[echo] Denkmal im Dunkeln
Bahari Ndogo
bahari1 at gmx.de
Fri Nov 9 14:06:21 CET 2007
aus: Kultur-hh at gruene.de Mailingliste
Der Kriegsklotz am Dammtor
NDR 90,3 aktuell
Wutke für 6.11.07
Denkmal im Dunkeln
Der Vorsitzende des Kulturausschusses der Bürgerschaft, Willfried Meier, hat
den Zustand des Anti-Kriegs-Denkmals am Dammtor bemängelt. Das Werk des
Künstlers Alfred Hrdlicka sei neben dem kriegsverherrlichenden 76er-Denkmal
kaum zu erkennen, kritisiert der Grünen-Politiker. Die Stadt müsse über eine
Umgestaltung des Platzes nachdenken. Einzelheiten von Oliver Wutke:
"Deutschland muss leben, auch wenn wir sterben müssen": Diese martialische
Inschrift würdigt am Dammtor seit der Nazi-Zeit das Hamburger
Traditionsregiment 76 aus dem Ersten Weltkrieg. Umstritten war der große
Steinquader schon lange, vor über 20 Jahren wurde er dann durch ein
Gegendenkmal des Bildhauers Alfred Hrdlicka ergänzt. Doch dieses Ensemble
ist nach Ansicht des GAL-Kulturpolitikers Willfried Meier aus dem Lot
geraten: Während der Kriegsklotz heute an prominenter Stelle herausgeputzt
und angestrahlt werde, liege das nur halb fertiggestellte Gegendenkmal kaum
erkennbar im Dunkeln, bemängelt Meier. Das sei besonders bedauerlich, weil
das Umfeld gerade massiv aufgewertet werde: Casino, Oper, Brahmsquartier und
Cinemaxx Hamburg schmücke sich an einem seiner repräsentativsten Orte mit
einem kriegsverherrlichenden Monument. Auch das Gegendenkmal werde gepflegt,
erklärte die Kulturbehörde auf Anfrage. Gerade im vergangen Frühjahr sei es
geputzt und teilweise restauriert worden. Ein Problem sei aber die
Beleuchtung, räumt die Behörde ein: Während das Kriegsdenkmal weithin
sichtbar auf freier Fläche steht, werden die Fragmente des
Anti-Kriegs-Denkmals von Bäumen verdeckt.
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