[echo] Vollversammlung der HfbK - Zeugen gesucht

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Tue Jun 12 18:29:06 CEST 2007


An Ehemalige und Interessierte:
Einladung zur Vollversammlung am Mittwoch, den 13. Juni um 14h in der 
Aula/Lerchenfeld


(1) WERDEN PRÄSIDENT UND KANZLER UNS EXMATRIKULIEREN?
(2) WERDEN SICH SENAT, LEHRENDE, MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER 
SOLIDARISIEREN?
(3) KOMMT DIE EXMATRIKULATION DER HOCHSCHULE ENTGEGEN?
(4) DIE STUDIENGEBÜHRENBEFREIUNG IST EINE INTRIGE DER PROFESSOREN UND 
PROFESSORINNEN.
(5) ODER WOLLT IHR EWIG LEBEN?


Die Studiengebühren an der HfbK Hamburg sind auf den Beschluss zur 
Änderung des hamburgischen Hochschulgesetztes durch die Hamburger 
Bürgerschaft vom 28.06.2006 und die verantwortungslose Zustimmung des 
Senates der HfbK zurückzuführen.
Ungeachtet der verschiedenen Gremien und Abhängigkeiten sind die 
Studiengebühren Ergebnis eines Prozesses, in dem die politischen 
Entscheidungsträger der Institutionen sich anmaßen über eine Zukunft zu 
bestimmen, die nicht ihre ist.
Studiengebühren und Bachelor/Master sind erst der Startschuss einer 
Entwicklung, welche die Hochschullandschaft der nächsten Jahre bestimmen 
wird. Wenn die Gebühren innerhalb der nächsten drei Jahre auf die 
anvisierten 2500 Euro angestiegen sind, werden wieder andere die Frage 
„Wie und mit wem wollen wir studieren?“ schon entschieden haben.
(2) Deshalb fordern wir die Institution der HfbK samt ihrer politischen 
Entscheidungsträger (Senat, Präsident, Kanzler, Lehrende) auf, 
öffentlich Stellung zu beziehen. Der Präsident muß sein Amt wahrnehmen 
und die Interessen unserer Hochschule nach Außen vertreten, und nicht 
wie bisher, die Interessen der Wissenschaftsbehörde in die HfbK hinein 
tragen. Das bedeutet, sein Amt als politisches zu begreifen und deutlich 
erkennbar und selbstbewußt im Interesse der Studenten zu handeln.
"Aus heutiger Sicht kann ich mir Studiengebühren für den ersten 
berufsqualifizierenden Abschluß grundsätzlich nicht vorstellen." (Martin 
Köttering im Hamburger Abendblatt am 28. Januar 2005)
Wir wehren uns gegen die Verunmöglichung eines Studiums durch permanente 
Erpressungsversuche und Unterwerfung:
Die Wissenschaftsbehörde droht dem Präsidenten mit Mittelkürzungen, wenn 
er bestimmte Umstrukturierungen nicht einführt.
1) Studierenden wird mit ihrer Exmatrikulation gedroht, sofern sie keine 
Studiengebühren bezahlen.
4) Mit der stillen Befürwortung und Durchführung der 
Studiengebührenbefreiung haben die Professoren und Professorinnen den 
Boykott sabotiert (jeder Professor hat die Möglichkeit, zwei Studierende 
für die Befreiung vorzuschlagen).
o die Studiengebührenbefreiung Unterstützung gaukelt, wird ein weiteres 
Belohnungs- und Bestrafungssystem etabliert, um uns zu selektieren und 
weiter in die gegenseitige Konkurrenz zu treiben. Es liegt nicht in 
unserem Interesse, sich mit einigen Tutorenjobs und Minimalzuschüssen 
befrieden und bis zur Handlungsunfähigkeit gegeneinander ausspielen zu 
lassen.
(3) Der mittelfristige Plan, die HfbK auf 500 Studierende zu dezimieren, 
wirft noch eine ganz andere Frage auf:
ommt die mögliche Exmatrikulation der tatsächlich am Boykott beteiligten 
Studierenden (auch wenn es nur 20 wären) der Hochschule sogar gelegen, 
da sie mit einer einzigen verwaltungstechnischen Anweisung alle 
diejenigen entfernen kann, die nicht einverstanden sind?

Der Präsident wird sich folgenden Fragen stellen:

(1) Warum beteiligt sich Ihre Kunsthochschule an der Einführung von 
BA/MA, die bereits über eine intakte Struktur verfügte, in der 
jahrzehnte lang künstlerische Forschung möglich war?
(2) Werden Sie uns exmatrikulieren?
(3) Warum vertreten Sie die Interessen der Studierenden nicht?
(4) Die Erhebung der Studiengebühren ist Selektion. Warum befürworten 
Sie Selektion?
(5) Warum befürworten Sie die Einführung von Studiengebühren an der HfbK?
(6) Wenn Ihrer Aussage nach ein Architekt mit Bachelor ein Architekt 
zweiter Klasse ist, was ist dann eine Künstlerin ohne Master? (Hamburger 
Abendblatt, 23. September 2004)
(7) Was verstehen Sie unter Wettbewerbsfähigkeit im Bezug auf eine 
Kunsthochschule?
(8) Warum wollen Sie Scherge eines Kontrollsystems wie BA/MA sein?
(9) Von Ihnen stammt die Behauptung, dass Künstler, Werke und 
Austellungsmacher dann entbehrlich sind, wenn zeitgenössische Kunst 
Bestätigung gesellschaftlicher Parameter ist. Die Einführung des BA/MA 
selbst ist eine Bestätigung gesellschaftlicher Parameter - wie soll ein 
Kunststudium unter diesen Bedingungen möglich sein?
Was ist Ihre Utopie?
(10) Warum suchen Sie die Zuneigung des Senators und nicht die der 
Hochschule? Warum werden die Entscheidungen nicht in der Hochschule 
getroffen?
(11) Warum hat der Hochschulsenat unter Ihrem Vorsitz der Einführung von 
Studiengebühren nicht widersprochen?
(12) Vor wenigen Monaten wurden Sie in Ihrem Amt als Präsident 
konkurrenzlos bestätigt. Verstehen Sie das unter Wettbewerbsfähigkeit?
(13) Glauben Sie die Interessen der Studierenden zu vertreten?
(14) Auf welcher Basis haben Sie bereits im Frühjahr 2007 einen Teil der 
erhofften Studiengebühren verplant, obwohl sich in Hamburg und 
bundesweit eine studentische Opposition gegen Studiengebühren gebildet hat?
(15) Warum wird der Bachelor als erster „berufsqualifizierender“ 
Abschluß nicht wie z.B. eine handwerkliche Lehre vergütet?
(16) Wenn Kunsthochschule kein Ausgangspunkt von Veränderung mehr ist, 
was halten Sie dann von dem Vorschlag, die Hochschule in eine Firma 
umzuwandeln, die internationale Kunstmessen beliefert?
(17) In einem Vortrag im Kunstverein sprachen Sie im Zusammmenhang mit 
Kunsthochschulen von Leuchttürmen. Was hatte das mit der HfbK zu tun?
(18) „Also nehmen wir an, wir säßen in der Hochschule für bildende 
Künste, sind über dem Atlantik, es ist drei Uhr morgens, und da meldet 
sich der Kapitän über Lautsprecher … ‚the Captain is speaking: Ich habe 
eine gute Nachricht und eine schlechte Nachricht. Die gute Nachricht 
ist, wir haben einen Rückenwind von 300 Stundenkilometern, unsere 
Geschwindigkeit ist zwölfhundert Kilometer in der Stunde, das ist sehr 
schnell. The bad news is, unsere Navigationsinstrumente sind alle 
ausgefallen, wir wissen nicht, wo wir sind, und wir wissen nicht, wohin 
wir fliegen.‘“ (frei nach Joseph Weizenbaum)
Was ist Ihre gute Nachricht?



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