[echo] Auch 2008 gilt das Motto: vom Hinterconti ins Interconti!
cornelia sollfrank
cornelia at snafu.de
Wed Jan 2 12:38:18 CET 2008
hiermit erlaube ich mir einen kommentar aus dem THING-forum (http://
thing-hamburg.de) auf diese liste zu kopieren:
kulturstiftung des bundes fördert "subvision"
01.01.2008 | 23:15 Uhr | Alter: 12 Stunden
Von: Virginia Craven
Oh My Lord, Kulturstiftung des Bundes!
Hattest Du Dich anfangs durch kritische, urbanistische Projekte
profiliert (Ersatzstadt, shrinking cities), widmest Du Dich jetzt dem
Gegenteil: Nun fördert Du lieber solche Vorhaben, wie sie noch vor
kurzem in den Initiativprojekten kritisiert worden waren.
Mit dem Festival "subvision" in Hamburg wurde die Latte des für
förderungswürdig erklärten Verachtenswerten wieder etwas tiefer
gelegt: hier werden Bundesmittel in ein Projekt gesteckt, das Kunst
für die Aufwertungsinteressen der Hamburger Immobilieninvestoren
instrumentalisiert. "In der HafenCity Hamburg findet das Festival in
einem Areal von Schiffscontainern statt. " heißt es ganz unverblümt
in der Presseerklärung der Kulturstiftung des Bundes, die mit dem
Begriff *Off* getagged wurde. Über Hundert "Künstlerinitiativen aus
der ganzen Welt" will man in dieser prekären Architektur
unterbringen, deren ostentativer Flexibilismus dieselbe Kernaussage
gegenüber den "nicht-etablierten künstlerischen Strategien"
formuliert, wie man sie schon an anderer Stelle im Hamburger Hafen
erprobt hat: Über Jahre wurde Asylbewerbern in der Hansestadt durch
Unterbringung in Containerschiffen unmissverständlich klargemacht,
dass ihre Anwesenheit in Hamburg nicht erwünscht ist, und so scheint
man auch mit der "internationalen Perspektive" der "Off-Kunst" in der
Hafencity nur ein kurzes Techtelmechtel im Sinn zu haben.
Als Spezilist fürs subversiv-Visionäre hat sich der Künstlerische
Leiter der Veranstaltung, Martin Köttering, offenbar in seiner
Funktion als Präsident der HfbK profiliert. Die dort von ihm
hintergangenen streikenden StudentInnen hatten den unsolidarischen
Institutsleiter nämlich mit "nicht-etablierten künstlerischen
Strategien" zum Rücktritt aufgefordert, was der Geschmähte beleidigt
mit Nachtmalverbot und dem Einsatz von Wachdiensten in der
Bildungseinrichtung beantwortete.
Ein odeur von Vorteilsnahme verbreitet darüberhinaus die Tatsache,
dass der künstlerische Beirat der subvision-Veranstaltung, Hubertus
Gassner, als Direktor der Hamburger Kunsthalle bis vor wenigen Wochen
der Vorgesetzte von Jurymitglied Dr. Christoph Heinrich, damals Chef
der Galerie der Gegenwart, war...
transparency international, übernehmen Sie!
meint Ihre
Virginia Craven
Mehr dazu:
www.kulturstiftung-des-bundes.de/main.jsp
Wo es heisst:
subvision
*Kunst *Festival *Off
Weltweit haben sich abseits der großen Kunstmessen und -biennalen
neue Formen künstlerischer Aktivitäten und Vermittlungsstrategien
entwickelt. Diese Künstlerinitiativen, Produzenten-Galerien oder
artist run spaces arbeiten jenseits des etablierten Kulturbetriebs
dennoch erfolgreich und öffentlichkeitswirksam. Die drei großen
Hamburger Kunstinstitutionen - Hamburger Kunsthalle, Deichtorhallen
und die Hochschule für bildende Künste - wollen über Hundert dieser
Künstleriniativen aus der ganzen Welt nach Hamburg einladen. In der
HafenCity Hamburg findet das Festival in einem Areal von
Schiffscontainern statt. Eine kuratorische Arbeitsgruppe kombiniert
Projekte und Initiativen der bildenden Kunst mit vergleichbaren
Ansätzen aus Architektur, Zeitschriften, Internet, Film, Mode und
Design. Vor allem durch seine internationale Perspektive verspricht
das Festival vielfältige Einblicke in Qualität und Stellenwert nicht-
etablierter künstlerischer Strategien im Kulturbetrieb.
Künstlerische Leitung: Martin Köttering
Kuratoren: Brigitte Kölle, Tim Voss
Künstlerischer Beirat: Hubertus Gassner, Robert Fleck
Mitwirkende: Hamburger Kunsthalle, Deichtorhallen Hamburg, Hochschule
für Bildende Künste Hamburg
Termine:
27.08.2008 - 07.09.2008 HafenCity, Hamburg Ausstellung
Kontakt:
subvision GmbH
MKG Steintorplatz
20099 Hamburg
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