[echo] LEERE TASCHEN
doro carl
doro at abbildungszentrum.de
Wed Jan 23 18:57:16 CET 2008
Presseinformation
Hamburg, den 21. Januar 2008
LEERE TASCHEN
Armut und soziale Ausgrenzung damals und heute im Film
In Zusammenarbeit mit dem STRASSENMAGAZIN HINZ & KUNZT und dem DGB
Hamburg
sowie mit CaFée mit Herz – sozialer Hafen auf St. Pauli, PIK AS –
„Übernachtung und mehr“ für obdachlose Männer auf St. Pauli (seit
1913), ragazza – Kontakt- & Beratungsstelle für drogenabhängige und
sich prostituierende Frauen in St. Georg,
Stadtmission Hamburg (seit 1848) – und Bahnhofsmission –
Anlaufstelle und Schutzraum für Obdachlose, Reisende, Asylsuchende
und Menschen in Krisen sowie Diakonisches Werk Hamburg mit der
Schuldnerberatung und dem Sperrgebiet (Café, Schutz und Perspektive
für drogenabhängige, sich prostituierende junge Frauen in St. Georg)
Filme, Vorträge & Gespräche
Live-Vertonung von Stummfilmklassikern und musikalische Rahmenprogramme
Kino Metropolis, Hamburg: 17. Januar – 24. Februar 2008
Auftaktveranstaltung der zweiten Programmstaffel im Jan./Feb. 2008
Um’s tägliche Brot – Hunger in Waldenburg (D 1929, Phil Jutzi, 40’):
Ein Klassiker des proletarischen Kinos: Ein arbeitsloser Weber findet
auch in der Industrie keine Anstellung – dafür aber beim Streit um
die Miete den Tod.
Live-Musik: Tuten & Blasen.
Hochhaus (D 2006, Nikias Chryssos, 40’):
Unter den Fittichen seines repressiven Bruders schlägt sich der
zwölfjährige Daniel durch den Alltag einer fast schon entvölkerten
Wohnsilosiedlung.
Sonntag, 3.2. 2008, 19.30 Uhr
KINO METROPOLIS
Dammtorstraße 30 A, 20354 Hamburg
Tel. 040 – 34 23 53 / www.metropoliskino.de
Reservieren Sie bitte rechtzeitig Ihre Kinokarten (10 Euro/ 8 Euro)
unter
info at kinemathek-hamburg.de / Tel: 040 – 34 23 53
Für weitere Programminformationen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf Ihren Besuch!
Kinogespräche im Metropolis
30.1.2008, 19 Uhr im Anschluss an die Filmvorführung von Netto
(Robert Thalheim, D 2005). Thema: Ich-AG’s, unständige Arbeit,
tariflose Beschäftigung, Arbeitsvermittlung und Jobcenter. Im
Metropolis zu Gast: Roland Kohsiek, ver.di-Landesbezirk Hamburg
6.2.2008, 19 Uhr im Anschluss an die Filmvorführung von Der Mann
ohne Vergangenheit (Aki Kaurismäki, FIN 2004). Thema: Psychosoziale
Erkrankungen, Hilfesuchende Passagiere, „Heimkehrer und Flüchtlinge“.
Im Metropolis zu Gast: Ulrich Hermannes, Stadtmission Hamburg
(www.stadtmission-hamburg.de)
7.2.2008, 19 Uhr im Anschluss an die Filmvorführung von Die 3-
Groschen-Oper (G.W. Pabst, D 1930). Thema: Bettler in Hamburg,
Bettlerverbote, Bettlermarsch. Im Metropolis zu Gast: Margot Wolf,
CaFée mit Herz, Im Vorprogramm Obdachlosen- und HartzIV-EmpfängerChor
(www.cafeemitherz.de )
14.2.2008, 19.30 Uhr im Anschluss an die Vorführung von Im Zeichen
des Löwen (Eric Rohmer, F 1959). Thema: Obdachlosigkeit in Hamburg.
Im Metropolis zu Gast: Hartwig Kwella, PIK AS (www.foerderverein-pik-
as.de & www.foerdernundwohnen.de )
15.2.2008, 19 Uhr im Anschluss an die Filmvorführung von Valerie
(Birgit Möller, D 2006). Thema: Überschuldung privater Haushalte,
Schuldnerberatung. Im Metropolis zu Gast: Gunthard Nieder,
Schuldnerberatung der DIAKONIE (www.schuldnerberatung-hamburg.de )
22.2.2008, 19 Uhr im Anschluss an die Filmvorführung von Lilja 4-
ever (Lukas Moodysson, S 2002). Thema: obdachlose Frauen,
Prostitution, Drogensucht + Menschenhandel. Im Metropolis zu Gast:
Gudrun Greb und Maria Wille von Ragazza (www.ragazza-hamburg.de )
und Vertreterinnen der diakonischen Einrichtung
„Sperrgebiet“(www.sperrgebiet-hamburg.de)
Programm: weitere Infos s.a.: www.metropoliskino.de
Früchte des Zorns (USA 1940, John Ford, 128’/105’): Arbeitsmigration
in Amerika: Verarmte Landarbeiter finden während der Wirtschaftskrise
der 30er Jahre kein Auskommen mehr. Sie machen sich durch Hitze und
Staub auf den Weg ins gelobte Land Kalifornien. Ausgezeichnet mit
zwei Oscars. Hauptrolle: Henry Fonda. DF: 23.1. 1700 / OF: 25.1. 1900
Lichter (D 2002, Hans-Christian Schmid, 100’): Migration in Europa:
Momentaufnahmen sozialer Trostlosigkeit an der bisherigen Ostgrenze
»Schengen-Europas« diesseits und jenseits der Oder. Ein mehrfach
ausgezeichneter Ensemblefilm mit Maria Simon, Devid Striesow, August
Diehl, Herbert Knaup, Henry Hübchen. 23.1. 1900 / 25.1. 2115
Fahrraddiebe (I 1948, Vittorio De Sica, 87’): Gemeinsam mit seinem
kleinen Sohn irrt ein Arbeitsloser auf der Suche nach seinem
gestohlenen Fahrrad durch Rom – und wird aus Not schließlich selbst
zum Dieb. Ein Klassiker des europäischen Nachkriegskinos. 26.1.
1700 / 30.1. 1700
Netto (D 2005, Robert Thalheim, 90’): Ein arbeitsloser Countryfan
droht mit vagen Geschäftsgründungsideen im Prenzlauer Berg zu
versumpfen – bis sein 15-jähriger Sohn in der Tür steht und sich als
»Bewerbungscoach« andient. Eine unverkrampfte Darstellung sozialer
Wirklichkeit in Deutschland. 26.1. 2115 / 30.1. 1900 Mit Kinogespräch
– Zu Gast: Roland Kohsiek, ver.di-Landesbezirk Hamburg
Um’s tägliche Brot – Hunger in Waldenburg (D 1929, Phil Jutzi,
40’): Ein Klassiker des proletarischen Kinos: Ein arbeitsloser Weber
findet auch in der Industrie keine Anstellung – dafür aber beim
Streit um die Miete den Tod. Live-Musik: Tuten & Blasen.
Hochhaus (D 2006, Nikias Chryssos, 40’): Unter den Fittichen seines
repressiven Bruders schlägt sich der zwölfjährige Daniel durch den
Alltag einer fast schon entvölkerten Wohnsilosiedlung. 3.2. 1930 Zu
Gast: Regisseur Nikias Chryssos (angefragt)
Sullivans Reisen (USA 1941, Preston Sturges): Eine
Depressionskomödie: »O Brother, Where Art Thou?« soll der
sozialkritische Film heißen, von dem sich ein Hollywood-Regisseur den
künstlerischen Durchbruch erhofft. Als Landstreicher getarnt zieht er
los, um das Leben der Ärmsten der Armen kennen zu lernen. OF: 5.2.
1700 / 6.2. 2115
Der Mann ohne Vergangenheit (FIN 2004, Aki Kaurismäki, 97’): Eine
Depressionsromanze: Ein Mann ohne Erinnerung und Identität findet in
einer Containersiedlung ein kleines Stück Glück. »Einen Traum,
geträumt von gebrochenen Herzen, deren Taschen leer sind«, nennt
Kaurismäki diesen Teil seiner »Trilogie über Arbeitslosigkeit«. OmU:
6.2. 1900 Mit Kinogespräch – Zu Gast: Ulrich Hermannes, Stadtmission
Hamburg / 7.2. 1700 / 11.2.2115
Die 3-Groschen-Oper (D 1930, G.W. Pabst, 110’): Existenzkampf,
Niederlage und Rettung des Londoner Straßenräubers Macheath, genannt
Mackie Messer, den sein Schwiegervater, der Bettlerkönig Peachum, an
den Galgen bringen will. Bettler, Betrüger, Dirnen und korrupte
Polizei in einem »Song-Contest« von Brecht/Weill. Mit Rudolf Forster,
Lotte Lenja, Ernst Busch. 7.2. 1900 Mit Kinogespräch – Zu Gast:
Margot Wolf (CaFée mit Herz) / 8.2. 1700
8 Mile (USA 2002, Curtis Hanson, 118’): Eine »Groschenoper des
HipHop«, angesiedelt in einem Wohnwagencamp von Detroit. Hier rappt
und ackert Mitte der 90er Jahre der junge Jimmy, denn er will hier
raus! In der Hauptrolle: Star-Rapper Eminem, an dessen eigener
Erfolgsstory sich der Film orientiert. DF: 7.2. 2115 / 8.2. 1900
Es beginnt heute (F 1999, Bertrand Tavernier, 117’): Kinderschicksale
im Norden Frankreichs. Der Direktor einer Vorschule erlebt den
wirtschaftlichen Niedergang der Region hautnah mit: Alle Nöte der
Erwachsenen sind auch im Alltag der Kinder präsent. Ausgezeichnet mit
dem Kritikerpreis bei der Berlinale 1999. OmU: 12.2. 1700 / 13.2. 21.15
Dodeskaden – Menschen im Abseits (J 1970, Akira Kurosawa, 139’): Eine
poesie- und phantasievolle Schilderung der Kraft und Würde, die eine
im Elend lebende Bevölkerungsschicht aufbringt – zusammengehalten
durch die Figur eines geistig behinderten Jungen, der täglich eine
imaginäre Straßenbahn durch das Elendsviertel einer Großstadt fährt.
OF/Engl. UT: 12.2. 1900 / 14.2. 1700
Im Zeichen des Löwen (F 1959, Eric Rohmer, 103’): Down and out in
Paris: Ein Amerikaner hat eine Erbschaft gemacht. Doch weil ihn das
Geld nicht erreicht, landet er in auf der Straße und saust in der
französischen Metropole rapide die soziale Stufenleiter hinab. Das
absolut herzergreifende Spielfilmdebüt Eric Rohmers. OmU: 14.2. 1930
Mit Kinogespräch – Zu Gast: Hartwig Kwella (PIK AS) / 15.2. 1700
Valerie (D 2006, Birgit Möller, 85’): Down and out in Berlin: Das
Fotomodell Valerie, 29, ist pleite und ein neuer Auftrag nicht in
Sicht. Ihr Auto in der Tiefgarage eines Luxushotels ist Valeries
einziger Rückzugsort – doch auch der bricht ihr weg. Eine Odyssee
durchs Zentrum der »Berliner Republik«, von draußen gesehen. 15.2.
1900 Mit Kinogespräch – Zu Gast: Gunthard Nieder (Schuldnerberatung
der Diakonie)
Broken Blossoms (USA 1919, David Wark Griffith, 88’): Eine junge,
zarte Frau aus den Londoner Slums findet Zuneigung und Schutz bei
einem Chinesen – was ihr gewalttätiger Vater nicht zulassen will. Ein
stilbildendes Sozial-Melodram des amerikanischen Filmpioniers David
Wark Griffith mit der unvergleichlichen Lillian Gish. OF: 16.2.
1700 / 18.2. 1700
Die Liebenden von Pont-Neuf (F 1991, Leo Carax 90’): Ein
leidenschaftliches Melodrama jenseits der Normalität: Ein obdachloser
Feuerschlucker und eine Malerin, die zu erblinden droht, finden Halt
aneinander auf einer gesperrten Brücke über der Seine. Doch eines
Tages gerät ihre Liebe in große Gefahr. Mit Juliette Binoche. DF:
16.2. 1900 / 17.2. 1900 / 18.2. 2115
Rosetta (B 1999, Luc und Jean-Pierre Dardenne, 99’): Rosetta und ihre
Mutter leben im Wohnwagenpark. Während ihrer Mutter der Alkohol
zusetzt, sucht das Mädchen verzweifelt Wege aus der Misere – und
fällt doch immer wieder in sie zurück. Ein großer Film der belgischen
Minimalisten Dardenne. Die Zeit: »Ein Film wie Rosetta rechtfertigt
das Überleben des Kinos« Ausgezeichnet mit der Goldenen Palme in
Cannes 1999. OmU: 19.2. 1700 / 20.2. 1900
Vogelfrei (F 1985, Agnès Varda, 100’): In einem Weinberg wird die
Leiche einer jungen Landstreicherin entdeckt. Vermutlich erfror sie
während der Nacht. Menschen, die ihr flüchtig begegneten, erinnern
sich an das Mädchen. Ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen in Venedig
1985. Mit Sandrine Bonnaire. OF/Engl. UT: 19.2. 1900 / 20.2. 2115
Accattone – Wer nie sein Brot mit Tränen aß (I 1961, Pier Paolo
Pasolini, 115’): Das tragische Schicksal des Zuhälters Accattone, der
in einer Vorstadt von Rom aus Liebe zu einem Mädchen zum Dieb wird.
Mit seiner Leidensgeschichte erzählte Pasolini zugleich die »Passion«
des italienischen Subproletariats. DF: 22.2. 1700 / 24.2. 1900 /
25.2.2115
Lilja 4-ever (S 2002, Lukas Moodysson, 109’): Die Passion eines
jungen Mädchens aus der ehemaligen Sowjetunion, das auf einen
Zuhälter hereinfällt und sich mit falschen Versprechungen in den
Westen locken lässt. Lukas Moodysson: »Menschenhandel, wie ich ihn
darstelle, basiert auf der Kluft zwischen Arm und Reich.« OmU: 22.2.
1900 Mit Kinogespräch – Zu Gast: Gudrun Greb und Maria Wille von
ragazza und Vertreterinnen der diakonischen Einrichtung
„Sperrgebiet“ / 24.2. 2115
Wo anders sein
D 2004, Christine Burkart, Ulrike Schaz 54 min.
»Wo anders sein erzählt vom Alltag drogenabhängiger Prostituierter in
St. Georg. Das Leben der Frauen auf der Straße draußen ist hart und
zerrissen. Der Film entstand vor allem im ›ragazza‹, einer
Einrichtung für drogenabhängige Prostituierte. Über mehr als zwei
Jahre erlaubten uns die Frauen, Ausschnitte aus ihrem Alltag und
ihrer Geschichte aufzuzeichnen. Entstanden ist ein naher Film, der
die Ortlosigkeit des Drogenalltags spürbar macht, aber die Frauen
mitnichten als hilfslose Opfer zeigt.« (Christine Burkart, Ulrike Schaz)
23.2. 1700 Mit Gästen
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Rita Baukrowitz
Kinemathek Hamburg e.V.
Dammtorstraße 30a
D-20354 Hamburg
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Fax: ++49 (0)40 35 40 90
eMail: rita at kinemathek-hamburg.de
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