[echo] WALK OF FAME: 06.06.2008 Christoph Ziegler/Wolfgang Schindler/Lena Brüggemann, Ilja Drewniok, Tibor Müller, Stefan Riebel
melike bilir
WalkofFame at web.de
Wed Jun 4 11:02:51 CEST 2008
Herzliche Einladung
zu den kommenden 3 Eröffnungen am Freitag, den 06. Juni 2008 ab 19 Uhr
in die 3 Ausstellungsräume des WALK OF FAME. (Dammtorstrasse 30/31, 20354 Hamburg)
Öffnungszeiten und Zeitraum der Ausstellungen:
Dauer: 07. Juni 2008 bis 23. Juni 2008
Geöffnet: Mi + So von 16 bis 19 Uhr
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- ARAL CITY ULTIMATE PLUS - AUFTANKEN MIT GUTEM GEWISSEN (Objektinstallation)
Christoph Ziegler
Christoph Ziegler beschreibt in seinen Rauminstallationen die Innen- und Außenseiten urbaner Lebensmodelle, die durch das Aufeinandertreffen eines glatt inszenierten "Hi-Fi" technologischer Uniformität auf ein raues "Lo-Fi" individueller Fiktionen ihren hybriden Charakter gewinnen. Modellhafte Architekturen und apparatartige Konstruktionen werden dabei zu Synonymen einer Kritik der ökonomischen und funktionellen Dimension der technologisch diktierten Lebenswelt.
Unter Verwendung teils gefundener Bauelemente, teils konventioneller Baumarkt-Materialien, entstehen Collagen, Assemblagen und provisorische Objekte, die von Ziegler durch Beleuchtung, Ton oder Bewegung räumlich in Szene gesetzt werden.
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- PLANESPOTTING - (Installation/Photographie)
von Wolfgang Schindler
Ein Bild ist immer besser, wenn darauf auch ein Flugzeug zu sehen ist.
Zu dieser Erkenntnis kamen schon Robert Delaunay und Franz Radziwill,
denn zu ihrer Zeit waren die damaligen Flugzeuge (Aeroplane, Luftschiffe und Ballone)
Symbole für Fortschritt, für die gerade angebrochene Moderne
und für den gottgleichen Blick, den Menschen nun aus der Höhe auf ihre Welt haben konnten (....)
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- INVASIONEN -
Lena Brüggemann
Ilja Drewniok
Tibor Müller
Stefan Riebel
Verspielt, dezent, gewaltig und kaum sichtbar - Arbeiten von Lena Brüggemann, Ilja Drewniok, Tibor Müller und Stefan Riebel. Die vier Leipziger Medienkunststudenten hacken, kratzen, fräsen und drängen sich in den Ausstellungsraum des Walk of Fame in Hamburg. Und sie bleiben! Mit unterschiedlichen Strategien wird auf das Thema INVASIONEN zugegriffen und der Ort vereinnahmt - es werden Installationen, interaktive Objekte und Performance zu sehen sein, die sich von archaisch brutal bis subtil dem Gedanken der Invasion nähern.
http://www.kunstwerk-leipzig.de/
http://www.stefanriebel.de/
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07. Juni 2008 bis 23. Juni 2008
Geöffnet: Mi + So von 16 bis 19 Uhr
oder nach Vereinbarung:
Melike Bilir, www.walkoffame at web.de
Dammtorstrasse 30/31, 20354 Hamburg
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Wolfgang Schindler: Planespotting (Fotografie und Installation)
Ein Bild ist immer besser, wenn darauf auch ein Flugzeug zu sehen ist. Zu dieser Erkenntnis kamen schon Robert Delaunay und Franz Radziwill, denn zu ihrer Zeit waren die damaligen Flugzeuge (Aeroplane, Luftschiffe und Ballone) Symbole für Fortschritt, für die gerade angebrochene Moderne und für den gottgleichen Blick, den Menschen nun aus der Höhe auf ihre Welt haben konnten.
Hundert Jahre später taugen Flugzeuge nicht mehr als Metapher für eine gloriose Zukunft, denn es wurden zuviele Bomben aus ihnen abgeworfen, sie geben zuviel Kohlendioxyd an die Atmosphäre ab und man hat sich schon lange an sie und ihre Vorzüge gewöhnt; sie sind einfach nichts Besonderes mehr. Selbst die teilweise aus der (militärischen) Luftfahrt hervorgegangene Raumfahrt war nur solange futuristisch, bis Menschen den Mond betreten hatten und sogar mit einem Auto darauf herum gefahren waren. Nach dem Ende des Apollo-Programms verblasste das Versprechen einer universalen Mobilität, während die im Schatten des Raketenfluges entstandenen Technologien der Steuerung und der Kontrolle sich weiter entwickelten zu unseren heutigen Kommunikations- und Datenverarbeitungstechnologien.
Obwohl deren Elemente der gegenwärtige Motor des Fortschrittes sind, sind sie keine Ikonen der sozialen und technischen Entwicklung: Ein Computer oder ein Mobiltelefon bringen keine sonderliche Dynamik in ein Bild, ein integrierter Schaltkreis, heute Chip (Splitter oder Span) genannt, ist zu winzig, um in Abbildungen des Alltags eine Rolle zu spielen, und obwohl es in der Gentechnologie in den letzten zwanzig Jahren einen rasanten Zuwachs an Wissen und Möglichkeiten gegeben hat, werden gleichzeitig zur Illustration derselben immer die gleichen Bilder von DNA-Strängen oder Injektionsnadeln benutzt.
Kleine Gegenstände funktionieren nicht gut als Symbole für große Veränderungen, und deswegen sind die fliegenden Dinge der schon lange vergangenen Zukunft immer noch Metaphern der gesellschaftlichen Veränderungen, nicht wegen einer heute nicht mehr gegebenen Aktualität, sondern wegen ihrer alten Stärke als Symbole, wegen ihrer einzigartigen Verdeutlichung eines damals noch ungebrochenen Versprechens. Sie stehen nicht für sich selbst als Bild einer zukünftigen Lebensweise, sondern als Zeichen für einen uns heute schon lange verloren gegangenen sozialutopischen Optimismus, und so werden sie zu Fetischen des sogenannten Retrofuturismus.
Mir selbst geriet das Flugzeug sehr früh in mein Blickfeld: Ich war erst einige Monate auf der Welt und meine Eltern fuhren mich gerne im Kinderwagen spazieren und da die Reihenhaussiedlung, in welcher wir wohnten, unterhalb der Einflugschneise des nahegelegenen Flughafens lag, war es wohl unausweichlich gewesen, dass irgendwann eines der neuen vierstrahligen Düsenflugzeuge tief und mit ohrenbetäubendem Lärm über uns hinwegflog. Der Lärm erschreckte mich, vor allem, weil ich nicht erkennen konnte, woher er kam, aber plötzlich sah ich das erste Flugzeug meines Lebens aus der Tiefe meines Kinderwagens, es zeigte sich sekundenlang als schwarze Silhouette hinter den laublosen Ästen der Bäume am Weg, den ich gerade entlang geschoben wurde.
Dieses unendlich laute Standbild blieb mir für immer im Gedächtnis und es war der Kristallisationspunkt für das Konglomerat aus all den folgenden Impressionen der fliegenden Gegenstände während meiner Reihenhaus-Kindheit unter der Einflugschneise in den 1960ern, und für alles, was ich dazu an Raketen und Raumkapseln im noch farblosen Fernsehen sah. Und ich glaubte, was mir die Bilder versprachen, ich freute mich als Kind auf die mir im einundzwanzigsten Jahrhundert zur Verfügung stehende Geschwindigkeit und Reichweite, und ich muss gestehen, dass ich mich heute immer noch ein wenig beschwindelt fühle. Meine Bilder sind also weniger Erklärungen oder Entschuldigungen für eine naive Vorliebe, sondern eher Beschwichtigungen, die ich mir selbst gebe.
Quellen und weiterführende Literatur:
Asendorf, Christoph: Super Constellation: Flugzeug und Raumrevolution, Springer-Verlag, Wien, 1997.
Pauser, Wolfgang: Raumflug rückwärts, DIE ZEIT Nr. 34 vom 19. August 1999, Hamburg.
Fotografie und Zitat aus:
Killer, Jakob: Verkehrsflugzeuge und Luftverkehr, Verlag Hallwag, Bern, 1959.
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Aral City Ultimate Plus - Eine Objektinstallation von Christoph Ziegler
Fertiggerichte im Tiefkühlpack
Sonderangebote per Telefon zur Mittagszeit
Freizeitfarben so weit das Auge reicht
Krieg um Öl, Krieg um Wasser und Gas
während Strom fließt / kein Strom fließt
Auftanken mit gutem Gewissen.
Die urbane Realität verändert zugleich mit der kommerziellen Besetzung von Räumen fortwährend ihr Gesicht, wird zur Fassade aus Formen, Zeichen und Oberflächen, die in ihrer medialen Präsenz auf ein künstliches Anderes verweisen. An verschiedensten Orten simultan platziert, reproduziert die Kosmetik einheitlicher "corporate designs" Versprechungen von Lebensqualität, Ordnung, Vertrauen und Identität, und modelliert damit eine perfekte Welt des Scheins und des guten Gewissens gegenüber dem Produkt, hinter dem sich die eigentlichen ökonomischen Strukturen verbergen.
Christoph Ziegler beschreibt in seinen Rauminstallationen die Innen- und Außenseiten urbaner Lebensmodelle, die durch das Aufeinandertreffen eines glatt inszenierten "Hi-Fi" technologischer Uniformität auf ein raues "Lo-Fi" individueller Fiktionen ihren hybriden Charakter gewinnen. Modellhafte Architekturen und apparatartige Konstruktionen werden dabei zu Synonymen einer Kritik der ökonomischen und funktionellen Dimension der technologisch diktierten Lebenswelt.
Unter Verwendung teils gefundener Bauelemente, teils konventioneller Baumarkt-Materialien, entstehen Collagen, Assemblagen und provisorische Objekte, die von Ziegler durch Beleuchtung, Ton oder Bewegung räumlich in Szene gesetzt werden.
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