[echo] zum HfbK-Protest
Rahel Puffert
zonerp at yahoo.de
Sun Jul 1 11:54:20 CEST 2007
Lieber Herbert, liebe Liste,
ich möchte anmerken, Hochschulen, zumal
wissenschaftlich-künstlerische, sind nicht n u r dazu
da, "auszubilden", sondern auch Orte der Forschung.
Forschung wiederum ist meines Wissens und meiner
Erfahrung nach nur dort möglich, wo sie von dem
Ergebnisdruck bestimmter Interessen weitgehend frei
gehalten wird
Heisst: wenn nicht zu Beginn bereits feststehen muss,
was am Ende rauskommt (, also bespielsweise ein best.
Beruf, ein wirtschaftlich oder sonst wie "konkretes"
Ergebnis, etc. pp) (So ist denn wohl auch die
grundgesetzliche Regelung Kunst, Wissenschaft und
Lehre sind frei zu verstehen). Insofern denke ich
schon, dass nicht nur Kunsthochschulen, sondern auch
Universitäten Schonräume sind, d.h. natürlich
andererseits nicht, dass sie vollständig abgekoppelt
exisitieren, aber darum braucht man sich ja derzeit
nicht wirklich Sorgen machen, insofern verstehe ich
Deine Einlassungen nur bedingt.
Nichts für ungut
Gruss
Rahel
--- Ulrike Bergermann <ubergermann at gmx.de> schrieb:
> Lieber Herbert und alle,
> nur kurz: Dass sich HochschullehrerInnen an die
> eigene Nase fassen
> sollen, was die Qualität der Lehre angeht, bevor
> sie Boykotte
> unterstützen, ist die eine Sache (ich finde: im
> Prinzip ja, aber akut
> nicht unbedingt). Dass in Deinen "Anmerkungen"
> mehrfach die Bezeichnung
> "kindisch" für die boykottierenden HbK-Studierenden
> auftaucht, ist
> allerdings merkwürdig. Kindisch weil: zu
> unrealistisch gegenüber einer
> Welt, die nun mal so ist und da hätte man halt
> früher aufstehen müssen?
> Oder kindisch weil zu sehr auf die eigene Hochschule
> schauend?
> Ãberzeugt mich beides nicht. Hätten mehr
> Studierende der Unis ihre
> Gebühren aufs Sperrkonto überwiesen, könnte man
> anders über eine
> Verbesserung von Lehre etc. nachdenken.
> LG Ulrike
>
> Anfang der weitergeleiteten E-Mail:
>
> > Von: "Herbert Hossmann"
> <herbert.hossmann at gmail.com>
> > Datum: 30. Juni 2007 19:37:10 MESZ
> > An: echo at soundwarez.org
> > Betreff: [echo] zum HfbK-Protest
> >
> > Anmerkungen zum
> >
> > â? offenen Brief von 19 Hochschullehren (unter
> etwa 40) an Senator
> > Dräger
> > (In brennender Sorge),
> > â? zum Aufruf der Studierenden (Die Lage an
> der HfbK spitzt sich zu
> > !!!)
> > und
> > â? zum Bericht von Rahel über die Versammlung
> der Boykottierenden am
> > 25.
> > 6.2006 (Die HfbK scheint heute noch die Avantgarde
> zumindest der
> > riskantesten Entwicklungen zu sein)
> >
> > Der Gebührenboykott von etwa der Hälfte der
> Studierenden der HfbK wird
> > meiner Meinung nach von Hochschullehrern,
> Studierenden und ihren
> > Sympathisanten mit falschen Argumenten und verbal
> emotional
> > hochgepeitscht
> > geführt. Dies ist bedauerlich, denn es macht es
> den Verantwortlichen
> > leicht, ihre Strategien gegen einen Teil der
> Studierenden und einen
> > Teil
> > der Hochschullehrer durchzusetzen, ohne die
> tatsächlichen Probleme
> > ansprechen zu müssen. Offenbar wähnen sich die
> âRebellen" in einem
> > besonderem Schonraum, den sie meinen verteidigen
> zu müssen, doch diesen
> > Schonraum gibt es schon lange nicht mehr. Gemerkt
> hat dies bloÃ
> > niemand.
> > Selbst wenn eine Exmatrikulation von rd. 300
> Studierenden an der HfbK
> > erfolgen sollte, könnte wirklich jemand ernsthaft
> glauben, dass dies
> > zum
> > Ende künstlerischer Hochschulausbildung in
> Hamburg führen muss oder
> > irgend
> > jemand in der Stadt aufregen wird?
> >
> > Die HfbK ist keine Verwahranstalt für
> künstlerisch hochbegabte junge
> > Menschen, die die Chance erhalten, betreut von
> anerkannten Akteuren der
> > Kunstszene, in einem Schonraum zu reifen, sondern
> eine wissenschaftlich
> > künstlerische Hochschule, die den übrigen
> Hamburger Hochschulen
> > gleichgestellt ist und wie diese auch, ihren
> Studierenden eine
> > hochqualifizierte Berufsfähigkeit innerhalb eines
> bestimmten zeitlichen
> > Rahmens vermitteln soll.
> >
> > Die Studierenden der HfbK haben keine
> Sonderstellung innerhalb der
> > Hamburger
> > Studentenschaft. Welcher Grund sollte auch darin
> bestehen, einen
> > Kunststudenten der HfbK im Hinblick auf seine
> unsicheren Berufschancen
> > gegenüber einem Philosophiestudenten der
> Universität, der häufig
> > ebenfalls
> > Einstiegsprobleme im Beruf hat, zu bevorzugen. Im
> übrigen hat der
> > Kunststudent nach Abschluss seines Studiums
> wesentlich bessere Chancen,
> > gefördert zu werden, als sein Kollege in der
> Universität.
> >
> > Wenn überhaupt liegt der Skandal der Einführung
> von Studiengebühren im
> > Bruch der politischen Zusagen, hiermit solange zu
> warten, bis die
> > Hochschulen in der Lage sind, eine qualifizierte
> Ausbildung nicht nur
> > zu
> > versprechen, sondern tatsächlich auch anzubieten.
> Dass die Hochschulen
> > hierzu derzeit nicht in der Lage sind, belegen
> insbesondere die
> > erheblichen
> > Ãberschreitungen der Regelstudienzeiten und die
> mangelhafte Betreuung
> > der
> > Studierenden durch die Hochschullehrer. Mit dem
> Trick, Studiengebühren
> > ausschlieÃlich zur Verbesserung der Lehre zu
> verwenden, wird im
> > Ergebnis den
> > Studierenden abverlangt, was die Hochschulen und
> die Politik bisher
> > nicht
> > hinreichend geleistet haben. Doch auch dieser
> Einwand gegen die
> > Erhebung von
> > Gebühren wäre lediglich moralisch und taugt
> nicht für eine
> > grundsätzliche
> > Verweigerung der Zahlung einer vom Gesetzgeber
> normierten
> > Gebührenpflicht.
> >
> > Statt also eine kindische (unpolitische) Aktion zu
> betreiben, die im
> > Ergebnis allen schadet, sollten sich die
> Studierenden darauf
> > konzentrieren,
> > ihre Rechte, wenn möglich auch im Klageweg,
> einzufordern, nämlich die
> > ihnen
> > zugesagte Ausbildung auch zu erhalten. Bei nicht
> ausreichender
> > Ausbildungsleistung der Hochschule kann der
> Studierende seine
> > geleisteten
> > Gebühren zurückverlangen. Die Einführung der
> BA/MA Studienstruktur
> > wird ihm
> > die Durchsetzung seiner Ansprüche erheblich
> erleichtern.
> >
> > Vor diesem Hintergrund erscheint es lächerlich,
> wenn die
> > Hochschullehrer in
> > ihrem offenen Brief so tun, als wenn sich erst
> durch die Erhebung von
> > Studiengebühren die Situation der Hochschule
> derartig verschlechtert,
> > dass
> > eine renommierte Ausbildung nicht mehr
> gewährleistet ist. Denn Sie und
> > nicht
> > die Politik, sind für die Ausbildung inhaltlich
> verantwortlich. Und
> > dass
> > aus der HfbK überdurchschnittlich viele namhafte
> Künstler mit
> > internationaler Karriere hervorgegangen sind,
> liegt nicht so sehr an
> > der
> > herausragenden Qualität ihrer Hochschullehre,
> sondern daran, dass sich
> > die
> > Hfbk in einer attraktiven GroÃstadt mit einem
> âanziehendem und
> > spannendem
> > sozialen Milieu" befindet.
> >
> > Jedenfalls kann ich dies für Anna Oppermann
> sagen, die nach den ersten
> > vier
> > Studiensemestern in der HfbK ihren Sohn bekam und
> danach die
> > Hochschule kaum
> > noch betreten konnte. An ihrer internationalen
> Karriere haben die
> > Ausbildungsleistungen der Hochschullehrer der HfbK
> den geringsten
> > Anteil
>
=== message truncated ===
__________________________________ BE A BETTER GRILLMEISTER: Jetzt Frage stellen und einen von 44 iPods gewinnen! www.yahoo.de/clever
More information about the echo
mailing list