[echo] Katalog-Release: Wilhelmsburger Freitag

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Wed Jun 18 12:47:22 CEST 2008


Katalog-Release: Wilhelmsburger Freitag

Samstag, den 21. Juni 2008, ab 19 Uhr

kurz vor 20 Uhr: Thorsten Passfeld (Gitarre und Gesang)
gegen 22:30 Uhr: Halma
an den Plattenspielern: Marcel Petry

Schute, Industriestr. 125, Wilhelmsburg
(hinter der Honigfabrik, wo man auch Fußball gucken kann)

10°Kunst: Wilhelmsburger Freitag - Ein Ausstellungsprojekt im  
Stadtgebiet Hamburg-Süd. Mit Arbeiten von: Asli Cavusoglu, Lenka  
Clayton, Gintersdorfer/Klaßen, Thorsten Passfeld, Oda Projesi & Nadin  
Reschke Kindlimann, Mandla Reuter, Christoph Schäfer und Margit Czenki

Herausgegeben von Britta Peters im Auftrag der Kulturbehörde Hamburg,  
gefördert vom IBA Kunst & Kultursommer 2007. Mit Texten von: Hans- 
Christian Dany, Matthew Herbert, Jacques Palminger, Britta Peters,  
Karin Rebbert, Ruth Thieskötter.

226 Seiten, Klapp-Broschur, 4-farbig, zahlreiche Abb., zentrale Texte  
in deutsch und englisch. Gestaltung: Anna Sophie Bertermann, Hamburg

Textem Verlag 2008, 23 Euro (Sonderpreis Release-Party 15 Euro)


Die Ausstellung 10°Kunst: Wilhelmsburger Freitag im Sommer 2007 war  
der Versuch, unter den gegebenen Bedingungen (im Auftrag der  
Kulturbehörde und gefördert durch die IBA) ein Kunstprojekt zu  
realisieren, das die Auseinandersetzung weniger im Bereich Kunst und  
Stadtentwicklung sucht, als vielmehr im Bereich Kunst und  
Öffentlichkeiten.

Alle Projekte verfügten über eine Ebene des direkten Kontakts, sei es  
unmittelbar durch persönliche Gespräche, wie das türkisch-deutsche  
Kooperationsprojekt von Oda Projesi mit Nadin Reschke Kindlimann „15  
x 75m. Hingucken – Weggucken“, oder vermittelt über die Tatsache,  
dass Installationen wie Asli Cavusoglus künstliche Berge „Twin Peaks“  
schlicht unübersehbar waren und Beachtung einforderten. Sie machten  
dabei mit der Mülldeponie Georgswerder einen Ort zugänglich, der  
normalerweise nicht besucht werden darf, während Thorsten Passfeld  
mit der „Kirche des guten Willens“ einen komplett neuen, temporären  
Veranstaltungsraum geschaffen hat, der während der Ausstellungszeit  
als Anlaufstelle zur Verfügung stand. Die Gruppe Gintersdorfer/Klaßen  
war unter dem Titel „Wie man die unsichtbaren Grenzen überschreitet“  
an mehreren Tagen mit sogenannten Kontaktstücken auf Wilhelmsburgs  
Straßen unterwegs und in Lenka Claytons „Local Newspaper  
(Wilhelmsburger Wochenblatt)“ wurde eine bestimmte Personengruppe  
durch die Frage, ob sie bereit sei, sich für das Projekt  
fotografieren zu lassen, regelrecht hineingezogen. Mit dem auf einer  
festgelegten Route durch die Veddel fahrenden Videotaxi haben  
Christoph Schäfer und Margit Czenki ein sensibles Format gefunden,  
Alltag, Geschichte und Zukunft des Orts simultan zu berücksichtigen.  
Mandla Reuters Arbeit „Pictures“ kündigte bereits auf einem großen  
Leuchtschild weithin sichtbar die Projektion des aktuellen Simpsons- 
Films im 13. Stock eines Kirchdorfer Hochhauses an.

Auf allen weiteren Ebenen formuliert jedes Projekt für sich und in  
unterschiedlicher Gewichtung eigene Schwerpunkte: ästhetische,  
kommunikative, gesellschaftskritische oder kunstimmanente.  
Dementsprechend wird auch der Kontext, in dem die Finanzierung der  
Ausstellung angesiedelt war, innerhalb der Projekte in  
unterschiedlichen Maßen reflektiert, kommentiert oder ignoriert.

Dieser heterogene Ansatz setzt sich im Buch zur Ausstellung fort.  
Ausgehend von den realisierten Arbeiten geht es darum, die  
Motivation, die Ideen und die Schwierigkeiten der Beteiligten bei der  
Umsetzung zu erfragen. Das Buch beginnt mit einem der Aufbausituation  
gewidmeten Vorspann und endet mit der Situation nach  
Ausstellungsabbau im Abspann. Jedes Kapitel stellt den Versuch dar,  
über den Aspekt der Dokumentation hinaus, der Realität der  
verschiedenen Projekte und künstlerischen Positionen gerecht zu werden.







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