[echo] 15. - 24. August - Klimacamp in Hamburg
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Sun Aug 3 16:55:37 CEST 2008
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15. - 24. August - Klimacamp in Hamburg
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Für ein ganz anderes Klima!
HAMBURG - Mehrere tausend Menschen werden vom 15.-24. August 2008 in
Hamburg zum ersten bundesweiten Klimacamp zusammenkommen. Dieses Camp
wird das erste deutlich sichtbare Zeichen einer – jetzt auch in
Deutschland entstehenden – Klimabewegung sein. Diese Klimabewegung
drückt die massive Unzufriedenheit mit der Klimapolitik der
Regierungen und Energiekonzerne aus.
"Das, was uns die Bundesregierung und der Hamburger Senat als
Maßnahmen zum Klimaschutz verkaufen wollen, ist eine Mogelpackung.",
begründet Ines Koburger, Pressesprecherin des Klimacamps, die
Initiative. "Wenn die Bundeskanzlerin auf internationalen
Gipfeltreffen die Vorreiterrolle der Bundesrepublik betont, aber
gleichzeitig mehr als 20 neue Kohlekraftwerke gebaut werden sollen,
gehen Anspruch und Wirklichkeit extrem auseinander. Wir sind wütend,
dass wir mit Scheinargumenten für dumm verkauft werden sollen."
"Der Klimawandel ist keine ökologische oder technische, sondern eine
soziale Frage. Er wird von den Industriestaaten des Nordens
verursacht, seine Folgen treffen aber vor allem die Ärmsten in den
Ländern des Südens. Deswegen muss mit der Schneller-Weiter-Höher-
Ökonomie und der Wachstumsorientierung gebrochen werden", ergänzt
Tadzio Müller, ebenfalls Pressekontakt der Camp-Vorbereitungsgruppe.
Hamburg steht wie kaum eine andere Stadt für exzessiven
Ressourcenverbrauch: Hier werden Waren aus der ganzen Welt
angelandet, um weiter in der Bundesrepublik und ganz Europa verteilt
zu werden. Rund ein Fünftel der Kohlendioxidemissionen stammen in
Deutschland aus dem Verkehr - internationale Schifffahrt und
Flugverkehr noch gar nicht mitgerechnet. Hamburg beheimatet aber auch
für den größten Kohlehafen und eine der größten Agrodieselfabriken
Deutschlands. Beide stehen sowohl für Klimawandel als auch für ein
ausbeuterisches Wirtschaftssystem: Kohle wird unter sozial
unhaltbaren Zuständen im globalen Süden abgebaut und für Palmöl für
Europa werden in Indonesien und Brasilien Regenwälder abgebrannt.
"Das Klimacamp ist daher in Hamburg am richtigen Ort: Statt globaler
Logistik brauchen wir regionale Wirtschaftsströme. Klimaschutz und
globalisierter Kapitalismus sind einfach nicht unter einen Hut zu
bringen", so Müller.
Hier setzt auch die inhaltliche Verbindung zu den G8-Protesten im
letzten Jahr an: Für viele der Protestierenden war die
klimapolitische Farce von Merkel und den anderen Staatschefs
unerträglich. Deswegen hat sich jetzt ein breites,
spektrenübergreifendes Bündnis zusammengefunden, das auch die
Vielfalt der Proteste von Heiligendamm widerspiegelt: Das Camp wird
getragen von Einzelpersonen und linken Gruppen vom
Parteijugendverband, über Anarchisten bis zu Bürgerlichen. Mit dabei
sind unter anderem Avanti, Solid, Attac, Grüne Jugend, Six Hills...
Das Camp wird neben vielen inhaltlichen Debatten und Diskussionen
auch aktiv werden: Die Agrodieselfabrik von Archer Daniels Midland
steht ebenso im Zentrum der Aufmerksamkeit wie die Baustelle des
Kohlekraftwerks in Moorburg. Aktivisten haben angekündigt, diese im
Rahmen der Kampagne Gegenstrom08 zu besetzen und den Bau stillzulegen.
Rückfragen per E-Mail an presse at klimacamp08.net oder telefonisch an:
Ines Koburger, Tel. 0171-4151517
Tadzio Müller, Tel. 0170-5333709
Weitere Informationen: www.klimacamp08.net
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