[echo] Finisage "Onkel Ewald, Tante Rosi" Sonntag,
15.6. ab 15 Uhr //
Zollstation Alter Elbtunnel // After Demo Party Fahrradsternfahrt Hamburg
Mathias Lintl
inselvision at yahoo.de
Thu Jun 12 09:48:10 CEST 2008
E I N L A D U N G
Finisage Sonntag, 15.6. ab 14 Uhr // Zollstation Alter Elbtunnel
"Onkel Ewald, Tante Rosi" Fotoausstellung von Thomas Kunsch
Ziel der freien Arbeit von Thomas Kunsch war es, den in Heiligendamm
stattfindenden G8-Gipfel fotografisch zu begleiten, wobei nicht Merkel,
Bush & Co. im Focus standen. Vielmehr sollte aus „der zweiten, dritten
Reihe“ heraus fotografiert werden, ohne vorgefertigte Bilder bereits im
Kopf zu haben.
Gezeigt wird die Ausstellung im ehemaligen Zollabfertigungssaal am
südlichen Ausgang am Alten Elbtunnel, einem Ort, von dem sich staatliche
Autoritäten zurückgezogen haben und der nun einen ganz anderen Charme
besitzt. KuBaSta e.V. hat ihn angemietet und es entstanden Ateliers,
Fahrradstation und ein kommunikativer Treffpunkt. Dies soll weiter
asugebaut werden, um u.a. das Zusammenwachsen von Stadt und Hafen,
Innenstadt und Elbinsel zu befördern.
Daher ist es nur konsequent, das die Finisage am Sonntag, 15. Juni ab 14
Uhr startet, und zwar zusammen mit der After-Demo-Party nach der
Fahrradsternfahrt Hamburg.
Die Fahrradsternfahrt-Hamburg findet jährlich, immer am 3. Sonntag des
Juni, am "Mobil ohne Auto"- Tag, statt. Teilnehmen dürfen alle die
Fahrrad fahren können oder sich im Kindersitz oder Kinderanhänger fahren
lassen. Sie beginnt an 20 Startpunkten in und um Hamburg. Die
Abschlussveranstaltung mit einem großen Ökomarkt und Musik findet ab
13.30 Uhr auf
dem Theodor-Heuß-Platz (vor dem Dammtor-Bahnhof) statt. Alles, was Sie
mitbringen müssen, ist ihr Fahrrad, wetterfeste Kleidung und Spaß daran,
mit über 10.000 Teilnehmer/innen an diesem Tag durch Hamburg zu radeln!
Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich!
Getragen wird die Sternfahrt von einem breiten Bündnis, wie ADFC, Attac,
BUND, Greenpeace, VCD dem Kirchenkreis Stormarn, Bürgervereinen und
vielen anderen. (mehr infos zu den Routen etc. unter
http://fahrradsternfahrt.info)
Eine attraktive Route ist z.B. vom S-Bahnhof Wilhelmsburg, über die
Elbinsel, durch Harburg und Altenwerder,entlang des Containerterminals
und über die Köhlbrandbrücke, die einen tollen Blick auf Hamburg bietet.
Nachem der Hafen durchquert ist kann man zur Abschlusskundgebung am
Bahnhof Dammtor und danach zurück zum Alten Elbtunnel
(www.sunsetstage.de) fahren, wo für das leibliche Wohl gesorgt ist:
Grillsachen und Getränke zu fairen Preisen, Wunschmusik und viele Spiele
rund ums Fahrrad: Fahrradschleichen auf einem olympischen Dreieckskurs,
Fahrradsynchronfahren, "Reifenstechen", Schutzblechfalten,
Felgenzielwurf,...
Also: einen schönen Fahrradausflug verbunden mit der letzten
gelegenheit, eine bemerkenswerte Fotoausstellung zu besuchen.
INFOS ZUR AUSSTELLUNG:
Onkel Ewald, Tante Rosi
(tk) In den 1970er und 1980er Jahren besuchte der in Neubrandenburg
(Mecklenburg-Vorpommern) geborene und in der DDR aufgewachsene Thomas
Kunsch zusammen mit seinen 1945 aus Ostpreußen und dem Sudetenland
vertriebenen Eltern die ebenfalls heimatvertriebene, in Kröpelin, Bad
Doberan und Rostock lebende Verwandtschaft. Dreh-und Angelpunkt war
dabei der „Hasenberg“ in Bad Doberan, Heimstatt von Onkel Ewald, Tante
Rosi, Michi & Co. Unvergessen die Rasten nach 65 km anstrengender Fahrt
im Personenkraftwagen Marke „Shiguli“ (des weißen Lacks, der roten
Sitzbezüge und der schwarzen Reifen wegen „Schnewittchen“ genannt) in
Matgendorf, die Handwäschen mittels in einer ausgewaschenen Milchtüte
transportierter feuchter Lappen, die Fütterungen Vatis während der
Fahrt, die großen Schiffe in Rostocker Stadthafen und nicht zuletzt die
immer wieder nervende Begrüßungen durch Onkel Ewald: „Na, kleiner Mann?!“
Im Frühjahr und Sommer 2007 kehrte der mittlerweile in Bielefeld
„Fotografie und Medien“ studierende Mecklenburger an die Stätten
kindlicher Erinnerungen zurück. Ziel der freien Arbeit war es, den in
Heiligendamm stattfindenden G8-Gipfel fotografisch zu begleiten, wobei
nicht Merkel, Bush & Co. im Focus standen. Vielmehr sollte aus „der
zweiten, dritten Reihe“ heraus fotografiert werden, ohne vorgefertigte
Bilder bereits im Kopf zu haben. Auch eine neutrale Sichtweise war ihm
wichtig, um keine der heutzutage immer mehr um sich greifenden,
tendenziösen Arbeit entstehen zu lassen. Von Januar bis zum Juni 2007
entstanden daraufhin tausende von Fotos, angefangen vom Zaunaufbau bis
zum Alternativgipfel. Basisstation waren nun wieder Onkel Ewald, Tante
Rosi. Doch die gesellschaftlichen Vorzeichen hatten sich ins Gegenteil
gewandelt. Statt ein-, wurde nun ausgesperrt. Massive Kontrollen der
staatlichen Organe allerorten, ununterbrochen. Willkür. Was passierte
hier? Hätte es nicht gerade umgekehrt sein sollen? Was ist mit der
Heimat passiert?
In diesem Spannungsfeld bewegen sich die Fotografien von Thomas Kunsch,
für den der G8-Gipfel in Heiligendamm nicht nur eine
wirtschaftspolitische, sondern auch eine deutsch-deutsche und eine im
Rahmen des Studiums beleuchtete Heimatebene besitzt. Seine Bilder sollen
nicht agitieren, nicht belehren. Nicht zuletzt deswegen spannt sich der
Bogen von skurilen hin zu erschütternden Motiven, von unter
Polizeischutz Nacktbadenden hin zu einem von der Polizei wie Vieh
fixierten Demonstranten. Nachdenken über Freiheit, aber auch Sicherheit.
„Fragt nicht nur die Frösche nach des Storchen Charakter.“
Ausstellung: 5. Juni – 15. Juni 2008, täglich 10 – 22 Uhr
Vita Thomas Kunsch:
1971 Geburt in Neubrandenburg
1977-1987 Besuch der zehnklassigen Polytechnischen Oberschule in
Neubrandenburg
1987-1990 Ausbildung zum Goldschmied
1991-1998 Arbeit als Zahntechniker in Lübeck
1998-2000 Fachabitur in Neubrandenburg und Schwerin
seit 2000 Studium Fotografie und Medien in Bielefeld
seit 2002 freiberuflicher Fotograf
--
Mathias Lintl
Kunst Bauen Stadtentwicklung e.V.
Repsoldstr. 45 / 20097 Hamburg
Büro: Am Elbtunnel 2 / 20457 Hamburg / www.alterelbtunnel.info
Tel 040-769 77 245 / 0163-1894200
www.kubasta.de / inselvision at yahoo.de
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