kolonialgeschichte zu befassen. In ihrer Arbeit und ihrem
Selbstverständnis steht die Werkstatt der Kulturen für den
interkulturellen Dialog, für eine politische Kultur gegen Rassismus
und für Gleichberechtigung und Verständigung, kurz, für das genaue
Gegenteil zu dem, was historisch mit der Person und Rolle des
Hermann von Wissmann in Afrika und speziell im damaligen
Deutsch-Ostafrika verbunden ist.
Die Zusammenarbeit mit Umoja wa Watanzania Berlin/Brandenburg,
dem Verein der in Berlin und Brandenburg lebenden Tansanier, zum
Gedenken an 100 Jahre Maji-Maji-Krieg in Deutsch-Ostafrika (1905
-07) bot den entscheidenden Anlass, sich jetzt mit der Frage des
Namenspatrons der Straße und der "Wißmanntruppe" , einer nach
den strategischen Vorstellungen von Hermann von Wissmann
zusammengestellte Söldnertruppe, auseinanderzusetzen.
Nachdem sich die Bezirksverordnetenversammlung in Neukölln für
die neue Legislaturperiode konstituiert hat, lädt die Werkstatt der
Kulturen zu einer fünfteiligen Reihe von Informations- und
Diskussionsveranstaltungen mit HistorikerInnen, PolitikerInnen und
engagierten KünstlerInnen zu dieser Thematik ein. Ziel dieser Reihe,
die sich an die AnwohnerInnen der Wissmannstraßen in Berlin und
darüber hinaus an eine breite Öffentlichkeit richtet, ist im ersten
Schritt Information und kontroverse Diskussion über das Wirken
Hermann von Wissmanns, und im weiteren die Erörterung der Frage,
ob eine Umbenennung angestoßen werden soll, oder ob andere
Formen des Umgangs mit Namen und Daten der Kolonialzeit
angemessener sein könnten.
Erinnerungspolitik - der Umgang mit Spuren der deutschen
Kolonialvergangenheit in Berlin
Alle Veranstaltungen bieten Gelegenheit zu ausführlicher Diskussion
mit den Referenten.
Weitere Veranstaltungen dieser Reihe:
27. November 2006, 19.00 Uhr, Club
Wer war Hermann von Wissmann?
24. Januar 2007, 19.00 Uhr, Club
Soldaten - Priester - Oppositionelle. Die Kolonialzeit im historischen
Kontext
20. Februar 2007, 19.00 Uhr, Club
Zukunft des Gedenkens: Visionen und Perspektiven
15. März 2007, 19.00 Uhr, Saal
Politik befragt: Brauchen wir eine Umbenennung der
Wissmannstraße(n) in Berlin?
Podiumsdiskussion mit Lokal-, Regional- und Bundespolitikern
www.werkstatt-der-kulturen.de
werkstatt.kulturen at t-online.de
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