[echo] c&v_Vol # 1: Wahrheitsbehauptungen
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copyfake at yahoo.de
Sun Mar 11 12:21:13 CET 2007
Das Künstlerhaus Hamburg, F for Frise und das
Abbildungszentrum
Arnoldstrasse 26, 22765 Hamburg-Ottensen
laden ein/You are cordially invited :
Mi, 14. März, 20.30 Uhr
"Während der Skandal des Situationistischen Films noch
im Zweck der Entfremdung gesehen wurde, nicht jedoch
im Verfahren der Zweckentfremdung selbst, gilt heute
jeder, der die blossen Eigentumsrechte an den Bildern,
aus denen das Spektakel sich zusammensetzt, ignoriert,
als "Verbrecher"."
Sebastian Lütgert, 2004
Felderfilmarchiv: Dokumentarische Beschwichtigungen
(III)
Pathescope Productions, Symptoms in Schizophrenia,
1940, 14 min
Werner Herzog, Lektionen in Finsternis, 1992, 50 min
Techfilm Moskau, Experiments in the Revival of
Organisms, 1940, 20 min
Moody Institute of Science, Mystery of time, 1957, 27
min
Artavazd Pelechian, Les Habitants, 1970, 9 min
Im Tausch gegen eine zur Veranstaltung mitgebrachte
DVD-R erhält jeder eine mit den Filmen gebrannte DVD.
www.frise.de/fake
Ab 19 Uhr ist die Ausstellung "Wahrheitsbehauptungen"
geöffnet
Mi, 21. März, 20.30 Uhr
Wir lauschen dem Original - Hörstück und weiteres
H.G. Wells - War of the Worlds in der Fassung von
Orson Welles, 1938
Vol # 1: Wahrheitsbehauptungen
Bilder lügen. Jeder weiß das. Doch der Glaube ist
stärker als das Wissen, zum Glück: es ließe sich
behaupten, dass Bilder, Kraft ihrer Existenz
(Wahrhaftigkeit), immer wahr seien. Gilt das
gleichermaßen für weite Felder der Kunst, so die
These, wären Kunstwerke also ontologische
Wahrheitsbehauptungen. Nach wahr oder unwahr,
authentisch oder erfunden, zu fragen lohnt demnach
wenig. Spannender, wenn man sich vergegenwärtigt, dass
alle Bilder bevorzugt als Abziehbilder dessen wahr
genommen werden, was als Wunsch oder Angst derjenigen,
die vor dem Kunstwerk steht, längst eingebrannt ist.
In der Ausstellung werden Positionen vorgestellt, die
an exotischen Wunschvorstellungen weiter stricken, die
bis ins Reich des Märchenhaften weisen: wenn die
steinerne Präsenz Jahrtausende alter Überlieferungen
aus dem Reich der Mitte sich in zerknülltem
Zeitungspapier materialisiert, wenn die Schilderung
arabischer Nächte den Prinzen Ali Reza Gestalt werden
lässt oder wenn die Generation derer, vor denen sie
von ihren Eltern immer gewarnt worden sind, ihren
Traum von Freiheit auslebt.
Zur Ausstellung eingeladen sind Dörte Hausbeck, Jeanne
Faust sowie Romeo Grünfelder.
Dörte Hausbeck zerknüllt Zeitungspapier und nennt es:
"der Berg da". Und tatsächlich ist der Berg da. Das
hängt damit zusammen, dass vor dem künstlerischen Akt
des Zerknüllens von Zeitungspapier ein intensives
Studium chinesischer Landschaftsgärten eine
Sensibilität und Einfühlung hat reifen lassen lassen,
die eine Unterscheidbarkeit zwischen Konzentration und
genialistischer Geste spürbar werden lässt.
Jeanne Fausts Arbeit "Richard, I owe You one" versetzt
mit zwei scharfen Schnitten an Reproduktionen einer
Arbeit von Richard Prince ein Wertesystem, das unserer
Wahrnehmung als Bestandteil des amerikanischen Traums
eingebrannt ist.
Romeo Grünfelder erzählt in "Shahrzadeh Scampolo" von
Scampis unbeschreiblicher Romanze mit dem Prinzen Ali
Reza Pahlehvi in der Wüste Dasht-e-Kavir bei Vollmond:
ein orientalischer Traum. Jedes Bemühen um
Orientierung wird unmöglich wegen eines simplen
Drehers auf der Tonebene.
Copieren und Verfälschen
Jeden Mittwoch ab 19 Uhr ge?ffnet.
Beginn des Begleitprogramms jeweils ab 20.30 Uhr
FRISE, Künstlerhaus Hamburg + Abbildungszentrum,
Arnoldstr. 26, 22765 Hamburg, www.frise.de/fake
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