[echo] Ausstellung "Im Peutegrund"

Nana Petzet nana.petzet at snafu.de
Fri Aug 22 22:03:30 CEST 2008


Nana Petzet – “Im Peutegrund”

Im Bootshaus am Peutehafen

Peuter Elbdeich 21

Freitags von 14 – 20 Uhr, samstags von 14 – 20 Uhr, sonntags von 14 –  
20 Uhr

  Nana Petzet hat bei ihren Recherchen zum Thema Kultur und Natur auf  
der Elbinsel ein Gelände entdeckt, den “Peutegrund”. Das grüne Areal  
mit einem kleinen See liegt hinter dem Peutehafen zwischen Peutestraße  
und Peuter Elbdeich und ist in den letzten 30 Jahren zu einem  
einzigartigen Biotop geworden. Bis zur Flut von 1962 gab es dort  
Kleingärten. Heute ist der Peutegrund, der bei Hochwasser noch immer  
überflutet wird, Eigentum der Hamburg Port Authority (HPA).

Die auf der nahe gelegenen Veddel lebende Künstlerin hat die Natur im  
Peutegrund in einer filmischen Kurzdokumentation festgehalten. Der  
Film stellt unter Führung eines Ornithologen, eines Botanikers, eines  
Spezialisten für Insekten und eines Amphibienexperten die Tier- und  
Pflanzenwelt des Peutegrunds vor: Blutweiderich, Wespenspinne,  
Stabwanze und Reiher. Dabei gelang auch der Nachweis der Besiedelung  
durch die sehr seltene, gestreifte Zartschrecke, die in der Roten  
Liste in der Kategorie 1 „vom Aussterben bedroht“ geführt wird.

In Zusammenarbeit mit dem BUND befreite Nana Petzet einen kleinen Teil  
des Peutegrunds vom sich dort expansiv ausbreitenden japanischem  
Staudenknöterich. Eine Stück Land Art entstand durch die rostroten  
Flecken im grünen Biotop, während gleichzeitig die Neophyten- 
Problematik in den Blick gerückt wird. Neophyten sind Pflanzen, die  
vom Menschen aus fernen geografischen Regionen eingeführt wurden und  
sich hier über mehrere Generationen vermehren. Durch die  
Nephytenbeseitigung, gemeint als symbolische Rettung der Biodiversität  
des Peutegrunds –der Knöterich wächst schnell wieder nach –  wird  
deutlich, dass das Bewahren von Natur mitunter sogar Naturzerstörung  
beinhaltet. Denn in einer vollkommen vom Menschen gestalteten Umwelt  
muss auch Naturschutz in die natürlichen Abläufe eingreifen.

Die abgeschnittenen Knöterich-Stangen brachte Petzet zu ihrem  
Ausstellungsort, einem in direkter Nachbarschaft des Peutegrunds an  
der Norderelbe gelegenen Bootsschuppen. Hier zeigt sie den Naturfilm  
und die Dokumentation der Knöterichaktion. Die zu Matten geflochtenen  
Knöterich-Stangen fungieren als Ausstellungsarchitektur. Das  
Peutegrund-Projekt zielt darauf ab, einen bisher als  
Altlastenverdachtsfläche und Hafenerweiterungsgebiet definierten  
Brachraum in seinem Wert als Biotop sichtbar zu machen – und seine  
Neubewertung anzustoßen.

Petzets Arbeit legt den Gedanken nahe, dass es aus  
umweltschützerischen und stadtkulturellen Gesichtspunkten  
wünschenswert ist, die Natur – insbesondere natürliche Lebensräume in  
zeitweilig ungenutzten Hafenflächen – im größeren Maßstab dem  
Wildwuchs zu überlassen. Einem solchen an ökologischen  
Entwicklungsmöglichkeiten orientierten Denken stehen, wie so oft,  
jedoch ökonomische Interessen und kommerzielle Verfügbarkeit entgegen.  
Ist eine mögliche Symbiose von industrieller Nutzung und Umweltschutz  
denkbar? Ein zeitlich und räumlich flexibles Verbundnetz vieler  
kleiner Hafenbiotope wäre die Chance für einen „grünen“ Hafen.

Anfahrt von Norden: Nach den Elbbrücken erste Ausfahrt Richtung  
Veddel, im Kreisverkehr bleiben und unter der Autobahn durch, nicht  
wieder auf die Autobahn sondern Abzweigung „Peute“. Die Peutestraße  
entlang fahren bis links am Ende der Spundwand der „Peuter Elbdeich“  
kommt. In den Peuter Elbdeich einbiegen und stehen bleiben: Peutegrund  
ansehen! Dann dem Peuter Elbdeich um eine Linkskurve folgen, kurz vor  
dem Peutehafen ist rechts die Hausnummer 21 oben an einer gelben  
Hauswand zu sehen. Direkt über die Rampe, kommt man zum an der  
Norderelbe gelegenen Ausstellungsort.

Sehr gut ist auch eine Kombination aus S-Bahn und Fahrrad. Vom S- 
Bahnhof Veddel (Hinterausgang) fährt man an der Hochwasserschutzanlage  
am Zollhafen entlang, unter der Autobahn durch, rechts auf die  
Peutestraße und dann s.o....






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