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Mon Aug 4 19:13:23 CEST 2008


Als der Sexshop erfunden wurde
Am Montag beginnt auf Arte die fünfteilige Dokumentationsreihe "Die wilden 
Seventies"

Nach der sprichwörtlichen 68er-Revolte setzten sich die gesellschaftlichen 
Turbulenzen in den 70er Jahren fort. Im Rahmen seines Programmschwerpunkts 
"Summer of the 70’s" lässt Arte von Montag an "Die wilden Seventies" in fünf 
Dokumentationen Revue passieren.

Die 70er Jahre waren ein Jahrzehnt der Utopien und sozialen 
Auseinandersetzungen. Doch nach und nach setzte sich wieder ein nüchterner 
Realismus durch, gepaart mit mancher Enttäuschung. Deutsche und Franzosen 
erzählen in den fünf Filmen von ihrer Jugend in einer rebellischen Zeit. Zu 
ihnen gehören der Politiker Daniel Cohn-Bendit, der Fotograf Jim Rakete, oder 
die einstige Disco-Queen Amanda Lear.

"Macht euch frei!" heißt der erste Film, der sich mit der in den späten 60er 
Jahren begonnenen sexuellen Befreiung befasst. Zu Beginn der 70er Jahre werden 
Erotikfilme wie "Emmanuelle" zum Auslöser einer Welle der Sinnlichkeit. Der 
Sexshop wird erfunden, der nackte Körper wird als Waffe eingesetzt, um zu 
verführen, Tabus zu brechen und seine Freiheit zu behaupten. Am Dienstag folgt 
"Der Kampf geht weiter!" über den Traum von der politischen Revolution. Nachdem 
die Proteste auf den amerikanischen und westeuropäischen Straßen im Mai 1968 
keine tiefgreifenden Veränderungen herbeigeführt haben, driften in den 70er 
Jahren einige junge Leute in den bewaffneten Kampf ab und eröffnen eine Welle 
des Terrorismus. Der nächste Film, "Unbeschreiblich weiblich" , widmet sich der 
Frauenemanzipation. Alice Schwarzer wird zur Ikone der Frauenbewegung, deren 
Grundlagen unter anderem von der Philosophin Simone de Beauvoir gelegt wurden.

"Willkommen in der Zukunft" heißt es am Donnerstag. Nach der ersten Mondlandung 
1969 zeigt das Fernsehen die Welt nicht mehr in Schwarz-Weiß, sondern in Farbe. 
In den 70ern werden nicht nur die unendlichen Weiten des Weltraums erkundet, 
sondern man entdeckt auch die Welt der Mikrochips und Computer. Während die 
einen von einer Zukunft der unbegrenzten Möglichkeiten träumen, wollen andere 
zurück zur Natur.

In dem letzten Film, "Die rosa Revolution" , geht es um das neue 
Selbstbewusstsein von Homosexuellen. Die Rock- und Popmusik bietet Schwulen die 
Möglichkeit zum Coming-out. In Europa spielt Deutschland eine Vorreiterrolle, 
insbesondere durch das Engagement von Filmemachern wie Rosa von Praunheim und 
Rainer Werner Fassbinder.

dpa

— "Die wilden Seventies" , Montag bis Freitag, Arte, 20.15 Uhr.



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