[echo] W.: Einladung zum Vortrag am Mittwoch, 11.7.07,
19 Uhr - Kataja Diefenbach - Verloeschen in Weiss
monkeydick-productions at arcor.de
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Mon Jul 9 21:25:07 CEST 2007
Wir freuen uns, in dieser Woche und zum Abschluss des sommerlichen Durchlaufs unserer Ringvorlesung Katja Diefenbach aus Maastricht zu Gast zu haben. Und zu folgendem Thema wird sie uns etwas erzählen:
11.7.07
Verlöschen in Weiss. Über fetischistische Wiederholung, Waren- und Körpererfahrungen
Katja Diefenbach, Jan-Van-Eyck-Academie Maastricht
Robert Olivo, der in einer Reihe von Warhol-Filmen mitgespielt hat, sagte einmal uüber das Jahr 1965: 'Dieser Moment meines Lebens war der Höhepunkt der 60er. Was für ein Jahr. Alles war Gold. Immer wenn ich zur Factory ging, war es genau der richtige Zeitpunkt. Jedes Mal, wenn ich nach Hause ging, war es genau richtig. Alle waren zusammen. Es war der letzte Augenblick einer Ära. Es war das letzte Mal, dass Speed wirklich gut war. Wir benutzen es, wir spielten damit.' Diese minoritäre Situation der 60er Jahre, an die Robert Olivo erinnert und in der für eine Subjektivierungsweise gekämpft wurde, die plötzlich und überwältigend möglich wurde - wenig Lohnarbeit, kollektives Wohnen, Drogen, die Verschiebung von Geschlechtergrenzen, die Möglichkeit, sich von der Norm eines kapitalistischen Lebens zu distanzieren, also eine Art queer Szene vor dem dissidenten Gebrauch des Wortes -, war von einer starken pro-porngraphischen, pro-fetischistischen Haltung ausgezeichnet. D
ie Leute spielten mit dem Sex-Appeal des Anorganischen, den Dingen, Blumen, Kleidern, ihrer Undurchdringbarkeit, ihrer Passiviät und Namenlosigkeit. Sie bestanden darauf, das kapitalitische Versprechen eines glücklichen Lebens minoritär einzuholen, statt sich vor dem Entfremdungspotenzial einer warenproduzierenden Gesellschaft zu ekeln. Der Vortrag beschäftigt sich mit fetischistischen Sex- Praktiken und der Frage, ob sie einen Ort namenloser Intensität konstituieren, der weder im Sinne des Freudo-Marxismus als Ort der Befreiung verstanden werden sollte, noch psychoanalytisch als vom Gesetz des Mangels bestimmt. Gleichzeitig geht es darum, Marx' Fetisch-Konzeption im ersten Band des Kapitals zu rekonstruieren, die Grenzen seiner Überlegungen zur gespenstigen Wertgegenständlichkeit Ware zu diskutieren und den Spuren zu folgen, die sein Denken des Fetischismus bei Benjamin genauso wie im Feminismus der der strukturalistischen Filmtheorie der 60er und 70er Jahre hinterla
ssen hat.
Ort und Zeit des Vortrags werden wie folgt sein :
19 bis 21 Uhr, Hörsaal F, Philosophenturm, Von-Melle-Park 5, Universität Hamburg
Ihre/ Eure AG Queer Studies
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