[echo] Die erste Europäische Kulturstrategie
Barbara Lang
barbara-lang at nexgo.de
Fri May 18 17:12:41 CEST 2007
Premiere: die erste Europäische Kulturstrategie
Die EU-Kommission nennt in ihrer Mitteilung über eine europäische
Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung drei Hauptziele, die von der EU
und ihren Mitgliedsstaaten verfolgt werden sollen: erstens die Förderung der
kulturellen Vielfalt und des interkulturellen Dialogs; zweitens die
Förderung der Kultur als Katalysator der Kreativität im Rahmen der
Lissabon-Strategie und drittens die Förderung der Kultur als wesentliches
Element der internationalen Beziehungen der Union. EU-Kulturkommissar Ján
Figel: Da Kultur und Kreativität ein wichtiger Antrieb für die persönliche
Entwicklung, den sozialen Zusammenhalt und das wirtschaftliche Wachstum in
Europa sind, wird mit der heute verabschiedeten Strategie auch ein
europäischer Rahmen vorgeschlagen, mit dem das Wachstum und das
interkulturelle Verständnis gefördert und Europa seinen Bürgern näher
gebracht werden. Bei der Umsetzung des neuen kulturpolitische Programm
strebt die Kommission eine engere innereuropäische Kooperation an und will
diese im Rahmen einer offenen Koordinierungsmethode umsetzen, die bereits
in der Vergangenheit zur Zufriedenheit der Kommission praktiziert wurde -
etwa im Bereich der Bildungspolitik. Deshalb ruft die Kommission alle
Akteure zur Zusammenarbeit auf: die Mitgliedstaaten und ihre Regionen ebenso
wie die Stakeholder im Kulturbereich (Berufsverbände, kulturelle
Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen, europäische Netze, Stiftungen
usw.).
Auch in der Außenpolitik soll die Rolle der Kultur in Zukunft hervorgehoben
werden. EU-Entwicklungskommissar Louis Michel: In einer globalisierten Welt
ist es wichtiger denn je, die kulturelle Vielfalt und den Dialog zwischen
Kulturen als Quelle der Entwicklung und der Bereicherung zu erhalten und zu
fördern. Dabei wird ausdrücklich auf die Bedeutung des eben von der EU und
einem Teil ihrer Mitgliedsstaaten unterzeichneten UNESCO-Übereinkommens
über den Schutz und die Förderung der Vielfalt der kulturellen
Ausdrucksformen hingewiesen.
Aus Sicht der Kommission liegt der Erfolg der Europäischen Union in ihrer
Fähigkeit begründet, Geschichte, Sprache und Kultur der Mitgliedstaaten zu
respektieren, die zwar verschieden, aber doch miteinander verflochten sind,
und gleichzeitig eine Gemeinschaft aufzubauen, in der Verständnis
füreinander herrscht und in der Regeln befolgt werden, wodurch Frieden,
Stabilität, Wohlstand und Solidarität und somit ein enormer Reichtum an
kulturellem Erbe und schöpferischem Schaffen, der durch Erweiterungen noch
vergrößert wird, gewährleistet sind.
Nicht zur Sprache kommen die schwarzen Seiten der europäischen Kultur, die
geprägt sind von Kriegen, Völkermord, Holocaust und ethnischen Säuberungen
und aus Sicht zahlreicher Wissenschaftler auch heute die europäische
Kooperation und Kommunikation belasten. Ihr kommunikatives Beschweigen kann
nur sehr eingeschränkt einen wirklichen europäischen Dialog eröffnen.
Die Mitteilung über eine europäische Kulturagenda im Zeichen der
Globalisierung im Wortlaut hier:
http://www.kultur-macht-europa.eu/fileadmin/user_upload/PDF-Dokumente/COM__2
007__242_German_version.pdf
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