[echo] Neue Stabsabteilung für Kreative Orte

judith haman moxnox at hierunda.de
Wed Jun 11 12:10:40 CEST 2008


Di. 17. 6. 20 h  Eintritt € 3
Eine Hamburger Kulturraumstiftung anstossen!
Kultwerk West hat 2007 Finanzsenator Dr. Freytag gebeten, eine  
Hamburger Kulturraumstiftung zu gründen: Künstler und  
Kulturschaffende sind Pioniere in heruntergekommenen Stadtteilen (z.  
B. Ottensen/Schanze/Altona-Altstadt) und müssen dann weichen.  
Demnächst nach Holm oder Maschen? Eine kreative Metropole Hamburg  
braucht Kunst, Künstler, Kreative in allen Bezirken. Dazu brauchen  
wir ein paar gesicherte Flächen pro Bezirk. Hamburger  
Kulturraumstiftung bedeutet: 1. einen Fonds, mit dem Kulturraum  
gekauft wird, 2. ein Regelungssystem, wie diese Kulturräume in den  
einzelnen Stadtteilen gehalten werden, 3. ein Vergabesystem mit  
Wettbewerb und Juryauswahl. Ein Kultwerk-Gespräch mit dem  
Kunstsammler X, dem Staatsrat in der Finanzbehörde Dr. Detlef  
Gottschalck, dem GAL-Kulturfachmann Dr. Willfried Maier, dem  
Stadtökonomen Prof. Dr. Dieter Läpple, der Künstlerin Gianna Schade  
(studio total/Forum Altona), Moderation Sigrid Berenberg
Prof. Elke Jensen und Sigrid Berenberg

Kultwerk West - das öffentliche Wohnzimmer Altonas
Gr. Bergstraße 162 im Forum Altona
Träger gemeinnütziger Verein Kultwerk West e. V.
Telefon 040 82 74 84
www.kultwerkwest.de
info at kultwerkwest.de



hier der Text Aufruf zur Gründung einer Hamburger Kulturraumstiftung,  
veröffentlicht von Kultwerk West im August 2007:


Kultwerk West schlägt eine Hamburger Kulturraumstiftung vor. Die Idee  
entstand im Kultwerk-Team in Folge einer Kultwerk-Veranstaltung im  
Juli 2007. Es ging dam 12. 7. 07 um die Zukunft des Künstlerhauses  
Frise und den Wandel Ottensens. An dieser Veranstaltung hatte auch  
(Doppel-) Staatsrat Dr. Gottschalck teilgenommen. Kultwerk hat seine  
Idee dann im August zu einem Konzept fortentwickelt. Dieses Konzept  
einer Hamburger Kulturraumstiftung möchten wir im Folgenden skizzieren.

Die Hamburger Kulturraumstiftung sollte errichtet werden von der  
Finanzbehörde durch Finanzsenator Dr. Michael Freytag im  
Zusammenwirken mit Banken als Mitfinanzierer.

Kultwerk West hat Finanzsenator Dr. Freytag den nachstehenden  
Vorschlag unterbreitet. Auch der Behörde für Stadtentwicklung und  
Umwelt und natürlich der Kulturbehörde wurde dieser Vorschlag vorgelegt.

Hamburg braucht eine Kulturraumstiftung. Unsere Stadt muss Räume für  
Kultur und Kulturschaffende sichern, um auch in aufstrebenden, sich  
verteuernden Stadtteilen Kunst, Künstler, Kreative halten zu können.

Hamburg braucht dazu Dreierlei - einen Fonds, mit dem Kulturraum  
gekauft wird, ein Regelungssystem, wie diese Kulturräume in den  
einzelnen Stadtteilen gehalten („bevorratet“) werden, und ein  
Vergabesystem, das bestimmt, wem die Kulturräume zu welchen  
Bedingungen überlassen werden.

1. Der Fonds sollte eine städtische Stiftung sein, von Finanzsenator  
Dr. Michael Freytag gegründet. Als Stiftungskapitalgeber sollte nicht  
nur die Stadt fungieren. Haspa, die HSH-Nordbank und die DGHyp wie  
auch andere Banken könnten überzeugt werden, zum Stiftungskapital  
beizutragen.

2. Die Aufgabe der Hamburger Kulturraumstiftung wird sein,  
Grundeigentum in verschiedenen Stadtquartieren zu erwerben und für  
kulturelle Nutzung vorrätig zu halten und zu vergeben. Die kreative  
Stadt Hamburg braucht bezahlbare bzw. subventionierte Mietflächen für  
Kunst und Kultur in allen städtischen Kerngebieten.
Beispiele für Objekte, die die Hamburger Stiftung Kulturraum in den  
Bestand nehmen sollte, sind: In Ottensen das Künstlerhaus Frise, in  
Altona-Altstadt eine Fläche in der Gr. Bergstraße, in St. Pauli  
könnte das alte Möbelhaus Brandes Am Nobistor, in Harburg der  
Harburger Bahnhof. In der Speicherstadt sollte im Rahmen der  
Privatisierung der HHLA eine Teilfläche der Speicherstadt als  
Kulturraum umgewidmet werden. Auch Hamm oder Eppendorf brauchen eine  
Fläche als gesicherten Kulturraum.

3. Die Zuteilung der Kulturräume erfolgt durch ein  
Wettbewerbsverfahren, das organisiert wird durch eine (neue)  
Stabsabteilung für Kreative Orte in der Stadtentwicklungsbehörde.

4. Die Entscheidung über die Vergabe nach dem Wettbewerb trifft der  
Stiftungsbeirat. Dieser Beirat besteht aus zwölf Personen, die von  
unterschiedlichen Kulturinstitutionen für eine Amtszeit von vier  
Jahren vorgeschlagen werden - z. B. von der Hochschule für Bildende  
Künste, von der Musikhochschule, vom Institut für Mode und Design an  
der AMD, vom St. Pauli Theater, vom Hamburg Ballett John Neumeier,  
von der Sammlung Falckenberg und anderen.

Kultur ist Motor der Stadtentwicklung, davon reden alle. Aber dieser  
Motor läuft nicht ohne den Einsatz der Stadt. Kunst, Kultur, Kreative  
brauchen bezahlbaren Raum. Künstler, Kreative können nicht nur als  
Durchlauferhitzer für aufstrebende Stadtteile benutzt werden. Danach  
ist für sie kein Platz mehr in der teuer-schicken Sterilität des  
aufgestiegenen Wohnquartiers.

Wenn wir über die Grenze schauen, sehen wir in Amsterdam den  
„Broedplaatsen“, eine erfolgreiche städtische Agentur, die Räume an  
Kulturschaffende vergibt und zum Erfolg Amsterdams als DIE Stadt der  
Kreativen beiträgt. In Wien gibt es ähnliche Ansätze im Museumsquartier.

Hamburg hat die Chance:
Herr Senator Dr. Freytag, gründen Sie bitte eine Kulturraumstiftung!


Kultwerk West e. V.
Team: Sigrid Berenberg, Ute Darius, PD Dr. Jörg Herrmann, Frauke v.  
Jaruntowski, Elke Jensen, Christiane Jessen, Josh Kasthönig, Katrin  
Klamroth, Peter Koch, Tina Stadlmayer, Karin Freifrau v. Voithenberg

Beirat: Steffen Klusmann, Chefredakteur Financial Times Deutschland;  
Prof. Dr. Dieter Läpple, Professor für Stadt- und Regionalökonomie an  
der HafenCity Universität Hamburg; Jana Marko, Kunsthistorikerin,  
Kultur-Projektentwicklerin; Ulrike Schmidt,  
Ballettbetriebsdirektorin, Ballettzentrum Hamburg John Neumeier;  
Reinhardt Udewald, Geschäftsführender Gesellschafter Weco Consult  
GmbH, Hamburg

Hamburg, August 2007




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