[echo] Fwd: FSK Pressemitteilung im Kontext der Hausdurchsuchungen
Adriane Steckhan
madamesteckhan at gmx.de
Sun May 13 12:28:39 CEST 2007
Etwas verspätet, aber dennoch: So steht es also mit der
Pressefreiheit in Hamburg, rechtlich steht das doch auf keiner
Grundlage...
Grüße Adriane
> Betreff: FSK Pressemitteilung im Kontext der Hausdurchsuchungen
>
> Hamburg, 09.05.2007
>
> Hamburger Polizei und Bundesanwaltschaft reden nicht mit kritischer
> Presse
>
> Die Bundesanwaltschaft ließ heute (Mitw. 09.05.07) im Rahmen von 2
> Ermittlungsverfahren aufgrund von Durchsuchungsbeschlüssen des
> Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofes u.a. auch Objekte in
> Hamburg (z.B. Rote Flora im Schanzenviertel) durchsuchen.
> Zur Information für die Presse wurden dazu Termine im
> Polizeipräsidium Alsterdorf anberaumt.
>
> Um 14 Uhr fand sich unsere Mitarbeiterin im Polizeipräsidium
> Alsterdorf ein, um dort nähere Informationen über die
> Durchsuchungen durch BKA und Bundesanwaltschaft in Hamburg zu
> bekommen. Durch die Pressestelle war ihr zuvor angekündigt worden,
> dass es die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch mit der
> Vertreterin der Bundesanwaltschaft, Frau Dr. Kneuer geben würde,
> allerdings ohne dieses Gespräch mitzuschneiden. Im Präsidium
> warteten bereits mehrere JournalistInnen verschiedener Fernseh- und
> Rundfunkstationen (u.a. NDR, HH1, RTL, ntv, Reuters).
> Offensichtlich galt für diese nicht das Verbot, O-Töne
> aufzuzeichnen: sie führten Fernsehkameras und Tonaufnahmegeräte mit
> sich. Darauf angesprochen, teilte der diensthabende Polizeisprecher
> Herr Schöpflin mit, dass es der Polizei offen stände, wie sie ihrer
> Informationspflicht gegenüber der Presse nachkomme und dass sie
> gegenüber FSK keine O-Töne zulassen würden. Dies wurde später durch
> Frau Leven von der Pressestelle bestätigt. Begründung: das
> Vertrauensverhältnis zu FSK sei durch mehrere Interviews in der
> Vergangenheit gestört. Auf den Einwand, dass die zwei genannten
> Vorfälle Jahre zurück liegen und es mehrere Redakteure bei FSK
> gebe, wurde nicht eingegangen. Wenig später wurde dann mitgeteilt,
> dass Frau Kneuer mit dem FSK gar nicht sprechen wolle. Ein Gespräch
> kam nicht zustande.
>
> Informationspflicht gibt es für die Hamburger Polizei und die
> Bundesanwaltschaft kritischen Medien gegenüber offenbar nicht. So
> musste FSK heute erfahren, dass das „Vertrauensverhältnis“
> zwischen Polizei und Sender unter anderem durch insistierendes
> Nachfragen eines FSK Redakteurs bei einem Interview zerstört wurde.
> Der Zugang zu O-Tönen und Hintergrundgesprächen wird also jenen
> verwehrt, die sich nicht mit den Standarterklärungen der Hamburger
> Polizei abspeisen lassen.
>
>
> Für die Anbieterinnengemeinschaft im FSK e.V.
> Erhard Wohlgemuth
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