[echo] Ex-Redakteur von Rechtspostille wird Minister
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Sun Apr 27 13:02:09 CEST 2008
Empörung über CDU-Ministerkandidat
Ex-Redakteur von Rechtspostille wird Minister
Er soll Kultusminister werden und den Stiftungsrat der Gedenkstätte
Buchenwald übernehmen. Dabei hat der CDU-Mann Krause für die "Junge
Freiheit" gearbeitet.
Die "Junge Freiheit": Laut Ex-Redakteur Krause ein "anerkanntes Medium
der Presselandschaft"
BERLIN taz SPD, Zentralrat der Juden und die Gedenkstätte Buchenwald
haben die geplante Berufung des CDU-Politikers Peter Krause zum
Kultusminister von Thüringen missbilligt. "Das ist ein kurioses und
dubioses Signal in die falsche Richtung", sagte der Vizepräsident des
Zentralrats, Dieter Graumann der taz. "Wir sind enttäuscht. Ausgerechnet
das Amt des Kultusministers wird besetzt mit einer Person, die sich in
der Grauzone bewegt."
Krause hatte Ende der neunziger Jahre einige Monate als Redakteur der
Rechtspostille "Junge Freiheit" gearbeitet. Am Donnerstag hatte er in
einem Interview gesagt, die Zeitung habe eine Entwicklung "zu einem
anerkannten Medium in der Presslandschaft" durchgemacht. Am Freitag
fügte er an, die "Junge Freiheit" vertrete eine "politische Linie, die
ich als CDU-Politiker nicht teile".
Zentralratsvize Graumann sagte, der Kultusminister solle Vorbild für
Jugendliche sein. Außerdem sei er direkter Ansprechpartner der jüdischen
Gemeinden. "Das alles passt sehr schwer zusammen." In Thüringen gebe es
ein Problem mit dem Rechtsradikalismus. Ministerpräsident Dieter Althaus
habe angekündigt, dagegen zu kämpfen. "Die Kampfbereitschaft wird nicht
glaubwürdiger durch diese Berufung."
Der Kultusminister von Thüringen sitzt qua Amt dem Stiftungsrat der
Gedenkstätte Buchenwald vor. Der Leiter der Gedenkstätte des ehemaligen
Konzentrationslagers in Thüringen, Volkhard Knigge, sagte der taz: "Für
die Glaubwürdigkeit der international anerkannten Stiftung ist es nicht
förderlich, wenn der Stiftungsrat sich in Grauzonen zum rechten Rand
bewegt."
Thüringens SPD-Chef Christoph Matschie verlangte von Regierungschef
Althaus die geplante Berufung nicht zu vollziehen. "Althaus wäre gut
beraten, jetzt Schadensbegrenzung zu betreiben und Peter Krause zurück
zu ziehen", sagte er der taz. "Es wäre gut, wenn die Kanzlerin ein
wachsames Auge darauf hätte, was hier passiert." Er habe die Sorge, dass
Althaus am rechten Rand fischen wolle.
VON K. SCHLIETER & G. LOEWISCH [taz.de]
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