[echo] Eroeffnung Nine Budde, Sonntag, 20.05.2007, 19 Uhr/// please scroll down for the english version /// Aktualisierungsraum Hamburg Nine Budde – Vom Winde verweht 20. Mai bis 17. Juni 2007 Eroeffnung. Sonntag. 20.05.2007. ab 19 Uhr. Nine Budde filmt, konstruiert, baut, zeichnet, naeht, performt; sie arbeitet mit den Medien, die notwendig sind, um ihre Erzaehlungen zusammenzusetzen. Die Berliner Kuenstlerin waehlt ihre Ausgangspunkte aus den weit verstreuten Entwicklungsstraengen der Kultur(industrie) des 20. Jahrhunderts, aus ihren Irrwegen: den Jugendkulturen, den sozialen Kaempfen und Alltagsritualen. Diese fuegt Budde neu zusammen, uebersetzt Vergangenes in Gegenwaertiges und entgegengesetzte Segmente der Alltagskultur ineinander. Dadurch bringt Budde in ihren Arbeiten die gesellschaftlichen Positionen von Macht und Ohnmacht in eine neue Konstellation. Im Aktualisierungsraum zeigt Budde eine neue Videoinstallation, die sich auseinandersetzt mit zentralen Positionen feministischer Kunst seit den 1970ern. Die Charaktere und Fragmente aus Arbeiten von Rosa von Praunheim, den Guerilla Girls, Joan Jonas, Barbara Kruger, Dara Birnbaum, Mary Beth Edelson, Ana Mendieta, Jenny Holzer und Martha Rosler werden in Buddes Video oft woertlich und dadurch gegenlaeufig wiederholt. Genau durch dieses Vorgehen wird die zeitliche Lücke zwischen ihrem ersten Auftauchen und Buddes Aktualisierung klar sichtbar. Eine Frau wandert im Video durch die Stadt und die Natur in ihr. Dabei begegnet sie feministischer Kunst der 60er bis 90er Jahre, die von anderen Frauen nachgestellt und in unterschiedlichen Formen wiederholt wird. Doch waehrend all diese Positionen eine Kollektivitaet denken, eine gemeinsame Identitaet als Frau, bleibt die Spaziergaengerin passiv. Ihre eigene Positionierung ist selbstbestimmt, aber gleichzeitig distanziert und individualisiert. Die Anknuepfungspunkte zum damaligen Kollektiv scheinen verloren zu sein. Die heute teilweise fremden Produktionen der Kuenstlerinnen werden in der Gegenwart von Aussagen zu Fragen, denn der feministische Diskurs, aus dem sie entstanden, hat sich seither massgeblich veraendert. An die Stelle der Feministischen Theorie traten die Queer Studies und beider Verhaeltnis steht im Zentrum einer Debatte um die Frage nach den gegenwaertigen Wegen der Emanzipation. Am 02. Juni wird im Aktualisierungsraum ein Workshop stattfinden, der sich mit den Gegensaetzen und Entwicklungen auseinandersetzt. Er thematisiert die feministischen Bilder, die Budde im Aktualisierungsraum in die Gegenwart rueckt und diejenigen Bilder, die nicht vorkommen, die zwischen damals und heute dazwischen traten. Der Aktualisierungsraum Der Aktualisierungsraum ist ein nicht-kommerzielles Kunst- und Ausstellungsprojekt in Hamburg, initiiert von Nina Köller (Berlin) und Kerstin Stakemeier (Hamburg). Er handelt von der Gegenwart derjenigen Vergangenheit, die unabgeschlossen blieb und blickt zurueck aus einem bestimmten Interesse: die Vergangenheit soll nicht an die Gegenwart verloren gegeben werden. Stattdessen werden Fragmente der Vergangenheit im Raum aktualisiert. Ueber einen Zeitraum von zwoelf Monaten werden zwoelf KuenstlerInnen, KuenstlerInnengruppen, MusikerInnen und andere ProduzentInnen eingeladen, je für einen Monat eine Aktualisierung zu realisieren. Geplant sind unter anderem Projekte mit Melvin Moti (Rotterdam), School of Zuversicht (Hamburg), Ben Watson und Thomas Baldischwyler (London/Hamburg), Ginger Brooks Takahashi, Ulrike Mueller (New York), Lasse Schmidt Hansen (Frankfurt) und Alena Meier (Berlin), Katrin Bahrs, Ruth May, Susanne Winterling (Hamburg/Berlin), sowie Alexandra Bircken, Nicole Wermers (Koeln/Hamburg/London). In jedem Monat wird zu dem jeweiligen Projekt ein eintaegiger Workshop stattfinden, der das politische und kuenstlerische Produktionsumfeld des Aktualisierten und der Aktualisierung, der Historie und der Gegenwart, aufarbeitet. Beide werden im Archiv dokumentiert und miteinander verbunden. Neue rote Faeden sollen durch die (Kunst)Geschichte gesponnen werden. An der Universitaet Lueneburg findet ein projektbegleitendes Seminar mit StudentInnen der Kulturwissenschaft statt, in dem gemeinsam weitere Aktualisierungen erarbeitet und ausgefuehrt werden. Der Aktualisierungsraum wird gefoerdert durch die Stiftung Kunstfonds und die Hamburgische Kulturstiftung. Aktualisierungsraum Talstrasse 17 20359 Hamburg www.aktualisierungsraum.org Oeffnungszeiten Dienstags und Samstags 16 - 19 Uhr und nach Vereinbarung >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> Space for Actualisation Nine Budde – Gone with the Wind May 20 until June 17. 2007 Opening. Sunday. May 20. 2007. from 7 pm. Nine Budde films, constructs, builds, draws, sews and performs. She works in any media necessary to recount her narrations. The berlin-based artist chooses her points of departure from the culture(industry) of the 20th century, from its detours: the youth cultures, the social fights, the rituals of the everyday. Those fragments are taken up by Budde to be translated into its original counterparts and sideways. In this, Budde brings social positions of power and powerlessness into new constellations. In the Space for Actualisation, Budde will show a new installation, a film which is addressing central positions of feminist art since the 70s. The characters and fragments of those today iconic works of Rosa von Praunheim, the Guerilla Girls, Joan Jonas, Barbara Kruger, Dara Birnbaum, Mary Beth Edelson, Ana Mendieta, Jenny Holzer and Martha Rosler here are taken literally and in that become counterrogated. It is in exactly that that the timespan between the first appearances of those works and Budde’s actualisations become obvious. In the video, a woman wanders through the cityscape and the nature in it. She encounters feminist art produced between the 60s and 90s, re-enacted by other women in different forms. But while all these positions imply forms of collectivism, a joint female identity, the wanderer remains passive. Her own positioning is self-determinated but at the same time distanced and individualised. The connecting factors with the past collective seem to have vanished. Those works of reference, which today seem to be so far away, are here turned from declarations into questions, because the feminist discourse itself changed radically. Queer Studies took the place of Feminist Studies and both relation today is at the center of a debate on the current positioning of emancipation. On the 2nd of June a workshop will be held in the Space for Actualisation, which is working out those oppositions and developments, taking into account those images of feminism Budde relates to and those she left out which took shape between than and now. The Space for Actualisation The Space for Actualisation is a non-commercial art- and exhibition project in Hamburg, initiated by Nina Koeller (Berlin) and Kerstin Stakemeier (Hamburg). It deals with the present of that past, which remained unfulfilled, and looks back onto it with one specific interest: to not allow the loss of the past to the present. Instead fragments of the past will be actualised in the space itself. Over a time-span of twelve months, twelve artists, artist-groups, musicians and other producers are invited to, each for one month, realise an actualisation. A fragment is dissected from its role in historicity – an artwork, an invention, an event, a song – to pull it into the present, to find out what the consequences of its actualisation are. Projects are planned with Melvin Moti (Rotterdam), School of Zuversicht (Hamburg), Ginger Brooks Takahashi, Ulrike Mueller (New York), Ben Watson and Thomas Baldischwyler (London/Hamburg), Lasse Schmidt Hansen (Frankfurt) and Alena Meier (Berlin), Katrin Bahrs, Ruth May, Susanne Winterling (Hamburg/Berlin), Alexandra Bircken and Nicole Wermers (Cologne/Hamburg/London) and others. In each month a one-day workshop will be held which deals with the political and artistic setting of the production of both, the actualised and the actualisation. History and present here are enfolded to be both documented and newly connected. New threads are mapped out in (art)history. At the cultural studies department of the University of Lueneburg a seminar will be held which accompanies the project, in which a wider range of actualisations is to be worked out and realised. The Space for Actualisation is kindly supported by Stiftung Kunstfonds and Hamburgische Kulturstiftung. Space for Actualisation Talstr. 17 20359 Hamburg www.aktualisierungsraum.org Opening Hours Tuesday and Saturday 4–7 pm and by appointment >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >>
Kerstin Stakemeier
non_sign at gmx.de
Tue May 15 22:44:39 CEST 2007
/// please scroll down for the english version ///
Aktualisierungsraum Hamburg
Nine Budde – Vom Winde verweht
20. Mai bis 17. Juni 2007
Eroeffnung.
Sonntag. 20.05.2007.
ab 19 Uhr.
Nine Budde filmt, konstruiert, baut, zeichnet, naeht, performt; sie
arbeitet mit den Medien, die notwendig sind, um ihre Erzaehlungen
zusammenzusetzen. Die Berliner Kuenstlerin waehlt ihre Ausgangspunkte
aus den weit verstreuten Entwicklungsstraengen der Kultur(industrie)
des 20. Jahrhunderts, aus ihren Irrwegen: den Jugendkulturen, den
sozialen Kaempfen und Alltagsritualen. Diese fuegt Budde neu
zusammen, uebersetzt Vergangenes in Gegenwaertiges und
entgegengesetzte Segmente der Alltagskultur ineinander. Dadurch
bringt Budde in ihren Arbeiten die gesellschaftlichen Positionen von
Macht und Ohnmacht in eine neue Konstellation.
Im Aktualisierungsraum zeigt Budde eine neue Videoinstallation, die
sich auseinandersetzt mit zentralen Positionen feministischer Kunst
seit den 1970ern. Die Charaktere und Fragmente aus Arbeiten von Rosa
von Praunheim, den Guerilla Girls, Joan Jonas, Barbara Kruger, Dara
Birnbaum, Mary Beth Edelson, Ana Mendieta, Jenny Holzer und Martha
Rosler werden in Buddes Video oft woertlich und dadurch gegenlaeufig
wiederholt. Genau durch dieses Vorgehen wird die zeitliche Lücke
zwischen ihrem ersten Auftauchen und Buddes Aktualisierung klar
sichtbar.
Eine Frau wandert im Video durch die Stadt und die Natur in ihr.
Dabei begegnet sie feministischer Kunst der 60er bis 90er Jahre, die
von anderen Frauen nachgestellt und in unterschiedlichen Formen
wiederholt wird. Doch waehrend all diese Positionen eine
Kollektivitaet denken, eine gemeinsame Identitaet als Frau, bleibt
die Spaziergaengerin passiv. Ihre eigene Positionierung ist
selbstbestimmt, aber gleichzeitig distanziert und individualisiert.
Die Anknuepfungspunkte zum damaligen Kollektiv scheinen verloren zu
sein.
Die heute teilweise fremden Produktionen der Kuenstlerinnen werden in
der Gegenwart von Aussagen zu Fragen, denn der feministische Diskurs,
aus dem sie entstanden, hat sich seither massgeblich veraendert. An
die Stelle der Feministischen Theorie traten die Queer Studies und
beider Verhaeltnis steht im Zentrum einer Debatte um die Frage nach
den gegenwaertigen Wegen der Emanzipation.
Am 02. Juni wird im Aktualisierungsraum ein Workshop stattfinden, der
sich mit den Gegensaetzen und Entwicklungen auseinandersetzt. Er
thematisiert die feministischen Bilder, die Budde im
Aktualisierungsraum in die Gegenwart rueckt und diejenigen Bilder,
die nicht vorkommen, die zwischen damals und heute dazwischen traten.
Der Aktualisierungsraum
Der Aktualisierungsraum ist ein nicht-kommerzielles Kunst- und
Ausstellungsprojekt in Hamburg, initiiert von Nina Köller (Berlin)
und Kerstin Stakemeier (Hamburg). Er handelt von der Gegenwart
derjenigen Vergangenheit, die unabgeschlossen blieb und blickt
zurueck aus einem bestimmten Interesse: die Vergangenheit soll nicht
an die Gegenwart verloren gegeben werden. Stattdessen werden
Fragmente der Vergangenheit im Raum aktualisiert.
Ueber einen Zeitraum von zwoelf Monaten werden zwoelf KuenstlerInnen,
KuenstlerInnengruppen, MusikerInnen und andere ProduzentInnen
eingeladen, je für einen Monat eine Aktualisierung zu realisieren.
Geplant sind unter anderem Projekte mit Melvin Moti (Rotterdam),
School of Zuversicht (Hamburg), Ben Watson und Thomas Baldischwyler
(London/Hamburg), Ginger Brooks Takahashi, Ulrike Mueller (New York),
Lasse Schmidt Hansen (Frankfurt) und Alena Meier (Berlin), Katrin
Bahrs, Ruth May, Susanne Winterling (Hamburg/Berlin), sowie Alexandra
Bircken, Nicole Wermers (Koeln/Hamburg/London).
In jedem Monat wird zu dem jeweiligen Projekt ein eintaegiger
Workshop stattfinden, der das politische und kuenstlerische
Produktionsumfeld des Aktualisierten und der Aktualisierung, der
Historie und der Gegenwart, aufarbeitet. Beide werden im Archiv
dokumentiert und miteinander verbunden. Neue rote Faeden sollen durch
die (Kunst)Geschichte gesponnen werden. An der Universitaet Lueneburg
findet ein projektbegleitendes Seminar mit StudentInnen der
Kulturwissenschaft statt, in dem gemeinsam weitere Aktualisierungen
erarbeitet und ausgefuehrt werden.
Der Aktualisierungsraum wird gefoerdert durch die Stiftung Kunstfonds
und die Hamburgische Kulturstiftung.
Aktualisierungsraum
Talstrasse 17
20359 Hamburg
www.aktualisierungsraum.org
Oeffnungszeiten
Dienstags und Samstags 16 - 19 Uhr
und nach Vereinbarung
>> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >> >>
Space for Actualisation
Nine Budde – Gone with the Wind
May 20 until June 17. 2007
Opening.
Sunday. May 20. 2007.
from 7 pm.
Nine Budde films, constructs, builds, draws, sews and performs. She
works in any media necessary to recount her narrations. The berlin-
based artist chooses her points of departure from the culture
(industry) of the 20th century, from its detours: the youth cultures,
the social fights, the rituals of the everyday. Those fragments are
taken up by Budde to be translated into its original counterparts and
sideways. In this, Budde brings social positions of power and
powerlessness into new constellations.
In the Space for Actualisation, Budde will show a new installation, a
film which is addressing central positions of feminist art since the
70s. The characters and fragments of those today iconic works of Rosa
von Praunheim, the Guerilla Girls, Joan Jonas, Barbara Kruger, Dara
Birnbaum, Mary Beth Edelson, Ana Mendieta, Jenny Holzer and Martha
Rosler here are taken literally and in that become counterrogated. It
is in exactly that that the timespan between the first appearances of
those works and Budde’s actualisations become obvious.
In the video, a woman wanders through the cityscape and the nature in
it. She encounters feminist art produced between the 60s and 90s, re-
enacted by other women in different forms. But while all these
positions imply forms of collectivism, a joint female identity, the
wanderer remains passive. Her own positioning is self-determinated
but at the same time distanced and individualised. The connecting
factors with the past collective seem to have vanished.
Those works of reference, which today seem to be so far away, are
here turned from declarations into questions, because the feminist
discourse itself changed radically. Queer Studies took the place of
Feminist Studies and both relation today is at the center of a debate
on the current positioning of emancipation.
On the 2nd of June a workshop will be held in the Space for
Actualisation, which is working out those oppositions and
developments, taking into account those images of feminism Budde
relates to and those she left out which took shape between than and now.
The Space for Actualisation
The Space for Actualisation is a non-commercial art- and exhibition
project in Hamburg, initiated by Nina Koeller (Berlin) and Kerstin
Stakemeier (Hamburg). It deals with the present of that past, which
remained unfulfilled, and looks back onto it with one specific
interest: to not allow the loss of the past to the present. Instead
fragments of the past will be actualised in the space itself.
Over a time-span of twelve months, twelve artists, artist-groups,
musicians and other producers are invited to, each for one month,
realise an actualisation. A fragment is dissected from its role in
historicity – an artwork, an invention, an event, a song – to pull it
into the present, to find out what the consequences of its
actualisation are.
Projects are planned with Melvin Moti (Rotterdam), School of
Zuversicht (Hamburg), Ginger Brooks Takahashi, Ulrike Mueller (New
York), Ben Watson and Thomas Baldischwyler (London/Hamburg), Lasse
Schmidt Hansen (Frankfurt) and Alena Meier (Berlin), Katrin Bahrs,
Ruth May, Susanne Winterling (Hamburg/Berlin), Alexandra Bircken and
Nicole Wermers (Cologne/Hamburg/London) and others.
In each month a one-day workshop will be held which deals with the
political and artistic setting of the production of both, the
actualised and the actualisation. History and present here are
enfolded to be both documented and newly connected. New threads are
mapped out in (art)history. At the cultural studies department of the
University of Lueneburg a seminar will be held which accompanies the
project, in which a wider range of actualisations is to be worked out
and realised.
The Space for Actualisation is kindly supported by Stiftung
Kunstfonds and Hamburgische Kulturstiftung.
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