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Filmveranstaltung zum Keynesianismus im Buttclub, 06.Mai 07,
16.30 Uhr
Sabine Falk
sabineundfalk at web.de
Tue May 1 08:55:43 CEST 2007
Historisches Feature zu John Maynard Keynes und dem "Keynesianismus"
Der Lesebutt lädt ein am Sonntag, den 06.Mai 2007 um 16.30 Uhr zu einem etwa
einstündigen Filmfeature über den Ökonomen John Maynard Keynes. Der
Viktorianer und Liberale Keynes gilt als "Erfinder" der staatlich
regulierten Marktwirtschaft. Er entwickelte anläßlich der
Wirtschaftsdepression der 20er Jahre eine Theorie, die der Arbeitslosigkeit
und Inflation entgegen wirken sollte und bis heute wissenschaftliche
Gültigkeit hat, aber in den 70er Jahren von den Monetaristen ausgehebelt
wurde. Deren Supermann des Neoliberalismus, Milton Friedman, kommt auch zu
Wort. Friedman resümiert vor der Kamera die bleibende Bedeutung Keynes aus
seiner Sicht, 40 Jahre nach dessen Tod im Jahr 1946 und bewertet z.B. sein
Propagieren von Intellektuellen an Regierungsbeteiligungen als schädlich.
Der Film spannt einen zeitlichen Bogen vom etablierten Kapitalismus im
England gegen Ende des 19.Jh, nach Abschluß der Industrialisierung bis hin
zum bereits zunehmend deregulierten Markt der 80er Jahre weltweit. Theodor
Roosevelt, Winston Churchill, John F.Kennedy u.a. begegnen uns dabei.
John M. Keynes wird zu den Verhandlungen des Versailler Vertrags als Berater
in Sachen Reparationsleistungen, als Experte für Kriegsschulden dazu geholt.
Er kritisiert und verwirft aber die Ansprüche der Siegermächte, die seiner
Meinung nach den Kriegsverlierer für immer verschuldet und handlungsunfähig
zurücklassen und verlässt im Eklat Versailles. Aus dieser Kritik entwickelt
Keynes später die für die allgemeine Wirtschaft gültige Befürwortung einer
Senkung des Leitzins, damit die Schuldner auf diese Weise begünstigt würden.
Eine einseitige Begünstigung der Gläubiger würde nach Keynes zu Anhäufung
von Reichtum führen und damit zwangsläufig zu einer Wirtschaftsflaute und
Arbeitslosigkeit.
Begriffe wie "der unfreiwillige Charakter von Arbeitslosigkeit" , der
"Keynesche Multiplikator" , "Stagflation" und viele andere mehr werden von
französischen und amerikanischen Wirtschaftsexperten gut verständlich
erklärt. Trotzdem würde sich
vermutlich das Zurückspulen mancher Interviews lohnen...
Wir freuen uns über zahlreiche Sonnenflüchter, die den Schatten der
Clubräume suchen und einer alten Utopie folgen wollen, inklusive den Gründen
ihrer Vereitelung.
Bis dahin,
Gruß,
Sabine
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