Re: [echo] Neue Stabsabteilung für Kreative Orte

jon info at jonhagen.de
Wed Jun 11 14:11:11 CEST 2008


Bo ah. Also ich habe versucht die Anmerkungen und Peronal Nennungen  
im Text die mir nicht gefallen könnten zu überlesen und  
herauszufinden ob diese Art von Selbstermächtigung nicht doch keine  
schlechte Sache sein könnte.
Gegen den Versuch der Förderung von "Sub-"Kultur wäre ja nichts zu  
sagen. Dass es kaum noch günstige und vielleicht auch attraktive  
innerstädtische Räume und Präsentationsflächen für Künstler in  
Hamburg gibt ist ja nicht unbedingt ein Geheimnis.

Um es vorwegzunehmen ich schaffe es nicht.
Das Konzept hält sich, so wie beschrieben, an administrative Ideen  
wie man sie sich bestenfalls als lokalisierte Kopie des VBK  
vorstellen könnte. Personal, individuelle Perspektive und Ideologie  
der Möchtegern Autokraten an hamburger Bedingungen angepasst. Im DEM  
Boot ist ja noch Platz für den einen oder anderen Bankier, Rosa  
Klopapier, Ballettopas und Raum für eine (kleine) Passiv-Datscha in  
Blankenese ist für den Fachmann der GAL bestimmt unter dem  
Spritzwasserschutz auch noch drin.

Anstatt wenigstens vorzugeben bestehende Prozesse
> Künstler, Kreative können nicht nur als Durchlauferhitzer für  
> aufstrebende Stadtteile benutzt werden. Danach ist für sie kein  
> Platz mehr in der teuer-schicken Sterilität des aufgestiegenen  
> Wohnquartiers.
verändern zu wollen oder anch Alternativen zu suchen will man sie  
nicht nur als gegeben annehmen, sondern auch noch zementieren.

Ich frage mich auch ob hier auch mal recherchiert wurde?
> Wenn wir über die Grenze schauen, sehen wir in Amsterdam den  
> „Broedplaatsen“, eine erfolgreiche städtische Agentur, die Räume an  
> Kulturschaffende vergibt und zum Erfolg Amsterdams als DIE Stadt  
> der Kreativen beiträgt. In Wien gibt es ähnliche Ansätze im  
> Museumsquartier.
http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2000/40/19b.htm
Das ist keinesfalls das einzige Beispiel genau dieser Art.

Geführte Kunst.

Aber es ist sicher eine Frage der Perspektive WAS man unter Kunst und  
Kutur versteht bzw. ganz besonders NICHT verstehen will.

Ich habe einfach keine Worte dazu. Was fällt euch eigentlich ein?

Wahrscheinlich haltet ihr euch auch noch für die "Guten"?
Ich an eurer Stelle wäre schwer dazu geneigt mich zu schämen.

Jon




Am 11.06.2008 um 12:10 schrieb judith haman:

>
> Di. 17. 6. 20 h  Eintritt € 3
> Eine Hamburger Kulturraumstiftung anstossen!
> Kultwerk West hat 2007 Finanzsenator Dr. Freytag gebeten, eine  
> Hamburger Kulturraumstiftung zu gründen: Künstler und  
> Kulturschaffende sind Pioniere in heruntergekommenen Stadtteilen  
> (z. B. Ottensen/Schanze/Altona-Altstadt) und müssen dann weichen.  
> Demnächst nach Holm oder Maschen? Eine kreative Metropole Hamburg  
> braucht Kunst, Künstler, Kreative in allen Bezirken. Dazu brauchen  
> wir ein paar gesicherte Flächen pro Bezirk. Hamburger  
> Kulturraumstiftung bedeutet: 1. einen Fonds, mit dem Kulturraum  
> gekauft wird, 2. ein Regelungssystem, wie diese Kulturräume in den  
> einzelnen Stadtteilen gehalten werden, 3. ein Vergabesystem mit  
> Wettbewerb und Juryauswahl. Ein Kultwerk-Gespräch mit dem  
> Kunstsammler X, dem Staatsrat in der Finanzbehörde Dr. Detlef  
> Gottschalck, dem GAL-Kulturfachmann Dr. Willfried Maier, dem  
> Stadtökonomen Prof. Dr. Dieter Läpple, der Künstlerin Gianna Schade  
> (studio total/Forum Altona), Moderation Sigrid Berenberg
> Prof. Elke Jensen und Sigrid Berenberg
>
> Kultwerk West - das öffentliche Wohnzimmer Altonas
> Gr. Bergstraße 162 im Forum Altona
> Träger gemeinnütziger Verein Kultwerk West e. V.
> Telefon 040 82 74 84
> www.kultwerkwest.de
> info at kultwerkwest.de
>
>
>
> hier der Text Aufruf zur Gründung einer Hamburger  
> Kulturraumstiftung, veröffentlicht von Kultwerk West im August 2007:
>
>
> Kultwerk West schlägt eine Hamburger Kulturraumstiftung vor. Die  
> Idee entstand im Kultwerk-Team in Folge einer Kultwerk- 
> Veranstaltung im Juli 2007. Es ging dam 12. 7. 07 um die Zukunft  
> des Künstlerhauses Frise und den Wandel Ottensens. An dieser  
> Veranstaltung hatte auch (Doppel-) Staatsrat Dr. Gottschalck  
> teilgenommen. Kultwerk hat seine Idee dann im August zu einem  
> Konzept fortentwickelt. Dieses Konzept einer Hamburger  
> Kulturraumstiftung möchten wir im Folgenden skizzieren.
>
> Die Hamburger Kulturraumstiftung sollte errichtet werden von der  
> Finanzbehörde durch Finanzsenator Dr. Michael Freytag im  
> Zusammenwirken mit Banken als Mitfinanzierer.
>
> Kultwerk West hat Finanzsenator Dr. Freytag den nachstehenden  
> Vorschlag unterbreitet. Auch der Behörde für Stadtentwicklung und  
> Umwelt und natürlich der Kulturbehörde wurde dieser Vorschlag  
> vorgelegt.
>
> Hamburg braucht eine Kulturraumstiftung. Unsere Stadt muss Räume  
> für Kultur und Kulturschaffende sichern, um auch in aufstrebenden,  
> sich verteuernden Stadtteilen Kunst, Künstler, Kreative halten zu  
> können.
>
> Hamburg braucht dazu Dreierlei - einen Fonds, mit dem Kulturraum  
> gekauft wird, ein Regelungssystem, wie diese Kulturräume in den  
> einzelnen Stadtteilen gehalten („bevorratet“) werden, und ein  
> Vergabesystem, das bestimmt, wem die Kulturräume zu welchen  
> Bedingungen überlassen werden.
>
> 1. Der Fonds sollte eine städtische Stiftung sein, von  
> Finanzsenator Dr. Michael Freytag gegründet. Als  
> Stiftungskapitalgeber sollte nicht nur die Stadt fungieren. Haspa,  
> die HSH-Nordbank und die DGHyp wie auch andere Banken könnten  
> überzeugt werden, zum Stiftungskapital beizutragen.
>
> 2. Die Aufgabe der Hamburger Kulturraumstiftung wird sein,  
> Grundeigentum in verschiedenen Stadtquartieren zu erwerben und für  
> kulturelle Nutzung vorrätig zu halten und zu vergeben. Die kreative  
> Stadt Hamburg braucht bezahlbare bzw. subventionierte Mietflächen  
> für Kunst und Kultur in allen städtischen Kerngebieten.
> Beispiele für Objekte, die die Hamburger Stiftung Kulturraum in den  
> Bestand nehmen sollte, sind: In Ottensen das Künstlerhaus Frise, in  
> Altona-Altstadt eine Fläche in der Gr. Bergstraße, in St. Pauli  
> könnte das alte Möbelhaus Brandes Am Nobistor, in Harburg der  
> Harburger Bahnhof. In der Speicherstadt sollte im Rahmen der  
> Privatisierung der HHLA eine Teilfläche der Speicherstadt als  
> Kulturraum umgewidmet werden. Auch Hamm oder Eppendorf brauchen  
> eine Fläche als gesicherten Kulturraum.
>
> 3. Die Zuteilung der Kulturräume erfolgt durch ein  
> Wettbewerbsverfahren, das organisiert wird durch eine (neue)  
> Stabsabteilung für Kreative Orte in der Stadtentwicklungsbehörde.
>
> 4. Die Entscheidung über die Vergabe nach dem Wettbewerb trifft der  
> Stiftungsbeirat. Dieser Beirat besteht aus zwölf Personen, die von  
> unterschiedlichen Kulturinstitutionen für eine Amtszeit von vier  
> Jahren vorgeschlagen werden - z. B. von der Hochschule für Bildende  
> Künste, von der Musikhochschule, vom Institut für Mode und Design  
> an der AMD, vom St. Pauli Theater, vom Hamburg Ballett John  
> Neumeier, von der Sammlung Falckenberg und anderen.
>
> Kultur ist Motor der Stadtentwicklung, davon reden alle. Aber  
> dieser Motor läuft nicht ohne den Einsatz der Stadt. Kunst, Kultur,  
> Kreative brauchen bezahlbaren Raum. Künstler, Kreative können nicht  
> nur als Durchlauferhitzer für aufstrebende Stadtteile benutzt  
> werden. Danach ist für sie kein Platz mehr in der teuer-schicken  
> Sterilität des aufgestiegenen Wohnquartiers.
>
> Wenn wir über die Grenze schauen, sehen wir in Amsterdam den  
> „Broedplaatsen“, eine erfolgreiche städtische Agentur, die Räume an  
> Kulturschaffende vergibt und zum Erfolg Amsterdams als DIE Stadt  
> der Kreativen beiträgt. In Wien gibt es ähnliche Ansätze im  
> Museumsquartier.
>
> Hamburg hat die Chance:
> Herr Senator Dr. Freytag, gründen Sie bitte eine Kulturraumstiftung!
>
>
> Kultwerk West e. V.
> Team: Sigrid Berenberg, Ute Darius, PD Dr. Jörg Herrmann, Frauke v.  
> Jaruntowski, Elke Jensen, Christiane Jessen, Josh Kasthönig, Katrin  
> Klamroth, Peter Koch, Tina Stadlmayer, Karin Freifrau v. Voithenberg
>
> Beirat: Steffen Klusmann, Chefredakteur Financial Times  
> Deutschland; Prof. Dr. Dieter Läpple, Professor für Stadt- und  
> Regionalökonomie an der HafenCity Universität Hamburg; Jana Marko,  
> Kunsthistorikerin, Kultur-Projektentwicklerin; Ulrike Schmidt,  
> Ballettbetriebsdirektorin, Ballettzentrum Hamburg John Neumeier;  
> Reinhardt Udewald, Geschäftsführender Gesellschafter Weco Consult  
> GmbH, Hamburg
>
> Hamburg, August 2007



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