AW: [echo] Vermarktung des Sozialen: Schnäppchen
Barbara Lang
barbara-lang at nexgo.de
Tue Apr 1 18:31:33 CEST 2008
Nach zöglicher Abwägung und im Hinblick auf das nagende Gefühl, nie so wirklich dazuzugehören, bin ich zu folgendem Schluss gekommen:
Dafür, dass man sich mit einem Paket eine dynamische und zugleich rational durchstrukturierte Identität zulegen kann, die es einem ermöglicht, hyperflexibel immer gaanz dicht am Puls der Zeit zu sein, womit man sich dann die überlebensnotwendige Anerkennung beschafft, die wiederum für ein strotzendes Selbst-Wert-Gefühl sorgt, was einem wiederum dabei hilft, all seinen Kunden ein Stückchen Lebensqualität zu bieten und einen befähigt, nach dem wohlverdienten Feierabend sich noch inklusive dem gewissen Etwas ausdauerndem, innovativen Sex zu widmen... und all das für schlappe 1350;- Euro (zzgl. 19% MwSt.)... also dafür sollte man vielleicht das Zögern sein lassen und ganz schnell als Frühbucher auf den Trendzug aufspringen.
Ach ja, wäre ja schön, wenn's klappt! Dann weiß man wenigstens, wo man hin gehört. Sicherlich hat so einer wie Florida auch schon seine Identitätsmanagementkurse belegt. So einer schwimmt doch immer oben auf. Der hat so viel Talent, dass er sich wahrscheinlich schon, der Immobilien- und Finanzmarktkrise, Globalisierung und Klimaerwärmung zum Trotz, eine Loft in der HafenCity zugelegt hat. Wenn's flutet, wen scherts? In unserer wachsenden Stadt haben wir doch bereits ganz gute Voraussetzungen für Zeitgenossen wie ihn. Das wäre doch echt schick, wenn ich bei der nächsten Afterworkparty auf den total durchgestylten Magellanterassen den Keynote-Kreativitäts-Guru live antreffen könnte.
Die einzige Überlegung, die mich doch zum Innehalten zwingen könnte, wäre, dass auf den "Rise" bekanntlich auch schon bald der "Fall" folgen wird. Wahrscheinlich wird die Creative Class schon sehr bald die Schnauze voll davon haben, sich in kultigen Metropolen mit Touristen und nicht ganz wegzudenkenden Unterschichten rumzuschlagen und wird sich auf das idyllische Landleben besinnen. Für den Silver Sex allemal das Beste. Wie man es dreht und wendet, man hat es nicht leicht. Oder?
Also mit so einer kleinen Dosis Anerkennung würd ich mich vorerst schon zufrieden geben:-)
Dafür gehe ich sogar das Risiko ein, dass meine Identität und Reputation als armseliger Mensch ohne Selbst für alle Zeiten im Netz hängen bleibt.
B.
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: echo-bounces at soundwarez.org [mailto:echo-bounces at soundwarez.org] Im Auftrag von dieter
Gesendet: Montag, 31. März 2008 18:43
An: buttclub-l at nadir.org
Cc: Hamburg Kunst und Kulturpolitik in Kritik
Betreff: [echo] Vermarktung des Sozialen
alles was nervt, ist hier auf den punkt gebracht.
im kunstsystem läuft es ja nicht anders, da hinkt die wahrnehmung
aber noch 2 oder 3 jahre hinterher.
und: chicks on speed prostituieren sich wirklich überall.
als beigabe hier die regulären teilnehmerpreise:
***
Frühbucher-Preis bis zum 04. April 2008: 800,00€ (zzgl. 19% MwSt.)
Regulärer Preis ab 05. April 2008: 950,00€ (zzgl. 19% MwSt.)
Sonderpreis für Besucher des Trendtags 2007: 720,00€ (zzgl. 19% MwSt.)
Paket Workshop* + Trendtag bis zum 04. April 2008: 1200,00€ (zzgl.
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Paket Workshop* + Trendtag ab 05. April 2008: 1350,00€ (zzgl. 19%
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* Informationen zum Trend-Workshop erhalten Sie hier
Am 31.03.2008 um 16:56 schrieb twgba:
> Bitte beachten Sie, dass unser Frühbucher-Rabatt am 04.April 2008
> endet.Donnerstag, 8. Mai 2008: 13. Deutscher Trendtag
>
> Identitätsmanagement – Anerkennung statt Aufmerksamkeit
>
> Richard Florida,
> Autor „The Rise of The Creative Class“
>
>
>
> Die Ökonomie der Aufmerksamkeit ist tot! Es reicht nicht mehr, laut
> und anders zu sein. Das kann heute jeder. Zukünftig zählt Anerkennung.
> Wir sind soziale Wesen. Wir wollen gemocht, respektiert und geschätzt
> werden. Der Applaus unserer Wahlverwandtschaften sichert unseren
> Status.Früher formten uns Arbeit, Familie und Religion. Identität war
> statisch. Heute fehlt uns Tradition. Wir definieren Identität
> dynamisch.
> In Zeiten des Web 2.0 wird Identität zur Management-Aufgabe. Die Frage
> „Wer bin ich?“ wird ersetzt durch „Wer will ich sein?“. Je nach
> Publikum spielen wir unterschiedliche Rollen. Erfolgreiche Rollen
> optimieren wir und akzeptieren sie als Teil von uns.Ein-Weg-
> Kommunikation verliert weiter an Relevanz. Nicht das Produkt, sondern
> der Konsument steht zukünftig im Mittelpunkt.
> Kundenbeziehungsmanagement wird zur wichtigsten Aktion der
> Markenführung. Statt ein statisches Bild der Marke in den Köpfen zu
> verankern, geht es zukünftig stärker darum, die Markenidentität in der
> Interaktion mit dem Kunden zu leben.Die Auswahl des richtigen
> Publikums ist entscheidend. Anders als Aufmerksamkeit besteht
> Anerkennung aus dynamischen Austauschprozessen:
> Wer Anerkennung sucht, muss selbst anerkennen. Diese banale Erkenntnis
> hat gravierende Folgen für Unternehmen und Institutionen.
>
> English Version:Information about the 13th Trend Day is available
> hereAnmeldungAchtung: Nutzen Sie den Frühbucher-Preis bis zum 04.
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> Programm
> Vormittags-Programm
>
> 09.00 - 09.15 Begrüßung durch Jan Hofer
> 09.15 - 10.00 Prof. Dr. Norbert Bolz, TU Berlin, Deutschland
> 10.00 - 10.45 Keynote-Speaker: Richard Florida, Kanada
> Autor „The Rise of the Creative Class“
> 10.45 - 11.15 Kaffeepause
>
> Mittags-Programm
>
> 11.15 - 12.00 Prof. Peter Wippermann, Trendbüro, Deutschland
> 12.00 - 12.45 Dr. David Bosshart, Gottlieb Duttweiler Institut (GDI),
> Zürich, Schweiz
> 12.45 - 14.15 Mittagspause.
> Konzert: Chicks on Speed, Australien / USA / Deutschland / Israel
>
> Nachmittags-Programm
>
> 14.15 - 14.45 Danny Choo, mirai, Japan
> 14.45 - 15.15 Dick Hardt, Sxip Identity, Kanada
> 15.15 - 16.00 Willem Velthoven, Mediamatic, Niederlande
> 16.00 - 16.30 Pause
> 16.30 - 17.15 Hartmut Esslinger, frog design, Deutschland / USA
> 17.15 - 18.00 Daniel Nissanoff, USA
> Autor „Futureshop. Konsumgesellschaft im Wandel.“
>
> Abends
>
> ab 21.00 Party
> Referenten
> Keynote-Speaker:
> Richard Florida („Who's your city“), Kanada
>
> “Die Wahl der Stadt entscheidet über unsere Identität.”
>
> Richard Florida (USA) ist Autor u. a. der Bestseller „The Rise of the
> Creative Class“ and „The Flight of the Creative Class“. Er ist
> Professor an der Universität Toronto und lehrte u. a. an der Carnegie
> Mellon University, Harvard University und am MIT. Sein neues Buch
> „Who’s your City?“ erscheint im März dieses Jahres.
>
>
> Peter Wippermann, Deutschland
>
> “Soziale Beziehungen werden Programm. Identität wird wichtiger als
> Individualität.”
>
> Peter Wippermann (D), Gründer und Gesellschafter des Trendbüro. Seit
> 1993 Professor für Kommunikationsdesign an der Folkwang Hochschule
> Essen. Autor von „Länger leben, länger lieben – Das Lebensgefühl der
> Generation Silver Sex.“, „Die neue Moral der Netzwerkkinder“ und
> „Trend 2004 – Arbeit, Freizeit, Eigenzeit“.
>
>
> Norbert Bolz, Deutschland
>
> “Ohne Anerkennung kein Selbst.”
>
> Norbert Bolz (D) lehrt am Institut für Sprache und Kommunikation der
> Technischen Universität Berlin. Von 1992 bis 2002 Professor für
> Kommunikationstheorie an der Universität Duisburg/Essen. Von 1987 bis
> 1992 Dozent an der Freien Universität Berlin. Er beschäftigt sich mit
> der Frage, wie technologische und ökonomische Veränderungen von der
> Gesellschaft sozial und kulturell antizipiert werden.
>
>
> David Bosshart, Schweiz
>
> “Es gilt, dem Kunden ein Stück Lebensqualität zu bieten.”
>
> David Bosshart (CH) ist CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI)
> für Wirtschaft und Gesellschaft, Rüschlikon/Zürich. Er promovierte in
> Philosophie und politischer Theorie an der Universität Zürich. Seine
> Schwerpunkte sind die Zukunft des Konsums und sozialer Wandel,
> Management und Kultur, Globalisierung und politische Philosophie.
>
>
> Danny Choo, Japan
>
> “Um Teil der Szene zu werden, ist es wichtig, sich nicht zu sehr von
> den anderen zu unterscheiden. Wer aber das gewisse Etwas nicht hat,
> wird ignoriert.”
>
> Danny Choo (UK/JAP) ist aktives Mitglied und Experte der japanischen
> Otaku-Szene sowie Betreiber einer Animé-Otaku-Plattform. Nach
> langjährigen Tätigkeiten in der Softwareentwicklung für u. a.
> Microsoft und Amazon.com, gründete er 2007 mirai, die kommerzielle
> Modelle für user-generated content entwickeln.
>
>
> Dick Hardt, Kanada
>
> “Identity 2.0 ist technisch gesehen noch am Anfang, wie das Internet
> 1994.”
>
> Dick Hardt (CAN), Gründer und CEO von Sxip Identity, ist Pionier der
> Open Source Community sowie einer der prominentesten Vertreter des
> userzentrierten Identity Managements. Er ist Vorstandsmitglied der
> OpenID Foundation sowie Autor vielbeachteter Podcasts, Blogbeiträge
> und Vorträge.
>
>
> Willem Velthoven, Niederlande
>
> “Wenn man die Bedürfnisse des Menschen nach Identität, Anerkennung und
> Zugehörigkeit vernachlässigt, dann läuft im Prinzip gar nichts.”
>
> Willem Velthoven (NL) ist Mitbegründer von Mediamatic und Mediamatic
> Labs, einem Netzwerk in Amsterdam, das sich mit Neuen Medien, Kunst
> und Gesellschaft auseinandersetzt. Sein letztes Projekt EL HEMA gewann
> den Niederländischen Design Preis 2007.
>
>
> Hartmut Esslinger, Deutschland / USA
>
> “Fabriken in Asien sind smarter, als es Marketer und Designer
> verstehen.”
>
> Hartmut Esslinger (D/USA) ist Gründer von frog design, einer
> internationalen Design-Agentur sowie Professor für Industrial Design
> an der Universität für angewandte Kunst Wien. Er zeichnete u. A.
> verantwortlich für die Design-Strategien von Sony, Louis Vuitton,
> Apple, Lufthansa, Microsoft und SAP. frog design operiert heute in
> neun Studios in den USA, Italien, China und Deutschland.
> Daniel Nissanoff, USA
>
> “Früher hatten Marken etwas Flüchtiges. Heute ist ihr Wert
> quantifizierbar, da der Sekundärmarkt einen signifikanten Indikator
> für den Markenwert liefert.”
>
> Daniel Nissanoff (USA) ist Web-Unternehmer und Mitbegründer des
> Onlineportals Portero, das sich auf den Verkauf von gebrauchten
> Luxusgütern spezialisiert hat. Des Weiteren ist er Berater von
> zahlreichen Fortune-500-Companies. Er zeichnete verantwortlich für
> Konzeption und Aufbau zahlreicher virtueller Marktplätze. 2006
> erschien sein Buch „FutureShop. Konsumgesellschaft im Wandel“.
>
>
> Live-Konzert: Chicks on Speed, Australien / USA / Deutschland / Israel
>
> “Je mehr Kulturen in einer kreativen Gruppe vertreten sind, desto
> moderner und eindrücklicher werden die Outputs sein. Das ist auch der
> Grund, warum wir in verschiedenen Städten leben.”
>
> Das „Projekt“ wurde 1997 gegründet. Derzeit bestehen die Chicks on
> Speed aus Alex Murray-Leslie (AUS), Melissa Logan (USA), Kathi Glass
> (D) und Anat Ben-David (ISR), die in Berlin, Barcelona, Hamburg,
> London und New York arbeiten und leben.
>
>
> Einladungsfolder zum Download
> Hier können Sie den Trendtag-Einladungsfolder
> als PDF-Dokument herunterladen:
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