[echo] 'We are all Army', Videoscreening, 29. März, 19 Uhr, Insert 2, Kunstverein
Eva Birkenstock
evabirkenstock at yahoo.com
Tue Mar 27 14:49:31 CEST 2007
INSERT 2
The Israeli Center for Digital Art Holon
24. März bis 6. Mai 2007
Einladung zur ersten Veranstaltung am Donnerstag, den
29. März 2007 um 19 Uhr (in engl. Sprache)
'WE ARE ALL ARMY'
Screening mit Arbeiten von Avi Mograbi, Ruti Sela &
Ma'ayan Amir, Yossi Atia & Itamar Rose,
Doron Solomons und Yael Bartana
Ein Teil des Mythos um den Ruhm der israelischen
Armee, auch Volksarmee genannt, ist eng mit der Idee
der Solidarität zwischen der Armee und ihren Bürgern
verbunden Wir alle sind die Armee. Dieser
elementare Militarismus in einem Staat, der sich als
westliche Demokratie bezeichnet, kann als Einzelfall
betrachtet werden, denn in Israel gibt es keine klare
Trennung zwischen der Zivilgesellschaft, dem Staat und
seiner Armee.
Obwohl die Israeli Defense Force (IDF) noch von
vergangenen Ruhmestaten zehrt, insbesondere dem Sieg
im Krieg von 1967, ist es heutzutage zunehmend
verbreitetet, sie zu kritisieren und zu hinterfragen.
Diese Entwicklung deutet jedoch nicht auf eine neue
Ausrichtung der israelischen Gesellschaft von einer
stark militarisierten hin zu einer moderateren
Zivilgesellschaft. Die israelische Bevölkerung, deren
kollektive Identität stark vom Militarismus geprägt
ist, ist weiterhin als nationalistisch-patriotisch zu
bezeichnen. Die Rolle des Militärs ist bei der
Konstruktion einer jüdisch-israelischen Identität
sowie Nationalität immer noch von großer Bedeutung.
Dies manifestiert sich in einem kriegerischen
Ritualismus, der Aufnahme von Natur und Religion in
die nationale Ikonographie und der Betonung der damit
verbundenen Symbole im öffentlichen Raum.
Der starke Einfluss des israelischen Militarismus
bildet den Schwerpunkt der im Screening präsentierten
Videoarbeiten. Künstler hinterfragen Stellung und
Rolle der Armee sowie die Art und Weise, sie zu
erhalten und in der israelischen Identität zu
manifestieren.
Nach einer kurzen Einführung von Galit Eilat (Israeli
Center for Digital Art), werden folgende Videoarbeiten
gezeigt: Details 1&2 - Avi Mograbi (2004, 9'23),
Beyond Guilt 1 - Ruti Sela & Ma'ayan Amir (2003, 9'),
Rape in the Airforce, 2006 - Yossi Atia & Itamar Rose
(5'06), Father - Doron Solomons (2002, 12')
Shirutrom Take Away - Yossi Atia & Itamar Rose (2006,
8'16), A Declaration - Yael Bartana (2006, 7'43),
Check Point in the Shopping Mall - Yossi Atia & Itamar
Rose (2006, 6)
INSERT 2: THE ISRAELI CENTER FOR DIGITAL ART HOLON
Im Rahmen der Reihe INSERTS stellt der Kunstverein in
Hamburg vom 24. März bis zum 6. Mai 2007 die Arbeit
des Israeli Center for Digital Art vor. Das Israeli
Center bildet eine dynamische Plattform um
zeitgenössische Kunst zu reflektieren, sie zu
erforschen, zu präsentieren und zu produzieren.
Gleichzeitig bietet es einen Raum des Austauschs für
Gegenwartskünstler, Kuratoren, Kritiker und eine
breitere Öffentlichkeit. Seit seiner Gründung als
Einraumgalerie im Jahre 2001 in einem verlassenen
Schulgebäude im Industriegebiet Holons, ist das
Israeli Center innerhalb der letzten fünf Jahre rapide
gewachsen. In dem Anliegen Diskurse innerhalb der
israelischen Bevölkerung anzuregen, widmet sich das
Center in einem signifikanten Teil seiner Arbeit
Kunstprojekten, die Fragen bezüglich Identität,
Ethnizität, Nationalismus und Kulturaustausch
diskutieren. Die alles überspannende Frage lautet
dabei: Welche Möglichkeiten haben Kunstinstitutionen,
die unberechenbaren Bedingungen von Kultur und Politik
zu reflektieren und auf diese zu reagieren?
Präsentiert wird unter anderem Mobile Archive, eine
offene Videobibliothek mit über 1.200 israelischen und
internationalen Künstlervideos. In Hamburg, der ersten
Station einer dreijährigen Archivreise, besteht somit
die Gelegenheit, eigens aus dem Archivbestand
ausgewählte Videoarbeiten anzuschauen. Zusätzlich
zeigt der Kunstverein eine Variation der bisher nur in
Israel präsentierten Ausstellung Forbidden Games
(Verbotene Spiele). Sie wurde erstmalig kurz nach Ende
des Libanonkrieges im Israeli Center for Digital Art
vorgestellt, um zu untersuchen auf welche Weise
Computerspiele Ideologien der Kulturen reflektieren,
in denen sie produziert werden, wie sie zu
Propagandainstrumenten werden können und im Rahmen des
gegenwärtigen Krieges gegen Terror am Kulturkampf
zwischen dem Westen und der muslimischen Welt
beteiligt sind. Da diese Fragestellungen nicht nur den
Mittleren Osten betreffen, sondern zunehmend auch in
anderen Regionen der Welt eine bedeutende Rolle
spielen, wurden sie in der Hamburger Ausstellung in
erweiterter Form aufgegriffen, um sie auch außerhalb
Israels einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Die Auswahl der Spiele konfrontiert mit einem anderen
Blick auf die gegenwärtigen politischen Verhältnisse
des Krieges und der Repräsentation dieser in den
Computerspielen beider Welten, der westlichen und
der arabischen. Darüber hinaus wird untersucht,
welchen Einfluss die Spielindustrie als dominantes
Ideologie- und Propagandainstrument auf Jugendliche in
westlichen Gesellschaften hat. Im Gegensatz zu
regulären Spielausstellungen beinhaltet die
Ausstellung jedoch nicht die allerneusten Produktionen
dieses Sektors. Forbidden Games präsentiert vielmehr
Videospiele, die von Medienaktivisten, Akademien,
ideologischen Gruppierungen und Unternehmen -
unabhängig von der Unterhaltungsindustrie - als
Instrument zur kritischen Hinterfragung politischer
und sozialer Probleme produziert und verbreitet
wurden. Die von den Spielen der Ausstellung
aufgezeigte Alternative manifestiert sich in ihrem
politischen und ideologischen Inhalt sowie
gleichzeitig durch die Anregung einer erneuten
Betrachtung des dem Medium inhärenten Potentials.
Gezeigt werden Kriegspiele, die alternative
Erzählstrukturen und Inhalte verfolgen und in
Opposition stehen zu den in der westlichen Presse
präsentierten Bildern. Es handelt sich um, Netzspiele,
die als politische Satire auf aktuelle Konflikte wie
dem Golfkrieg agieren, bis hin zu Spielen, die von
Aktivisten entwickelt wurden um die in der
gegenwärtigen Weltpolitik vorherrschende Ideologie zu
kritisieren.
Konzept des Inserts: Eva Birkenstock, Eyal Danon,
Galit Eilat
Aktuelle Ausstellung im Obergeschoss bis 6. Mai 2007
THIS PLACE IS MY PLACE BEGEHRTE ORTE
Yael Bartana, Ursula Biemann, Armin Linke, Dan
Perjovschi, Marjetica Potrc, Sean Snyder und Yuk King
Tan
Führungen an jedem Donnerstag um 18 Uhr
Yilmaz Dziewior: 05.04./26.04.2007
Meike Behm: 03.05.2007
Corinna Koch: 12.04.2007
Eva Birkenstock: 29.3./19.04.2007
Öffnungszeiten: Di. So. 11 18 Uhr, Do. 11-21 Uhr
Eintritt 5,- Euro , ermäßigt 3,- Euro, Mitglieder
frei
Kunstverein in Hamburg Klosterwall 23
20095 Hamburg www.kunstverein.de
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http://tv.yahoo.com/collections/265
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