[echo] Echo Donnerstag, 10.07.2008: Ulli Falke und Carola Bahnmüller im EINSTELLUNGSRAUM e.V.
Jörn Müller
mueller at gute-stuecke.de
Mon Jul 7 19:52:16 CEST 2008
EINSTELLUNGSRAUM e.V.
Einladung
Ulli Falke und Carola Bahnmüller
BREMSVORTEIL
Ein Plädoyer für Muße
Installation und Ausstellung
Eröffnung:
10. Juli 2008, 19:00 Uhr
Einführung: Dr. Johannes L. Schröder
Ausstellung:
11. bis 25. Juli 2008
Geöffnet:
dienstags bis freitags 17:00 - 20:00 Uhr und nach Vereinbarung
Finissage:
25. Juli 2008, 19:00 Uhr
Rohrgesänge
Elisabeth Böhm-Christl und Susanne Benner - Fagottduo, Berlin
Ulli Falke zu der Ausstellung:
Das Thema Bremsen - Erstreaktion: Abwehr. Ich bemerke die spontane
Gleichsetzung von Bremsen mit Stillstand -- Bewegungsende --
Entwicklungsende -- Tod, was zunächst mit Angst und Ablehnung verbunden
ist. Ich erkenne mich darin als Zeitgenossin einer hastenden
Gesellschaft, des Multitasking und einer Zeit ist Geld- Mentalität.
Die zweite Assoziation, ein Zitat von Christa Reinig: Müßiggang ist
aller Liebe Anfang führt mich zum Vorteil des Bremsens: Verlangsamung --
Innehalten -- Besinnung -- Voraussetzung für Richtungswechsel, für
Entwicklung und Veränderung.
Die Wochenzeitung DIE ZEIT vom 18.10.2007 schreibt von Entschleunigung,
von Zeitökonomie und einem Recht auf Bedenkzeit. An der TU Dresden wird
nach den Ursachen der Beschleunigung in Wirtschaft und Gesellschaft
geforscht und der Frage nachgegangen ob Entschleunigung zum Nachhaltigen
Wirtschaften beiträgt. Auf deutschen Autobahnen fand sich der Slogan Die
Entdeckung der Gelassenheit.
Hannah Arendt hat sich in Vita Activa zu Muße geäußert. Muße meint nicht
Erholungszeit.
Muße = primetime, wache, freie unbesetzte Zeit. Muße als Voraussetzung
für künstlerische wie wissenschaftliche Erkenntnis und aktives Handeln.
Wer über sich und die Welt nachdenken will, braucht Zeit. Wer sich keine
Zeit lässt, reproduziert immer nur alte Ansichten und Gewohnheiten.
Wenn die Bremsen versagen, kann nur ein Aufprall mit voraussichtlich
dramatischen Folgen die rasante Fahrt stoppen, es sei denn eine
Notfallspur bietet Rettung.
1991 bei einer Reise durch den Südwesten der USA sah ich erstmals
runaways (Notfallspuren), sogar in dünn besiedelten Gebieten. Diese
aufwendige Vorsorge hat mich eigentümlich angerührt.
In diesem Jahr wurde im hessischen Gersfeld in der Rhön eine Notfallspur
eingeweiht.
Dies ist der fünfte Beitrag zum Jahresthema Bremsen im EINSTELLUNGSRAUM.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
EINSTELLUNGSRAUM e.V.
FÜR KUNST IM STRASSENVERKEHR
Wandsbeker Chaussee 11
22089 Hamburg
www.einstellungsraum.de
Tel./Fax: 040 - 251 41 68
U1 Wartenau
Bus 25, 35, 36
Gefördert vom Kulturausschuss des Bezirksamtes Hamburg-Wandsbek und der
Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg
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Vorschau:
ANTJE BROMMA - BREMSEN UND FLIEGEN
Installation
Eröffnung: 28.08.2008, 19:00 Uhr
Einführung: Johannes Lothar Schröder
Ausstellung: 29.08.-12.09.2008
SCHUBUMKEHR - Performancetage zum Jahresthema Bremsen
Freitag von 18 bis 21 Uhr
Hans-Christian Dany (Lesung), Performance von Roy Vaara und Kira Stein
Samstag von 14 bis 17 Uhr
Performances von Monica Pantel und Holger Steen und Lars Müller (Vortrag)
Einführung und Moderation von Johannes Lothar Schröder
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