[echo] Stiftung spendiert die Studiengebühren
cornelia sollfrank
cornelia at snafu.de
Tue Jul 17 11:16:55 CEST 2007
WELT, 17.07.2007
Stiftung spendiert die Studiengebühren
Während an der Kunsthochschule vielen Studenten wegen ihres
Studiengebühren-Boykotts die Exmatrikulation bevorsteht, hat die
Hochschule für Musik und Theater still und leise einen anderen Weg
beschritten, um den musikalischen Nachwuchs zu fördern.
Einigen Studenten droht wegen des Gebührenboykotts die Exmatrikulation
Während an der Kunsthochschule vielen Studenten wegen ihres
Studiengebührenboykotts die Exmatrikulation bevorsteht, hat die
Hochschule für Musik und Theater still und leise einen anderen Weg
beschritten. Mithilfe ihrer angeschlossenen Stiftung wurden den
betroffenen 40 Studenten die Studiengebühren ersetzt. Als
Gegenleistung muss sich jeder von ihnen 25 Stunden pro Semester an
„sozial oder künstlerisch relevanten Projekten“ beteiligen, zum
Beispiel Konzerte in Altenheimen geben. „Wir haben das unkompliziert
entschieden, und für das nächste Semester ist die Unterstützung
bereits gesichert“, sagt der Stiftungsvorsitzende Professor Klaus
Stolberg. 120 Mitglieder hat die 1962 gegründete Stiftung; derzeit
bereitet Stolberg neue Projekte vor.
Als Vertragspartner der Initiative „Jedem Kind ein Instrument“ aus
Nordrhein-Westfalen hat sich die Hochschule das Ziel gesetzt, den
Musikunterricht an Hamburger Grundschulen zu verbessern und Studenten
speziell für solche Aufgaben auszubilden. „Wir fangen an mit zehn
Pilotschulen und arbeiten dabei mit der Jugendmusikschule und den
Behörden für Wissenschaft, Kultur und Schule zusammen“, sagt
Stolberg. Einen Sponsor, der dafür 100.000 Euro bereitstellt, hat er
gefunden.
In einem weiteren Projekt will die Musikhochschule nun gezielt zehn
bis zwölf musikalische Spitzenbegabungen aus den Hamburger Schulen
für drei Jahre von den Professoren an der Hochschule unterrichten
lassen: „Wir füllen damit bundesweit eine Lücke“, sagt Stolberg. Das
kostet 150.000 Euro pro Jahr, die ein Sponsor trägt.
Mit dieser Eliteförderung wird das Defizit an musikalischer
Ausbildung aufgefangen, die in den asiatischen oder osteuropäischen
Ländern früher und besser greift. Denn auch aus diesen Gründen hat
Hamburg mehr als 50 Prozent ausländische Musikstudenten.
Als letztes realisiert die Stiftung vom 4. bis 17.September einen
Meisterkurs für Streicher und Kammermusik, zu dem so berühmte Lehrer
wie Menahem Pressler eingeladen wurden. 70 Musikstudenten aus aller
Welt werden daran teilnehmen.
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