[echo] HOLY DAMN IT-Stellungnahme zu "Art goes Heiligendamm"

Bahari Ndogo bahari1 at gmx.de
Thu May 24 12:07:15 CEST 2007


>Diese Debatte wollen wir auf jeden Fall mit unseren KünstlerInnen-Kollegen, die
> bisher im Rahmen von „Art goes Heiligendamm“ ausstellen, führen.

Noch schöner wäre es,  den Diskurs auf alle interessierten Kunstschaffenden
auszuweiten und zum nächsten G8-Gipfel eine breite Kunstfront zu bilden, die
u.a. auf unseren diesjährigen Erfahrungen beruht.

joe 



> Von: Rahel Puffert <zonerp at yahoo.de>
> Datum: Thu, 24 May 2007 09:35:16 +0200 (CEST)
> An: echo at soundwarez.org
> Betreff: [echo] HOLY DAMN IT-Stellungnahme zu "Art goes Heiligendamm"
> 
> Öffentliche Stellungnahme vom 21. Mai 2007
> 
> Das internationale Kunstprojekt „HOLY DAMN IT: 50 000
> Plakate gegen G8 – von der Dringlichkeit radikaler
> Antworten“ zu seiner Kritik am Projekt „Art goes
> Heiligendamm“:
> 
> Bis heute erfolgt die öffentliche Darstellung und
> Rezeption des Projekts „Art goes Heiligendamm“ in
> allen Medien- und Agenturberichten gleichlautend unter
> den Überschriften „Deeskalative Kunst für den
> G8-Gipfel“ oder „Kunstaktion will bei G8-Gipfel
> deeskalieren“. So heißt es zum Beispiel bei Spiegel
> online wörtlich: „Die teilnehmenden Künstler wollen
> mit ‚Art goes Heiligendamm’ zwischen Politik und
> Globalisierungskritikern vermitteln. Die Initiatorin
> des Projekts, die ehemalige Berliner Kultursenatorin
> Adrienne Goehler, sagte bei der Vorstellung des
> Konzepts (
). Man wolle zur Deeskalation vor Ort
> beitragen (
). Damít wolle man aus der Logik von
> Gipfel-Teilnehmern und Gipfelgegnern ausbrechen und
> einen diskursiven und visuellen Erfahrungsraum
> jenseits von Gut und Böse schaffen.“
> In der Pressemitteilung #1 von Adrienne Goehler heißt
> es: „Art goes Heiligendamm beabsichtigt, dass künftig
> jeder G8- oder Weltwirtschaftsgipfel interkulturelle
> Kommunikation, ästhetische  Erfahrung und einen
> gesellschaftlichen Reflektionsraum eröffnet zur
> dringend nötigen kulturellen Übersetzung der Themen
> der Globalisierung.“
> 
> Diese Instrumentalisierung künstlerischer Arbeiten
> mit der Absicht einer vermittelnden Legitimierung der
> Politik der G 8  lehnen wir ab. Ebenso eine
> Zuschreibung bestimmter Aufgaben und die
> Funktionalisierung von Kunst unter dem Begriff
> „Deeskalation“, wie in der bisherigen
> Selbstdarstellung von „Art goes Heiligendamm“
> praktiziert.
> Um so mehr nach der letzten Eskalation durch
> bundesweite Polizeirazzien gegen die Protestbewegung
> gegen den G 8, die massive Einsschüchterungs- und
> Diffamierungskampagne durch Behörden und Polizei sowie
> die Ankündigung der Behörden von
> Mecklenburg-Vorpommern, zum Beispiel den Sternmarsch
> nach Heiligendamm am 8. Juni zu verbieten.
> Selbstverständnis und Grundlage unseres
> internationalen Kunstprojekts „HOLY DAMN IT“ und der
> Teilnahme von zehn internationalen KünstlerInnen und
> KünstlerInnenkollektiven sind eine künstlerische
> Intervention gegen die Politik der G 8 im Rahmen der
> internationalen Protest- und Widerstandsbewegungen
> (weitere Informationen unter www.holy-damn-it.org).
> Aus diesen Gründen haben wir die Anfrage, als
> „assoziiertes Projekt“ von „Art goes Heiligendamm“ in
> einer Sonderbeilage der TAZ vorgestellt zu werden und
> in Rostock unter diesem Label auszustellen, abgesagt.
> Einen Diskurs über die Motive künstlerischer
> Interventionen in aktuelle gesellschaftliche Prozesse
> und die mediale Rezeption halten wir dagegen für
> produktiv und notwendig. Diese Debatte wollen wir auf
> jeden Fall mit unseren KünstlerInnen-Kollegen, die
> bisher im Rahmen von „Art goes Heiligendamm“
> ausstellen, führen. Um so mehr, als wir uns aufgrund
> ihrer Arbeiten, die wir sehr schätzen, nicht
> vorstellen können, dass sie ihre Kunst als
> „vermittelnde“ und „deeskalative“ verstanden haben
> wollen.
> In solchen Auseinandersetzungen sollten KünstlerInnen
> wissen, wo, für wen und unter welchen Bedingungen sie
> ihre Arbeiten präsentieren.
> „Art goes Heiligendamm ist ‚einfallsreich,
> schöpferisch und visionär’ und wendet ganz praktisch
> ‚Deutschland – Land der Ideen’ an“, heißt es in der
> Pressemitteilung#1 von „Art goes Heiligendamm“.
> An einer solchen identitätsstiftenden Maßnahme wollen
> wir uns nicht beteiligen.
> 
> Das internationale Kunstprojekt HOLY DAMN IT
> www.holy-damn-it.org
> 
> 
> 
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