[echo] Mein Beileid

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Fri Feb 23 16:00:02 CET 2007




Lothar-Günther Buchheim ist tot

Wortgewaltiger Poltergeist
Im Alter von 89 Jahren ist der berühmte Autor und Kunstsammler 
Lothar-Günther Buchheim gestorben. Bekannt wurde Buchheim durch seinen 
dokumentarischen Roman "Das Boot".

Lothar-Günther Buchheim wurde 89 Jahre alt

	
  Buchheim erlag bereits am Donnerstag Herzversagen, wie die Bayerische 
Staatskanzlei mitteilte.

Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) würdigte den Autor des 1973 
erschienenen Erfolgsromans „Das Boot“, dem die Kunstwelt mit dem Museum 
der Phantasie in Bernried am Starnberger See einen einzigartigen Ort 
verdanke.

Die Beerdigung findet im engsten Familienkreis statt. Stoiber 
kondolierte der Witwe Diethild Buchheim: „Die Nachricht vom Tode Ihres 
Mannes, so kurz nach seinem Geburtstag, erschüttert mich. Auch im Namen 
meiner Frau spreche ich Ihnen mein herzliches Beileid aus.“ Buchheim 
habe sich sein ganzes Leben mit seiner ungeheuren Kreativität und 
Vielseitigkeit leidenschaftlich für die Kunst eingesetzt.

Schon früh auf expressionistische Bilder gesetzt

Den Grundstein für seine heute äußerst wertvolle und international hoch 
geachtete Sammlung des deutschen Expressionismus und französischer Kunst 
des 20. Jahrhunderts hatte der kampferprobte und wortgewaltige 
Poltergeist von Feldafing schon sehr früh gelegt. Mit sicherem Griff 
kaufte er diese in der NS-Zeit als „entartet“ gebrandmarkten Bilder, als 
sie noch für wenig Geld zu haben waren.

Für Buchheim war das Sammeln von Kunst nie Selbstzweck. „Eigentlich ist 
deswegen auch der Begriff Sammler falsch. Ich wollte einfach Bilder um 
mich haben, aber keine Kunstschätze horten“, sagte er einmal. Für ihn 
gehörten Kunstsammlungen in den Besitz der Öffentlichkeit, und dies 
wollte er mit seiner Stiftung und dem Museum erreichen.

Hinter dem leidenschaftlichen Sammler, Autor und Verleger musste der 
Maler Buchheim etwas zurückstehen. Doch auch hier zeigte der vielseitig 
Begabte sein offensichtlich von der Mutter, einer Malerin, ererbtes 
Talent. Daneben schrieb Buchheim mehrere Kunstbücher zum Expressionismus.

Welterfolg "Das Boot"

Furore machte Buchheim jedoch nicht nur als Kunstsammler und Fotograf. 
Sein 1973 erschienener dokumentarischer Roman "Das Boot". Buchheim 
schilderte darin seine Erlebnisse, als er nach Kriegsbeginn 1939 als 
Kunststudent zur Marine eingezogen wurde und als Kriegsberichterstatter 
an U-Boot-Einsätzen im Atlantik und in der Straße von Gibraltar 
teilgenommen hatte.

Die ebenso packende wie minutiöse Niederschrift seiner 
U-Boot-Erfahrungen während des Zweiten Weltkrieges eroberte rasch die 
Bestsellerlisten und erreichte eine Weltauflage von über drei Millionen 
Exemplaren.

"Das Boot" wurde 1981 von Wolfgang Petersen mit großem Aufwand verfilmt 
und war ein internationaler Kassenschlager. Buchheim selbst distanzierte 
sich von der für sechs Oscars nominierten Kinoversion, die nicht nach 
seinem Drehbuch entstanden war.

"Die Festung", die Fortsetzung seines Welterfolgs "Das Boot" erschien 
zum 50. Jahrestag des 8. Mai 1945 und griff damit mit ein in die 
wochenlangen Debatten um die Frage, ob dieses Datum als Tag der 
Befreiung oder Niederlage zu begehen sei.

sueddeutsche.de



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