[echo] Daniel Birnbaum alleiniger Leiter der 53. Biennale Venedig 2009

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Wed Apr 9 16:27:31 CEST 2008


Von Frankfurt nach Venedig

Von Konstanze Crüwell

Daniel Birnbaum

07. April 2008 Daniel Birnbaum ist Kunsthistoriker und promovierter  
Philosoph, und vermutlich hängt es mit dieser zweiten formation  
professionelle zusammen, dass der erfrischend unprätentiös  
auftretende Rektor der Städelschule, der Staatlichen Hochschule für  
Bildende Künste in Frankfurt, sich noch nie mit Ego-Marketing  
abgegeben hat. Für unser aller Weltbild dürfte es also ziemlich  
beruhigend sein, wenn man es offensichtlich auch ohne  
Selbstinszenierung ganz schön weit bringen kann, wie jetzt die  
Berufung von Birnbaum zum alleinigen Leiter der 53. Biennale Venedig  
2009 beweist.

Keine Frage, dass Birnbaum, der auch den Portikus, die Kunsthalle der  
Städelschule, mit großem Erfolg leitet und zudem als Kurator großer  
internationaler Ausstellungen hervortritt, für diese ehrenvolle  
temporäre Aufgabe gute Voraussetzungen mitbringt. Nicht zuletzt auch  
deshalb, weil er sich als Rektor einer Kunstakademie nach seinen  
eigenen Worten weder für die vom Kunstmarkt noch von der Mode  
diktierten Hierarchien je interessiert hat.

Stadt voller Merkwürdigkeiten

Venedig war im übrigen nicht das einzige Angebot, das ihn erreichte:  
So hätte ihn der Frankfurter Kulturdezernent Felix Semmelroth - wie  
ein schon seit einiger Zeit frei flottierendes Gerücht lautet - sehr  
gerne als Direktor des Museums für Moderne Kunst gesehen, nachdem Udo  
Kittelmann demnächst nach Berlin gehen wird. Dass Frankfurt voller  
Merkwürdigkeiten steckt, wie vor langer Zeit schon Goethe erkannte,  
zeigt sich in unserer Gegenwart unübersehbar auch daran, dass die  
Städelschule und der Portikus zum internationalen Renommee von  
Frankfurt als Stadt der Moderne einen ganz wesentlichen Beitrag  
leistet, den die allermeisten Kommunalpolitiker aber kaum angemessen  
wahrzunehmen scheinen und ihre bewundernden Blicke lieber auf andere  
Institutionen richten.

Und so ist nicht verwunderlich, wenn die Städelschule in New York  
oder Los Angeles, Tokio oder Seoul und von den europäischen  
Nachbarländern ganz zu schweigen weitaus bekannter ist als in  
Frankfurt. Was vor allem an den hier lehrenden Professoren wie Ben  
van Berkel, Isabelle Graw, Michael Krebber, Mark Leckey, Christa  
Näher, Tobias Rehberger, Willem de Rooij oder Simon Starling liegen  
mag, die wiederum Studenten aus aller Welt anziehen: Sechzig Prozent  
der Städelschüler kommen aus sechsunddreißig verschiedenen Nationen.  
Langeweile kommt in der Städelschule erwiesenermaßen also selten oder  
nie auf, und bei der Biennale 2009 wird es unter Birnbaums Regie kaum  
anders sein.



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