[echo] wir nennen es hamburg

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Mon Aug 18 18:13:59 CEST 2008


markus d. ist z.t. nicht im echo. diese mail erreicht ihn somit nicht. aus 
diesem grund auch die  weiterleitung.





annegret hermann schrieb:
> Lieber Herr Dorfmüller,
> 
> wieso lassen sie denn weiterleiten und stellen Ihre Mails nicht selbst ein?
> Es ist wirklich ganz einfach!
> 
> Zu den Fragen:
> 
>> ich danke Euch für die Einladung zur Ausstellung "Wir nennen es Hamburg".
> 
> 
> Wieso Einladung? Es gab doch einen offenen Aufruf, oder?
> 
> 
>> Leider muss ich mich aufgrund von inhaltlichen und formalen Widersprüchen
>> einer Teilnahme enthalten.
>> Im folgenden möchte ich meine Kritik fragend erläutern.
>>
>> - Wieso Hamburg?
>>
>> - Hamburg -- was ist das?
>>
>> - Ist Hamburg ein gemeinsamer Nenner für KünstlerInnen?
>>
>> - An welcher Stelle wird über Repräsentanz nachgedacht?
>>
>> - Wie wollt Ihr die Nähe zu Begriffen des Städtemarketings vermeiden?
>>
>> bzw. wo ist Kritik an der Vermarktung von Kunst im Sinne von
>> Städtemarketing?
>>
>> - Wer repräsentiert bei dieser Ausstellung wen und warum?
>>
>> - Wieso 300 KünstlerInnen?
>>
>> - Wieso A4?
>>
>> - Inwieweit eignet sich Flachware im Standard-DIN-Format für eine
>> Darstellung interdisziplinärer Kunst?
>>
>> - Wieso bekommen die KünstlerInnen für ihre eingereichten Arbeiten kein
>> Geld?
>>
>> - Was ist die inhaltliche Ausrichtung des Katalogs?
>>
>> - Wer sind die AutorInnen?
>>
>> - Wo bleibt das Beleuchten der Bedingungen, unter denen in Hamburg Kunst
>> produziert wird?
>>
>> - Inwiefern bezieht sich das Projekt auf das Buch >Wir nennen es Arbeit<
>> von Friebe/Lobo?
> 
> 
> Ihre Fragen finde ich sehr gut, Sie bringen sehr vieles auf den Punkt, was
> an dem Projekt fraglich ist. Es sieht nach einem konzeptuell dürftigem
> Rundumschlag aus, mit dem, ja was eigentlich bezweckt werden soll?
> Partizipation? woran?
> Stadtwerbung? wozu?
> Dass alle Künstlerinnen, egal, was sie machen in ein A4-Format gequetscht
> werden, ist schon sehr arrogant und zeigt das eigentliche Desinteresse an
> der Arbeit. Wahrscheinlich handelt es sich um einen simplen Deal: die
> Künstlerinnnen können sich hinterher in die Vita schreiben, dass sie mal im
> Kunstverein ausgestellt haben (und das ohne viel Aufwand) und der
> Kunstverein und Kampnagel können sich schmücken und ihre angeschlagenen
> Reputationen mit vielen Hamburger Künstlerinnennamen in Verbindung bringen
> -- was lokale Akzeptanz und Verbundenheit suggeriert. Eigenschaften nach
> denen man lange vergeblich suchen musste. Es ist ein symbolischer Tausch --
> und viele werden mitmachen.
> 
> Dass die Künstlerinnen nicht bezahlt werden deutet im übrigen auch darauf
> hin, dass den Arbeiten kein Wert beigemessen wird. Und wieso auch -
> schliesslich sind es nur Hamburger Künstlerinnen...
> 
> Es ist alles tragisch und bitter und macht einen traurig. Man kann nur
> hoffen, dass die Künstlerinnen ihre Selbstachtung bewahren und nicht
> teilnehmen.
> 
> Mit freunlichen Grüßen, A.H.
> 
> 
>> /So viele Berichte./
>> /So viele Fragen./
>> /B. Brecht/
>> / /
>> / /
>> Mit freundlichen Grüßen
>> Markus Dorfmüller
>> p.s. diesen Brief werde ich auch an andere KünstlerInnen weiterleiten und
>> in den echoverteiler stellen.
>>
>>
>> Markus Dorfmüller
>> Gausstr. 19a
>> 22765 Hamburg
>> 040-3908790
>> info at markusdorfmueller.eu <mailto:info at markusdorfmueller.eu>
>>
>> _______________________________________________
>> echo mailing list
>> echo at soundwarez.org
>> http://soundwarez.org/mailman/listinfo/echo
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