[echo] Kunst-therapeutisches Projekt in Bulgarien

Frau Roos Post at FrauRoos.de
Sun Jul 15 18:01:15 CEST 2007


Liebe Künstler, Freunde der Kunst und Kulturschaffende!

Bitte leitet dieses E-Mail weiter, es geht um einen Spendenaufruf für 
ein Kunst-therapeutisches Projekt in Bulgarien
welches von Lena Storjohann, einer Studentin der FH Ottersberg 
realisiert werden soll.
Für bisherige Arbeitsproben kann eine Eindruck auf 
www.myspace.com/a_level gewonnen werden oder kontaktieren Sie die 
Künstlerin persönlich
unter huepfeteile at gmx.net bzw. 0151-54 97 93 66.

Vielen Dank!

Projektbeschreibung:

Ich plane ein kunsttherapeutisches Projekt in Bulgarien und würde mich 
über deine unterstützung sehr freuen!
du kannst mir helfen, indem du
- das projekt zu spendenaufrufzwecken weiterverbreitest/ veröffentlichst
- diesen spendenaufruf an jemanden/eine institution weiterleitest, die 
dazu bereit ist, mich finanziell zu unterstützen
- mich direkt selbst finanziell unterstützt

jeder euro ist eine erleichterung und wird in dieses projekt 
gesteckt!!(anreisekosten, impfungen, material,etc.) -das Spendenkonto 
findest du am ende der projektbeschreibung

vielen lieben dank!
lena


Kurzbeschreibung des Projekts ‚Geborgenheit gestalten‘

Das Projekt ‚Geborgenheit gestalten‘ wird im integrativen Kinderzentrum 
‚Glaube, Hoffnung und Liebe‘ in Kicevo, nahe Varna, Bulgarien im 
Zeitraum vom 10. September bis 30. November 2007 stattfinden.
Die Kinder des Internats (7-12 Jahre alt) werden sich dem Thema 
‚Geborgenheit‘ zuerst malerisch nähern, dann schrittweise in den Raum 
vortasten um zuletzt ihre persönlichen Rückzugshöhlen im Gebäude zu 
erschaffen.
Die Roma-Problematik legt dieses Thema nahe, denn viele Romani-Kinder 
haben wenig Raum für Individualität, auch die Spuren des Kommunismus 
tragen noch dazu bei.
Um die Kreativität der Kinder zu fördern, arbeiten wir nach Möglichkeit 
mit nutzlos gewordenen Alltagsgütern (Zeitungen, Pappkisten, Decken, 
Altleidern), die wir gemeinsam farblich und förmlich umgestalten. Sie 
lernen dadurch die besondere Fähigkeit ihrer Kultur –das 
Improvisationsgeschick- von der schöpferischen Seite neu kennen und 
erleben, dass sie sich aus ihrer eigenen Kraft heraus Raum nehmen und 
sich schützen können.
Entscheidungen bezüglich der künstlerischen Realisation werden 
demokratisch getroffen, sofern sie nicht die Sicherheit der Kinder, die 
Hausordnung o.ä. betreffen.
Auch die Lehrer/Erzieher der Kinder werden mit eingebunden. Sie helfen 
den Kindern bei der Umsetzung ihrer Ideen einerseits und sind auch 
eingeladen, an eigenen kreativen Aufgaben zu arbeiten. Damit führe ich 
sie in unkonventionell-kreative Gestaltung und Problemlösung ein, damit 
sie diese auch nach meiner Abreise weiter an die Kinder weitergeben können.
Seinen Abschluss findet das Projekt ‚Geborgenheit gestalten‘ 
kulturtypisch in einer Feierlichkeit, bei der die Höhlen-Installationen 
der Kinder gefeiert werden und ein Erfahrungsaustausch zwischen allen 
Beteiligten und den Eltern stattfinden kann.

Ziele

Die Kinder nehmen sich selbst und andere durch das künstlerische 
Arbeiten anders wahr, lernen Qualitäten schätzen, die sie bisher in 
dieser Weise kaum kannten.
Durch den Bau improvisierter Höhlen erleben sie, dass sie sich selbst 
ohne großen finanziellen oder handwerklichen Aufwand variable, 
Geborgenheit spendende Schutzräume errichten können, die sie in ihren 
familiären Wohnsituationen selten finden.
Ihre eigene Individualität und die der anderen nehmen sie aufgrund der 
unterschiedlichen Gestaltung der Arbeiten wahr, sie werden verschiedene 
Stärken und Schwächen von sich und anderen sehen und sich gegenseitig 
helfen können.
Damit lernen sie, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Die demokratischen 
Entscheidungen schärfen ihren Sinn für Gleichberechtigung und ihr 
Gruppengefühl.
Die Fähigkeit, improvisieren zu können wird ihnen in ihrem Leben 
hilfreich sein, denn das heißt auch, gegebene Umstände mit den eigenen 
Wünschen spontan zu verquicken.
Oft wissen die Kinder nichts mit sich anzufangen, daher möchte ich ihren 
Blick für die Dinge ihres Alltags schärfen, indem ich ihnen zeige, wie 
vielfältig wahrnehmbar und einsetzbar beispielsweise ein Flaschendeckel 
oder eine Wolldecke sind. Die Qualität der verschiedenen Stoffe werden 
wir erleben und daran reflektieren, warum die eine Höhle vielleicht 
anders wirkt als eine andere. Gerade in Kinderaugen sind die Dinge noch 
lebendig und es liegt mir am Herzen, diese Lebendigkeit zu erhalten.
Im Erwachsenenalter geht sie leider oft verloren, daher möchte ich den 
Lehrern gerne nahe bringen, auf die phantasievolle, lebendige Welt der 
Kinder einzugehen und ihre Kreativität zu fördern. Ich werde dazu nicht 
Beispiele für künstlerische Konzepte referieren sondern an die 
Kreativität und Spontaneität der Lehrer selbst appellieren um sie an die 
Freude am spielerischen, künstlerischen Tun zu erinnern. Die Lehrer 
können erleben, dass die gegebenen Aufgaben sich nicht rein analytisch 
sondern nur künstlerisch bewerkstelligen lassen. Die Arbeiten werden wir 
gemeinsam reflektieren. Mit der Einbindung der Lehrer in das 
Kinderprojekt erhoffe ich mir eine Stärkung der partnerschaftlichen 
Beziehung zwischen Lehrer und Schüler und eine bleibende Begeisterung 
auf beiden Seiten, die die Kinder auch nach meiner Abreise weiterhin 
spüren werden.

Beschreibung der Situation

Das Kinderzentrum ‚Glaube, Hoffnung und Liebe‘ wird vom 
Bulgarisch-Deutschen Sozialwerk e.V. getragen, welches 1998 in Liebenau, 
Deutschland gegründet und 1999 als bulgarischer Verein beim Amtsgericht 
Varna eingetragen wurde.
Die Einrichtung befindet sich in dem Dorf Kicevo ca. 10 Kilometer von 
Varna entfernt und setzt sich für die Integration und Überwindung 
sozialer Isolierung von Kindern ein.
Während einige Kinder bulgarisch sind, haben viele eine Romani-Herkunft, 
was zumeist eine schlechte soziale Stellung der Familien bedeutet.
Ihre Situation ist brisant: Sie wohnen auf engem, schlecht isolierten 
Raum mit vielen Familienmitgliedern zusammen, haben meist kaum 
Privatsphäre und ihnen kommt kaum gute (medizinische) Versorgung zu.
Das Kinderzentrum bemüht sich um die Integration der Roma-Kinder in die 
bulgarische Gesellschaft. Durch das Projekt ‚Geborgenheit gestalten‘ 
möchte ich die Kinder an die Sicherheit erinnern, die sie in sich selbst 
tragen und ohne die sie immer wieder von der Gesellschaft an den Rand 
gedrückt werden. Sie können durch diese schöpferische Tätigkeit sehen, 
dass sie selbst die Kraft haben, ihren persönlichen Raum nach ihren 
Bedürfnissen innerhalb eines vorgegebenen Rahmens frei zu gestalten.

Ich will meine eigene Stärke - die Improvisation - und mein langjähriges 
Thema - die Geborgenheit - mit den Stärken und Themen dieser Kultur (die 
davon z.T. nicht weit entfernt sind) verknüpfen, Impulse von ihrer Seite 
aufnehmen und von meiner Seite geben um Muster aufzubrechen, ängstliche 
oder boshaft-intolerante Verschalungen zu knacken.
Die Anpassung an den europäischen Standart ohne seine eigene Kultur 
aufzugeben, das ist eine schwere Aufgabe die Kreativität, 
Selbstsicherheit und Respekt vor den Qualitäten der Anderen erfordert. 
Ich sehe in diesem Projekt die Chance, den Kindern und Jugendlichen der 
untersten Gesellschaftsschicht des ärmsten Landes Europas, die vor 
dieser Aufgabe stehen, etwas Handwerkszeug dafür mitgeben zu können.

Kostenplanung

Reisekosten 600 Euro
Unterkunft vor Ort wird gestellt
Verpflegung 400 Euro

Materialkosten 500 Euro
(Gouachefarbe, Pinsel, Draht, Kordel, Wolle,
Zangen, Kleister, Papier, Fleecedecken etc.)


Gesamt 1500 Euro


Spendenkonto:

Fachhochschule Ottersberg
Kreissparkasse Verden,
Kto. 12 019 584
BLZ 291 526 70
Verwendungszweck: Bulgarien





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