[echo] zum HfbK-Protest
Heiner Metzger
post at heinermetzger.de
Mon Jul 2 12:28:34 CEST 2007
> fragen eines außenstehenden an einen außenstehenden:
> Jedenfalls wir Außenstehenden sollten hierfür kein
> Verständnis haben.
- ein außenstehender rät also den anderen außenstehenden, wofür
sie verständnis haben sollen.
wie außenstehend ?
> Vor diesem Hintergrund erscheint es lächerlich, wenn die
> Hochschullehrer in
> ihrem offenen Brief so tun, als wenn sich erst durch die Erhebung von
> Studiengebühren die Situation der Hochschule derartig
> verschlechtert, dass
> eine renommierte Ausbildung nicht mehr gewährleistet ist. Denn Sie
> und nicht
> die Politik, sind für die Ausbildung inhaltlich verantwortlich.
> Und dass
> aus der HfbK überdurchschnittlich viele namhafte Künstler mit
> internationaler Karriere hervorgegangen sind, liegt nicht so sehr
> an der
> herausragenden Qualität ihrer Hochschullehre, sondern daran, dass
> sich die
> Hfbk in einer attraktiven Großstadt mit einem „anziehendem und
> spannendem
> sozialen Milieu" befindet.
- in der argumentation für die hochschulreformen und für die
studiengebühren wird die qualitätssteigerung als argument genannt.
nun sind es die professoren und das "...soziale milieu" - für den
zweiten faktor ist die hochschulreform nicht zuständig, den
( offenbar verwirrten) professoren müsste also nur mehr coaching
pp., angeboten werden. demnächst sind es dann die "faulen"
studenten, - nur die "politik" bleibt außen vor. sie ist für nichts
verantwortlich ?
> Statt also eine kindische (unpolitische) Aktion zu betreiben, die im
> Ergebnis allen schadet, sollten sich die Studierenden darauf
> konzentrieren,
> ihre Rechte, wenn möglich auch im Klageweg, einzufordern, nämlich
> die ihnen
> zugesagte Ausbildung auch zu erhalten. Bei nicht ausreichender
> Ausbildungsleistung der Hochschule kann der Studierende seine
> geleisteten
> Gebühren zurückverlangen. Die Einführung der BA/MA
> Studienstruktur wird ihm
> die Durchsetzung seiner Ansprüche erheblich erleichtern.
wie gut kann das ein außenstehender beurteilen?
wie läßt sich die gebühr wieder einklagen, welche kriterien für
eine "nicht ausreichende ausbildungsleistung" werden wie transparent
sein ?
- die studiengebühr wird den zwang zum nebenverdienst erhöhen, der
durch die ba/ma zunehmende leistungsdruck, auch im hinblick auf eine
bafögsperre, motivieren evtl. nicht so sehr, sich über den klageweg
"die ihnen zugesagte ausbildung " einzufordern.
> Wenn überhaupt liegt der Skandal der Einführung von
> Studiengebühren im
> Bruch der politischen Zusagen, hiermit solange zu warten, bis die
> Hochschulen in der Lage sind, eine qualifizierte Ausbildung nicht
> nur zu
> versprechen, sondern tatsächlich auch anzubieten. Dass die
> Hochschulen
> hierzu derzeit nicht in der Lage sind, belegen insbesondere die
> erheblichen
> Überschreitungen der Regelstudienzeiten und die mangelhafte
> Betreuung der
> Studierenden durch die Hochschullehrer. Mit dem Trick,
> Studiengebühren
> ausschließlich zur Verbesserung der Lehre zu verwenden, wird im
> Ergebnis den
> Studierenden abverlangt, was die Hochschulen und die Politik bisher
> nicht
> hinreichend geleistet haben. Doch auch dieser Einwand gegen die
> Erhebung von
> Gebühren wäre lediglich moralisch und taugt nicht für eine
> grundsätzliche
> Verweigerung der Zahlung einer vom Gesetzgeber normierten
> Gebührenpflicht.
argumentationslogik: ein schlechter zustand wird nicht besser durch
die einführung von studiengebühren, also der protest gegen die
studiengebühren ist falsch - und da der zug schon abgefahren ist,
bleibt nur das stille akzeptieren ?
+ es gibt also berechtigte kritik. jedoch, sie ist moralisch, nun,
wer will heutzutage "moralisch" argumentieren, wirklich uncool, warum
wird die kritik nicht als politisch benannt ? , dem entgegen steht
die "normierte gebührenpflicht", also sich anpassen ?
- ob die studiengebühren ausschließlich zur verbesserung der lehre
verwendet werden ? wer wird das wie nachweisen können ?
(> bsp. lüneburg: http://leuphano.blogspot.com/)
- zunächst werden weniger studierende an den hochschulen sein:
"der jüngste Rückgang der Erstsemesterzahlen in Nordrhein-Westfalen
um 5,3 % und in Niedersachsen um rund zwei Prozent nach der
Einführung von Studiengebühren. Zum Start des Sommersemesters - dem
zweiten Semester mit Studiengebühren - ist die Zahl der Studierenden
an der größten nordrhein-westfälischen Universität zu Köln erneut
um 5.000 Studierende gesunken. An der benachbarten Uni Bonn ging die
Zahl der Studierenden seit Einführung von Studiengebühren um 7.000
zurück. Das entspricht einem Rückgang von ca. 25 Prozent." aus dem
lesenswerten artikel: Von der Freiheit der Wissenschaft zur
„unternehmerischen Hochschule“ (W.Lieb) http://
www.nachdenkseiten.de/?p=2405
+ dass wegen der neuen Rahmenbedingungen für ein Studium an der HfbK
die Bewerberzahlen für das Wintersemester 2007 "um fast 50 Prozent"
zurückgegangen seien. "Keine andere deutsche Kunsthochschule hat
einen vergleichbaren Rückgang zu beklagen" . (aus dem schreiben der
prof.)
+ die studiengebühren werden nach und nach höher werden (soweit ich
"als außenstehender" von studierenden der uni lüneburg gehört habe,
werden es dort bald 1500 € sein)
> Die Studierenden der HfbK haben keine Sonderstellung innerhalb der
> Hamburger
> Studentenschaft. Welcher Grund sollte auch darin bestehen, einen
> Kunststudenten der HfbK im Hinblick auf seine unsicheren Berufschancen
> gegenüber einem Philosophiestudenten der Universität, der häufig
> ebenfalls
> Einstiegsprobleme im Beruf hat, zu bevorzugen. Im übrigen hat der
> Kunststudent nach Abschluss seines Studiums wesentlich bessere
> Chancen,
> gefördert zu werden, als sein Kollege in der Universität.
>
es gab mal die zahl von 3%, die nach ihrem "freien kunststudium" von
der "freien kunst" leben könnten !
für außenstehende vielleicht nicht so bekannt:"Alle Bundesländer
außer Hamburg hätten die künstlerischen Studiengänge von der
Einführung des Bachelor/Master-Systems befreit. Außerdem seien die
renommierten Kunsthochschulen in Deutschland ebenfalls "nahezu
vollständig" von der Studiengebührenpflicht befreit worden. Die
Wissenschaftler nennen unter anderem die Kunstakademie Düsseldorf,
die Universität der Künste Berlin und die Kunstakademie Städel
Frankfurt." ( aus dem schreiben der prof.)
> ohne die tatsächlichen Probleme
> ansprechen zu müssen.
nun, was sind denn die tatsächlichen probleme ?
mit grüßen
von
heiner metzger
Am 30.06.2007 um 19:37 schrieb Herbert Hossmann:
> Anmerkungen zum
>
> ● offenen Brief von 19 Hochschullehren (unter etwa 40) an
> Senator Dräger
> (In brennender Sorge),
> ● zum Aufruf der Studierenden (Die Lage an der HfbK spitzt sich
> zu !!!)
> und
> ● zum Bericht von Rahel über die Versammlung der
> Boykottierenden am 25.
> 6.2006 (Die HfbK scheint heute noch die Avantgarde zumindest der
> riskantesten Entwicklungen zu sein)
>
> Der Gebührenboykott von etwa der Hälfte der Studierenden der HfbK
> wird
> meiner Meinung nach von Hochschullehrern, Studierenden und ihren
> Sympathisanten mit falschen Argumenten und verbal emotional
> hochgepeitscht
> geführt. Dies ist bedauerlich, denn es macht es den Verantwortlichen
> leicht, ihre Strategien gegen einen Teil der Studierenden und
> einen Teil
> der Hochschullehrer durchzusetzen, Offenbar wähnen sich die
> „Rebellen" in einem
> besonderem Schonraum, den sie meinen verteidigen zu müssen, doch
> diesen
> Schonraum gibt es schon lange nicht mehr. Gemerkt hat dies bloß
> niemand.
> Selbst wenn eine Exmatrikulation von rd. 300 Studierenden an der HfbK
> erfolgen sollte, könnte wirklich jemand ernsthaft glauben, dass
> dies zum
> Ende künstlerischer Hochschulausbildung in Hamburg führen muss
> oder irgend
> jemand in der Stadt aufregen wird?
>
> Die HfbK ist keine Verwahranstalt für künstlerisch hochbegabte junge
> Menschen, die die Chance erhalten, betreut von anerkannten Akteuren
> der
> Kunstszene, in einem Schonraum zu reifen, sondern eine
> wissenschaftlich
> künstlerische Hochschule, die den übrigen Hamburger Hochschulen
> gleichgestellt ist und wie diese auch, ihren Studierenden eine
> hochqualifizierte Berufsfähigkeit innerhalb eines bestimmten
> zeitlichen
> Rahmens vermitteln soll.
>
>
>
>
> Vor diesem Hintergrund erscheint es lächerlich, wenn die
> Hochschullehrer in
> ihrem offenen Brief so tun, als wenn sich erst durch die Erhebung von
> Studiengebühren die Situation der Hochschule derartig
> verschlechtert, dass
> eine renommierte Ausbildung nicht mehr gewährleistet ist. Denn Sie
> und nicht
> die Politik, sind für die Ausbildung inhaltlich verantwortlich.
> Und dass
> aus der HfbK überdurchschnittlich viele namhafte Künstler mit
> internationaler Karriere hervorgegangen sind, liegt nicht so sehr
> an der
> herausragenden Qualität ihrer Hochschullehre, sondern daran, dass
> sich die
> Hfbk in einer attraktiven Großstadt mit einem „anziehendem und
> spannendem
> sozialen Milieu" befindet.
>
> Jedenfalls kann ich dies für Anna Oppermann sagen, die nach den
> ersten vier
> Studiensemestern in der HfbK ihren Sohn bekam und danach die
> Hochschule kaum
> noch betreten konnte. An ihrer internationalen Karriere haben die
> Ausbildungsleistungen der Hochschullehrer der HfbK den geringsten
> Anteil
> gehabt. Ähnlich haben sich in jüngerer Zeit auch Fath Akin und
> Jonathan
> Meese öffentlich geäußert. Wenn Hochschullehrer der HfbK von
> individuellen
> Tragödien der betroffenen Studierenden sowie einer drohenden
> kulturellen
> Verarmung Hamburgs reden, sollten sie sich zunächst an die eigene
> Nase
> fassen, statt die Studierenden in ihrem riskantem und kindischem
> Verhalten
> zu unterstützen.
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