Re: [echo] SPEED – Acht Filme über, mit und auf Amphetamin

hans-christian dany hcdany at googlemail.com
Tue Feb 26 21:25:20 CET 2008


PS: Das Programm läuft im Metropolis Kino.

Am 26.02.08 schrieb cornelia sollfrank <cornelia at snafu.de>:
>
> SPEED
>
> Acht Filme über, mit und auf Amphetamin
>
>    Amphetamin erlebte als Medikament gegen die psychische
> Normabweichung ADHS und als illegale Neuauflage in Form des
> Rauschmittels »Crystal« in den vergangenen Jahren ein Comeback. Hinter
> der mittlerweile fünfundsiebzig Jahre anhaltenden Karriere der Droge
> lässt sich auch eine erstaunliche Geheimgeschichte des 20.
> Jahrhunderts erkennen. Sie handelt von Beschleunigung,
> Produktivitätssteigerung, Grenzüberschreitung in der Kreativität und
> Körpergestaltung. An ihren Schauplätzen, zu denen immer wieder das
> Kino zählte, wird deutlich, warum eine Gesellschaft, die auf Konsum,
> Leistungssteigerung und Krieg beruht, nur unter Drogen funktionieren
> kann. Zusammengestellt wurde das Programm von Hans-Christian Dany,
> Autor des gerade erschienen Buches »Speed. Eine Gesellschaft auf
> Droge«, das er am Eröffnungsabend vorstellen wird. In Kooperation mit
> der Edition Nautilus, Arsenal Kino Berlin und der Hamburger
> Kunsthalle.
>
> Spun – Leben im Rausch   • OmU
> USA  2002,  Jonas Åkerlund   101 min.
> Mit Jason Schwarzmann, Brittany Murphy, Mickey Rourke, Debbie Harry
>   In seiner Gier auf Speed vergisst Ross seine Freundin gefesselt im
> Bett, was ihm den Zorn der rachlustigen Butch von nebenan auf die
> Fersen hetzt. Sein Dealer hat keine Ware, deshalb muss er direkt zum
> Drogen-Koch. Der stellt ihn erstmal als Fahrer ein, bis der
> Campingwagen, in dem sich das Labor befindet, explodiert. Der Film
> findet eine überzeugende Form für das schnelle, von Übersprüngen und
> Aussetzern geprägte Rauscherlebnis unter Einfluss von Crystal Meth.
> »Amusement at it´s own apocalyptic imagination« (The New York Times).
> 7.3. 19.00              Mit Lesung von Hans-Christian Dany
> Ciao! Manhattan   • OF
> USA  1972,  John Palmer, David Weismann
> Mit Edie Sedgwick, Isabel Jewell, Wesley Hayes
>   Edie Sedgwick, die in dem Film Susan heißt, wohnt in einer hellblauen
> Form. Über die Hälfte des Swimmingpools ist ein Zelt gespannt. Durch
> den fehlenden Rest kann die Mutter sie aus der Villa ständig
> beobachten. Sie sieht, wie sich ihre wenig bekleidete Tochter laut
> durch Gedanken brabbelt, die sich immer wieder in
> Kindheitserinnerungen zwischen Psychopharmaka und körperlicher Gewalt
> verfangen. Unterbrochen wird die farbige Filmgegenwart von
> schwarzweißen Rückblenden in Sedgwicks Vergangenheit als Star in Andy
> Warhols Factory. Wenige Wochen nach Ende der Dreharbeiten stirbt
> Sedgwick an einer Überdosis.
> 7.3. 22.00
>
> Die Satansweiber von Tittfield   • DF
> Faster, Pussycat! Kill! Kill!
> USA  1966,  Russ Meyer   83 min.
> Mit Tura Santana, Haji, Jori Williams
>   Ein Pop-Art-Klassiker und Prototyp des Women-on-Wheels-Films in dem
> drei potente Gogo-Girls mit einer ausgeprägten Vorliebe für Sportwagen
> in einer wilden Hatz die dumpfe Männerwelt des amerikanischen
> Mittelwestens terrorisieren.
> 8.3. 22.00       / 11.3. 21.15
>      Der Zauberer von Oz   • DF + OmU
>
> Wizard of Oz
> USA  1939,  Victor Fleming
> Mit Judy Garland, Frank Morgan, Ray Bolger
>   Ein kleines Mädchen wird für die Hauptrolle des Filmmusicals
> ausgewählt. Als die Produktion anläuft, bemerkt der Arbeitgeber, dass
> die pubertierende Darstellerin für den Charakter der kindlichen
> Dorothy körperlich zu alt wirkt. Gegen ihre weiblicher werdenden
> Formen verschreibt der Arzt des Filmstudios Amphetamin. Er verabreicht
> den Appetitzügler, bis sich das Wachstum des Busens auf Null
> reduziert. Mit aufgerissenen Augen, die aus endloser Ferne strahlen,
> singt Judy Garland »Over the Rainbow«, den ersten Superhit der
> amphetaminverstärkten Popkultur.
> 9.3. 17.00              DF / 12.3. 17.00         / 17.3. 17.00
> Drugstore Cowboy   • OmU
> USA  1989,  Gus Van Sant
> Mit Matt Dillon, Kelley Lynch, Heather Graham
>   Eine »Familie« junger Drogenbenutzer zieht in den frühen 70er Jahren
> durch den Nordwesten der USA. Medikamente, die sie aus Apotheken und
> Krankenhäusern entwenden, werden von ihnen mit großer Sachkenntnis zu
> Rauschmitteln zweckentfremdet, bis William S. Burroughs als heiliger
> Junkie auf Entzug ins Bild tritt. »One of the best films in the long
> tradition of American outlaw road movies« (Chicago Sun Times).
> 9.3. 21.15       / 12.3. 21.15
>
> Requiem of a Dream   • OmU
> USA  2000,  Darren Aonofsky   102 min.
> Mit Allen Burstyn, Jared Leto, Jennifer Connely
>   Sara Goldfarb lebt in der Verfilmung des gleichnamigen Romans von
> Hubert Selby allein mit ihrem Fernseher in New York. Aufgrund eines
> Missverständnisses beginnt sie eine Diät mit Amphetamin, um sich in
> eine Fernsehshow zu hungern. Während ihr heroinabhängiger Sohn den
> Fernseher im Leihhaus versetzt, beginnt sie sich durch die Mattscheibe
> zu halluzinieren.
> 15.3. 21.30      / 16.3. 21.30
>
> Vanishing Point   • OmU
> USA  1971,  Richard C. Sarafin   98 min.
> Mit Barry Newmann, Cleavon Little, Victoria Medlin
>   Kowalski hält sich mit Speed am Laufen. Beim Drogeneinkauf für den
> nächsten Job schlägt er in einen Wettvorschlag seines Dealers ein:
> Wenn er die Überführung eines Wagens von Denver nach San Francisco in
> Rekordzeit schafft, bekommt er die Ware anschließend günstiger. Gierig
> legt er den schweren Fuß aufs Gas und startet durch. Das Auto
> verkörpert in einer der längsten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte
> nicht nur die Sehnsucht auszubrechen, sondern noch stärker die
> Einschließung. Der Kultfilm des New-Hollywood-Kinos wiederholt den
> großen Traum der Kindheit, nur findet sich die schützende Höhle auf
> Rädern.
> 17.3. 21.15      / 20.3. 21.15
>
> Des Teufels General
> BRD  1955,  Helmut Käutner   117 min.
> Mit Curd Jürgens, Marianne Koch, Victor de Kowa
>   Den Flieger Ernst Udet, Vorlage für den General Harras im Film, hatte
> das Leben über den Wolken daran gewöhnt, ein strahlender Held zu sein.
> Um sein Versagen als mächtiger Bürokrat der Wehrmacht zu kompensieren,
> entwirft er in einem fort Möglichkeiten fliegender Wunderwaffen. Seine
> bekannteste Erfindung sollte der »Stuka« werden, ein Bomber, der im
> senkrechten Flug nach unten die direkteste Perspektive auf das zu
> erobernde Gelände liefert, um den Tod punktgenau ins Ziel zu tragen.
> Ein Phantasma, das sich aus einem halben Dutzend Pervitin(R) vor dem
> Frühstück nährte. Käutners Film nach dem Drama von Carl Zuckmayer
> bügelt Udets Biografie zum tröstenden Mythos vom Deutschen, der im
> Dritten Reich doch nur tat, was er immer getan hatte.
> 18.3. 17.00   / 19.3. 17.00
>
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