[echo] Große Frauen: Sophie Scholl, meine Oma und ein Seitenhieb
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Thu Mar 8 09:10:32 CET 2007
ein beispiel von einigen. respekt auch an dieser stelle an meine oma,
die vor dem nichts stand, als sie wieder aus dem keller stieg. ob meine
oma allerdings begeistert wäre von einnem besuch im int. maritimen
museum in spe, wage ich zu bezweifeln!
oli
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Special Internationaler Frauentag 2007
Große Frauen: Sophie Scholl | Die Patriotin als Heldin
Wie kaum eine Andere bewies Sophie Scholl Mut und sorgte so dafür, dass
im deutschen Namen ein kleiner Rest Würde bewahrt wurde.
Sophie Scholl wurde keine 22 Jahre alt, und dennoch gilt sie bis heute
als eines der großen Vorbilder ganzer Generationen.
Dabei genießt Sophie Scholl heute einen Heldenstatus, der über die
Anerkennung für ihre Mitstreiter im Zirkel der Widerstandsgruppe „Weiße
Rose“ hinausgeht. Der selbstlosen Sophie Scholl selbst wäre das wohl
unangenehm gewesen, da sie ihre Leistungen sicher nicht höher als die
ihrer Mitstreiter eingeschätzt hätte. Die waren in der Regel allerdings
Männer und Todesmut gilt auch noch im 21. Jahrhundert als männliches
Privileg.
Die Antithese dazu ist Sophie Scholl und deswegen verdient sie in
besonderem Maße Ehre: Obwohl ihr Bruder Hans sie immer aus der „Weiße
Rose“ heraushalten wollte, drängte sich die unerschrockene Sophie
regelrecht in die Gruppe hinein. Als sich ganze Volk wegduckte,
beteiligte sie sich an der lebensgefährlichen Herstellung und
Verbreitung der kritischen Flugblätter, die im deutschen Namen einen
kleinen Rest Würde bewahrten.
Die in München, Köln, Stuttgart, Berlin und Wien verteilten
Flugschriften erinnerten die Menschen in unmenschlichen Zeiten an jene
Prinzipien der Humanität, die inzwischen als selbstverständlich gelten.
Als Sophie Scholl am 18. Februar 1943 schließlich gemeinsam mit ihrem
Bruder in der Münchner Universität bei einer Flugblattaktion gefasst und
der Gestapo übergeben wurde, bewies sie ihre Integrität in nahezu
übermenschlicher Weise: Den Tod vor Augen schützte sie ihre Freunde
konsequent und stellte sich selbst als Hauptakteurin dar.
Dies der breiten deutschen Öffentlichkeit noch einmal in Erinnerung
gerufen zu haben, ist das Verdienst von Julia Jentsch. Die als Sophie
inzwischen zu Starruhm gelangte Jentsch stellte die Widerstandskämpferin
in Marc Rothemunds Streifen „Sophie Scholl – die letzten Tage“ derart
überzeugend dar, dass sie einen „Silbernen Bären“ als beste Darstellerin
bei der Berlinale 2005 und eine Oscar-Nominierung ergatterte.
Der Film löst noch immer Betroffenheit aus, aber er befremdet den
heutigen Betrachter zum Teil auch: Denn Sophie Scholls Antrieb lag zu
einem gewichtigen Teil in einem festgefügten Wertesystem mit einem
kräftigen Schuss Patriotismus, der uns heute nicht zuletzt wegen des
Nationalsozialismus obsolet erscheint. Zwar gebiert auch die heutige
Zeit nationale Helden, die ihren Auftritt in diversen Sommer- und
Wintermärchen haben. Ob es den Tiefgang einer Sophie Scholl in der
Spaßgesellschaft aber noch geben könnte, erscheint dem Betrachter von
Rothemunds Film irgendwie zweifelhaft.
Insofern ist es gut zu wissen, dass auch Sophie Scholl noch ihren Platz
in unserer Zeit hat und an ihrem 60. Todestag am 22. Februar 2003 mit
einer Büste in der Regensburger Ruhmeshalle Walhalla geehrt wurde.
Die Deutschen leben heute in allem Wohlstand in einem freien
Rechtsstaat. Das Andenken an eine Frau zu bewahren, die in einer sehr
viel schwierigeren Zeit zur Heldin wurde, ist das Mindeste was Sophie
Scholl an einem Tag wie dem Internationalen Frauentag von ihren
Landsleuten gewährt werden kann.
(sueddeutsche.de Von Paul Katzenberger)
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