[echo] Kulturelle Bildung: Events reichen nicht aus
Barbara Lang
barbara-lang at nexgo.de
Wed Nov 21 13:09:49 CET 2007
Pressemitteilung
Kulturelle Bildung: Events reichen nicht aus
Deutscher Kulturrat regt Infrastrukturprogramm Kulturelle Bildung an
Berlin, den 21.11.2007. Heute findet die Arbeitstagung Kulturelle Bildung
von Kulturstaatsminister Bernd Neumann, MdB im Jüdischen Museum Berlin
statt. Kulturstaatsminister Neumann setzt damit einen wichtigen Akzent in
diesem Zukunftsthema der Gesellschaft. Er plant, dass die von ihm
geförderten Einrichtungen der kulturellen Bildung einen größeren Stellenwert
einräumen.
Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände,
begrüßt, dass sich nun auch der Kulturstaatsminister dieses Themas annimmt.
Auf Bundesebene sind bereits das Bundesministerium für Bildung und Forschung
durch die Unterstützung von Modellprojekten und das Bundesministerium für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend durch die Sicherung eines Teils der
Infrastruktur kultureller Bildung über den Kinder- und Jugendplan des Bundes
im Bereich der kulturellen Bildung aktiv. Kulturelle Kinder- und
Jugendbildung findet im Schnittfeld von Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik
statt.
Mit Sorge sieht der Deutsche Kulturrat jedoch, dass in der kulturellen
Bildung seit einiger Zeit die Eventisierung an Bedeutung gewinnt. Einzelne
Projekte werden bundesweit hervorgehoben und die tägliche, kontinuierliche
Arbeit in den Einrichtungen der kulturellen Bildung, den Kultureinrichtungen
sowie den Vereinen wird in den Hintergrund gedrängt.
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte:
Jedem Kind ein Instrument im Ruhrgebiet und in Hamburg, Rhythm is it der
Berliner Philharmoniker und auch Kinder zum Olymp der Kulturstiftung der
Länder sind wichtige Projekte, um die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit
der kulturellen Bildung zu lenken. In zunehmendem Maße aber berauschen sich
die Politiker an diesen Projekten und vergessen, dass sich kulturelle
Bildung nicht nur in kurzzeitigen Events erschöpfen darf, sondern vielmehr
eine dauerhafte Infrastruktur benötigt. Wie ist es sonst zu erklären, dass
trotz der schönen Reden über kulturelle Bildung in Berlin-Mitte in diesen
Tagen achtzehn Musikschullehrer einspart werden sollen. Events reichen nicht
aus, um kulturelle Bildung flächendeckend sicherzustellen. Es geht vielmehr
darum, für eine dauerhafte und kontinuierliche Infrastruktur Sorge zu
tragen. Ein Infrastrukturprogramm Kulturelle Bildung könnte eine positive
Ergänzung des vor wenigen Tagen vom Haushaltsausschuss des Deutschen
Bundestags genehmigten Nationalen Kulturinfrastrukturfonds sein. Der
Nationale Kulturinfrastrukturfonds hilft in Gebäude zu investieren, ein
Infrastrukturprogramm Kulturelle Bildung wäre eine Investition in die Köpfe
und Herzen junger Menschen.
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