[echo] Malalai Joya: Enemies of Happiness im Lichtmess-Kino
Bahari Ndogo
bahari1 at gmx.de
Wed Feb 13 10:37:06 CET 2008
Malalai Joya ist die diesjährige Preisträgerin des International Human
Rights Award, der im Rahmen der Berlinale von der Initiative Cinema for
Peace vergeben wird. Heute abend wird ihr Film im Lichtmess-Kino gezeigt.
Malalai Joya: Enemies of Happiness
13.02.2008 19:00 Uhr - 22:00 Uhr
Lichtmess Kino
Gaußstraße 25
Hamburg
Einführung:
Dr. Norman Paech, Hochschullehrer, Afghanistan-Kenner, Die Linke
Heike Hänsel, Entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke
Im Rahmen ihrer Nominierung für den International Human Rights Film Award
von Cinema for Peace hält sich die prominente afghanische Abgeordnete
Malalai Joya in Deutschland auf, um auf ihren Kampf für Frieden, Demokratie
und die Rechte der Frauen in ihrem Heimatland aufmerksam zu machen. Durch
die undemokratische Suspendierung von ihrem Mandat durch das afghanische
Parlament im Mai 2007 haben sich die Bedingungen für ihre Arbeit zusätzlich
erschwert.
Die 29jährige Joya überlebte vier Mordanschläge, bewegt sich in der
Öffentlichkeit stets unter der Burka versteckt und wird in täglich
wechselnden Unterkünften untergebracht. Ihr mutiger Einsatz für die
Bevölkerung und gegen die Macht der Warlords hat ihr in der Heimat und
international großen Respekt und viel Solidarität eingebracht. Immer wieder
weist sie darauf hin, dass sich die soziale Situation der Frauen in
Afghanistan durch die internationale Intervention nicht verbessert hat: 700
Kinder und 50 bis 70 Frauen sterben täglich auf Grund mangelnder
Gesundheitsversorgung. Die Lebenserwartung liegt unter 45 Jahren.
Der Dokumentarfilm Enemies of Happiness³ (DK, 2005) belegt das Engagement
von Malalai Joya eindrucksvoll. Die dänischen Filmemacherinnen Eva Mulvad
und Anja Al Erhayems zeigen Malalai Joya bei ihrer Arbeit als Abgeordnete
und als engagierte Fürsprecherin der Frauen. Im Mittelpunkt steht Malalai
Joyas Alltag in den Wochen vor den afghanischen Parlamentswahlen im Jahr
2005. Seit ihrer berühmten Rede in der Loya Jirga, wo sie sich mutig gegen
Kriegsverbrecher im Parlament aussprach, erfährt die junge Frauenrechtlerin
starke Unterstützung von der ländlichen Bevölkerung in ihrer Heimatprovinz
Farah. Dort unterhält Joya Projekte im Bildungs- und Gesundheitsbereich, für
die sie auf ihren Auslandsreisen Spenden akquiriert.
Anschließend an die Filmvorführung bietet sich die Gelegenheit für eine
ausführliche Diskussion mit Malalai Joya.
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Dr. Norman Paech, Hochschullehrer, Die Linke
1968 bis 1972 tätig im Bundesministerium für Wirtschaftliche Entwicklung in
Bonn, 1972 bis 1974 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle
der Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW) in Hamburg, 1975 bis 1982
Professor für Politische Wissenschaft an der Einstufigen Juristenausbildung
der Universität Hamburg, 1982 bis 2003 für öffentliches Recht an der
Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg.
Mitglied der "Vereinigung demokratischer Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler", der "Freundschaftsgesellschaft Vietnam-BRD", im
Wissenschaftlichen Beirat von "International Association of Lawyers against
Nuclear Armement" (IALANA) und "International Physicians for the Prevention
of Nuclear War (IPPNW), bei Attac und im Auschwitz Komitee.
1969 Eintritt in die SPD, 1972 bis 1973 Mitglied im Juso-Landesvorstand
Hamburg, 1977 bis 1986 Vorsitzender der Vereinigung demokratischer Juristen
in der BRD, 2001 Austritt aus der SPD. Mitglied des Bundestages seit 2005;
außenpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke.
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