[echo] Ein Denkmal der Beliebigkeit ?
Mathias Lintl
inselvision at yahoo.de
Fri Jan 11 16:10:40 CET 2008
Moin zusammen
etwas spät aber ggf dennoch interessant.
gruss mathias
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Wilhelmsburger Wochenblatt, 27 Dez 2007
Nützt nichts, schadet nichts
Umstritten: Geplantes Auswanderer-Kunstwerk „Wings of Hope" auf der Veddel
CH. V. SAVIGNY, VEDDEL
Sie ist 23 Meter lang, bis zu sieben Meter hoch, und sie entzweit die
Gemüter im Stadtteil: die geplante Auswanderer-Skulptur „Wings of Hope"
(„Flügel der Hoffnung"), die nächstes Jahr auf dem Wilhelmsburger Platz
entstehen soll. „Man kann das machen, es nutzt aber nicht wirklich
etwas", so der Veddeler GAL-Politiker Jens Hardel. GAL und SPD fordern
stattdessen, dass das Geld -rund 500.000 Euro - für eine Umgestaltung
des Platzes ausgegeben wird. Die örtliche CDU dagegen rindet, dass der
Einwand zu spät komme. „Die Idee hätten Sie auch früher haben können",
so CDU-Mann Martin Damaszek.
Das geplante Kunstwerk soll aus einer begehbaren Plattform bestehen, die
von zwei Betonmauern eingefasst wird. Darauf werden die Namen von
Hamburger Ein- und Auswanderern eingraviert. An der Spitze der Skulptur
steht ein mehrere Meter hohes Metallteil, das -einen Schiffsbug oder ein
Segel symbolisiert. Das Kunstwerk war 2003 von der Stiftung Maritim in
Auftrag gegeben worden und sollte zunächst direkt neben den
Auswandererhallen aufgestellt werden. Neuer Standort ist nun der
Wilhelmsburger Platz. Auf diese Weise werde die Ballinstadt besser an
die Veddel angeschlossen, argumentieren die Initiatoren.
Klaus Lübke (SPD) findet, dass das nicht reicht. Viel sinnvoller sei es,
die Besucher über den Nordausgang des S-Bahnhofs zu feiten. Zu diesem
Zweck müsste ein Aufzug eingerichtet und der Bahnhofsvorplatz ausgebaut
werden. „Dann würde ich auch das Kunstwerk nehmen", so Lübke. Auch der
GAL-Abgeordnete Mathias Bölckow sprach sich für eine Neugestaltung aus:
„Der Wilhelmsburger Platz soll der Eingang der Veddel werden. Wenn das
Denkmal dabei hilft, dann begrüße ich es." Die GAL wünscht sich einen
Platz mit Aufenthaltsqualität und eventuell einem Cafe oder Biergarten.
Das geplante Denkmal „Wings of Hope" war bereits vom
GAL-Bürgerschaftabgeordneten Willfried Maier (GAL) als „beliebig"
kritisiert worden. Dazu Werner Schaarmann, einer der beiden beteiligten
Künstler: „Es ärgert mich, dass Herr Maier einfach so seine Meinung
kundtut, ohne einmal mit uns zu sprechen." Das Denkmal sei im Vorfeld
ausgiebig öffentlich präsentiert worden. „Deshalb verstehe ich die
Aufregung jetzt nicht", so Schaarmann.
Baubeginn ist im März 2008. Im Januar will Schaarmann mit Azubis von
Blohm&Voss beginnen, an der Stahlspitze zu arbeiten.
Wilhelmsburger Wochenblatt, 27 Dez 2007
Bahari Ndogo schrieb:
> lieber dieter, dass die kunstkommission außen vor bleibt, scheint inzwischen
> gang & gäbe zu sein. es entscheiden also menschen, die - so ist anzunehmen -
> wenig kunstkompetenz besitzen: investoren, eventmanager und bezirkspolitik.
> die schimmelmann-büste in wandsbek etwa wäre vermutlich nicht aufgestellt
> worden, wäre die kunstkommission beteiligt gewesen.
> jokinen
>
>
>
>> Von: dieter <fuer_eosander at web.de>
>> Datum: Wed, 26 Sep 2007 23:10:20 +0200
>> An: Bahari Ndogo <bahari1 at gmx.de>
>> Cc: echo <echo at soundwarez.org>
>> Betreff: Re: [echo] Ein Denkmal der Beliebigkeit ?
>>
>> wenn - wovon ich ausgehe - auch die Wilhelmsburger keineswegs erfreut
>> über so ein "Denkmal" sind, dann sollte man nicht kritisieren, dass
>> die kunstkommission außen vor blieb, sondern die bürgerschaft sollte
>> die 290.000 euro schleunigst für sinnvollere projekte umschichten.
>> davon steht in der gal pressemitteilung natürlich wieder nichts!
>>
>> Dieter Söngen
>>
>> Am 26.09.2007 um 18:31 schrieb Bahari Ndogo:
>>
>>
>>> Weiterleitung
>>>
>>> Presseerklärung der GAL-Bürgerschaftsfraktion 26. September 2007
>>>
>>> Kunstwerk "Wings of Hope"
>>> Ein Denkmal der Beliebigkeit
>>>
>>> Auf dem Wilhelmsburger Platz soll Mitte nächsten Jahres das Denkmal
>>> „Wings
>>> of Hope“ zum Gedenken an die über Hamburg Ausgewanderten und die nach
>>> Hamburg Eingewanderten entstehen. Das noch nicht existierende
>>> Kunstwerk hat
>>> eine bemerkenswerte Verwandlung erfahren – nicht nur in der
>>> Standortfrage.
>>> Dr. Willfried Maier, kulturpolitischer Sprecher der
>>> GAL-Bürgerschaftsfraktion meint: "Hamburg baut sich ein Denkmal der
>>> Beliebigkeit".
>>>
>>>
>>> "Wings of Hope" war ursprünglich geplant als Skulptur auf der
>>> Freifläche des
>>> Auswanderermuseums "Ballinstadt". Im Zuge der Senatsentscheidung
>>> für den
>>> "BallinPark" auf der Veddel wurde dann bestimmt, das Kunstwerk an
>>> einem
>>> anderen Ort und ausschließlich aus Spendenmitteln zu bezahlen. Die
>>> CDU-Fraktion setzte per Bürgerschaftsantrag durch, dass das
>>> Kunstwerk -
>>> mittlerweile als Denkmal bezeichnet - nun auf dem Wilhelmsburger Platz
>>> gebaut werden soll. "Für das Kunstwerk fehlt offenkundig die
>>> schlüssige
>>> Idee. Deswegen zeigt es sich in Aussage, Gestalt und Ort ausgesprochen
>>> flexibel", sagt Willfried Maier.
>>>
>>> Die Änderungen:
>>>
>>> Gestaltung
>>>
>>> Ursprünglich: Ellipse mit Spirale aus Beton, am Anfang der Spirale ein
>>> großes kupfernes Dreieck mit Anmutung eines Flügels oder Schiffsbugs.
>>> Durchmesser 20 bis 30 Meter, Höhe fünf bis acht Meter.
>>>
>>> Aktuell: Gebogene Betonmauern und an einen Flügel erinnerndes
>>> Betonteil.
>>>
>>>
>>>
>>> Inhalt
>>>
>>> Ursprünglich: Auswanderung. Symbol für Sorge und Angst vor dem
>>> Neuen, aber
>>> auch Hoffnung, Freude, Neugier.
>>>
>>> Aktuell: Denkmal der Migration zu Ehren der Auswanderer wie der
>>> Einwanderer.
>>>
>>>
>>>
>>> Standort
>>>
>>> Ursprünglich: Freifläche des Auswanderermuseums
>>>
>>> Aktuell: Wilhelmsburger Platz
>>>
>>>
>>>
>>>
>>> Finanzierung
>>>
>>> Ursprünglich: im Rahmen BallinStadt
>>>
>>> Zwischenzeitlich: komplett aus Spendenmitteln
>>>
>>> Aktuell: komplett aus öffentlichen Mitteln
>>>
>>>
>>>
>>> Preis
>>>
>>> Urspünglich: 270.000 Euro
>>>
>>> Aktuell: 290.000 Euro
>>>
>>>
>>> Mit Hilfe einer Schriftlichen Kleinen Anfragen an den Senat will
>>> Willfried
>>> Maier mehr über die Hintergründe erfahren. Zum Beispiel muss der Senat
>>> erklären, warum die für Fragen der "Kunst im öffentlichen Raum"
>>> zuständige
>>> Kunstkommission nicht an der Entscheidung beteiligt wurde.
>>>
>>>
>>> Willfried Maier resümiert: "Ein merkwürdiger Vorgang: Die Stadt
>>> gibt sich
>>> ein Denkmal - und offenkundig hat niemand darüber nachgedacht, was es
>>> darstellen soll, wie es aussehen soll und wo es hingehört".
>>>
>>>
>>> Eine Skizze des ursprünglich für die BallinStadt konzipierten
>>> Kunstwerks
>>> findet sich auf der Seite des Künstlers Werner Schaarmann:
>>> http://www.netsamurai.de/netplanet-harburg/schaarmann-info.htm
>>>
>>>
>>> Eine Skizze der aktuellen Denkmalversion findet sich auf der
>>> Homepage der
>>> BallinStadt:
>>> http://www.ballinstadt.com/de/BallinStadt/wingsOfHope.htm
>>>
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