Re: [echo] Jury fordert Erhöhung der Programmförderung für freie Künstlerhäuser und Kunstorte

Christoph Rauch cr at projektgruppe.org
Fri Jan 26 00:39:46 CET 2007


liebe Jokinen,
das finde ich sehr gut, dass du das Thema hier noch einmal ansprichst.
Leider ist es ja so, dass sich diese Kürzung der individuellen
Künstlerförderung mit der diesjährigen Jury-Entscheidung weiter fest
etabliert.

Ich kann mir kaum eine Jury vorstellen, die mehr als die diesjährige in
dieser Problematik drinsteckt. Und dennoch sind die aus der
Künstlerförderung stammenden 50.000 Euro zweckfremd für die
Programmförderung verteilt worden. Dies nicht zu tun, wollte die Jury aus
Loyalität den Kunstorten gegenüber vermeiden. Womöglich wäre es sonst zu
keinem so schnellen Jury-Entscheid gekommen?

Wie dich hat mich bei der Presseerklärung ebenfalls gewundert, dass für die
Kunstorte eine doch nennenswerte Erhöhung gefordert wird, der Etat der
Künstlerförderung jedoch gerade einmal auf den vorherigen Stand gebracht
werden soll. Warum dieser Unterschied? Wäre es nicht angebracht, die
Loyalität auch auf die betroffenen Künstler auszudehnen?

Mit Grüßen,
Christoph

----- Original Message -----
From: "Bahari Ndogo" <bahari1 at gmx.de>
To: "Kunst, Kritik und Kulturpolitik in Hamburg" <echo at soundwarez.org>
Sent: Wednesday, January 24, 2007 3:40 PM
Subject: Re: [echo] Jury fordert Erhöhung der Programmförderung für freie
Künstlerhäuser und Kunstorte


> Es ist toll, dass wieder das Thema diskutiert/veröffentlicht wird, dass
von
> der individuellen Kunstförderung EUR 50.000,-- /p.a. abgeknapst worden
ist.
> Ich fürchtete schon, es wird nie mehr diskutiert, weder von "den Orten/der
> Szene" und auch nicht vom Berufsverband.  Danke also für diesen wichtigen
> und leider noch aktuellen Hinweis!
>
> Trotzdem: auch EUR 85.000,-- jährlich für alle in der Großstadt Hamburg
> arbeitenden "individuell Geförderten" ist wohl ein Witz. Ein Vergleich
> zwischen den europäischen Metropolen würde sich sicherlich lohnen! Kann
der
> BBK hier nicht Infos einholen?
>
> joe
>
>
> > Von: cornelia sollfrank <cornelia at snafu.de>
> > Antworten an: "Kunst, Kritik und Kulturpolitik in Hamburg"
> > <echo at soundwarez.org>
> > Datum: Wed, 24 Jan 2007 11:28:04 +0100
> > An: echo mailingliste <echo at soundwarez.org>
> > Betreff: [echo] Jury fordert Erhöhung der Programmförderung für freie
> > Künstlerhäuser und Kunstorte
> >
> > PRESSEMITTEILUNG
> >
> > Hamburg, 24.01.2007
> >
> >
> > Jury fordert Erhöhung der Programmförderung für freie Künstlerhäuser
> > und Kunstorte
> >
> >
> > Die freien Künstlerhäuser und Kunstorte, die mit leidenschaftlichem
> > Engagement und hohen Eigenleistungen zur Bereicherung der ³Wachsenden
> > Stadt² Hamburg beitragen,  werden kulturpolitisch bislang unterschätzt.
> > Die Strahlkraft dieser Orte stellt einen wichtigen Faktor in der
> > Vermittlung zeitgenössischer bildender Kunst in Hamburg dar.
> > Die positive Entwicklung der letzten Jahren läuft Gefahr durch fehlende
> > finanzielle Mittel gehemmt zu werden. Es müssen neue Anreize für die
> > Eigeninitiative der zahlreichen KünstlerInnen und KunstvermittlerInnen
> > geschaffen werden.
> >
> > Am Donnerstag, 11. Januar 2007, tagte die Jury für die Mittelvergabe
> > "Programmförderung Künstlerhäuser und Kunstorte 2007³. Nach eingehender
> > Diskussion und ihrer Entscheidung spricht die Jury folgende
> > Empfehlungen und Forderungen aus:
> >
> > ? Angesichts der rasant anwachsenden und sehr lebendigen Hamburger
> > Kunstszene ist eine Erhöhung des Budgets für Programmförderung für die
> > gegenwärtig über 20 Orte von bisher 140.000 Euro auf 250.000 Euro
> > dringend geboten
> >
> > ? Der Etat für individuelle Künstlerförderung muss wieder von den
> > geschrumpften 35.000 Euro in 2006 und 2007 auf den vorherigen Stand von
> > 85.000 Euro gebracht werden. Künstlerinnen und Künstler dürfen nicht
> > durch Umschichtung zugunsten der Programmförderung benachteiligt
> > werden.
> >
> > ? Zusätzlich empfiehlt die Jury, die Einrichtung eines neuen
> > Fördertopfes für "Archive im Kontext der bildenden Kunst³.
> >
> > Die Jury schätzt die Hamburger Off-Szene als unverzichtbaren
> > Bestandteil der kulturellen Vielfalt und Lebendigkeit dieser Stadt. Der
> > große Beitrag der freien Künstlerhäuser und Kunstorte zur
> > Kulturlandschaft Hamburgs muss entsprechend gewürdigt und auch
> > gefördert werden.
> >
> > Armin Chodzinski, Hans Christian Dany, Belinda Grace Gardner, Olafur
> > Gislason, Dirck Möllmann, Britta Peters, Cornelia Sollfrank
> >
> > Kontakt:
> > Dirck Möllmann, Paul-Roosen-Str. 5, 22767, Hamburg Tel. 0171 5387432
> > E-mail: ckmoellmann at gmx.de
> >
> > Brief an die Senatorin:
> > http://www.thing-hamburg.de/
> >
> > Symposion der Freien Künstlerhäuser und Kunstorte
> >
http://www.wirsindwoanders.de/______________________________________________
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