[echo] Köhler eröffnet Maritimes Museum in Hamburg
cornelia sollfrank
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Wed Jun 25 14:56:52 CEST 2008
URL: http://www.welt.de/hamburg/article2144357/
Koehler_eroeffnet_Maritimes_Museum_in_Hamburg.html
DIE WELT, 25. Juni 2008, 12:26 Uhr
Köhler eröffnet Maritimes Museum in Hamburg
Mit einer feierlichen Zeremonie haben Bundespräsident Horst Köhler
und Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) das
Internationale Maritime Museum Hamburg eröffnet. Im
denkmalgeschützten Kaispeicher B in der Hafencity ist nun die
weltweit größte private Sammlung zur Schifffahrts- und
Marinegeschichte zu bewundern.
Bundespräsident Horst Köhler hat am Mittwoch das Internationale
Maritime Museum in der Hafencity eröffnet. Auf neun Ausstellungs-
Decks und insgesamt 16.000 Quadratmetern im historischen Kaispeicher
B werden Geschichten von Entdeckern und Eroberern, von Kapitänen und
Seeleuten lebendig. Grundlage ist die weltweit größte Sammlung von
Schiffsmodellen, Instrumenten, Karten, Uniformen und Gemälden des
ehemaligen Springer- Verlagschefs Peter Tamm, der seine Sammlung dem
privaten Museum übergeben hat. Im Gegenzug sanierte die Stadt Hamburg
den neogotischen Backsteinspeicher von 1878 für 30 Millionen Euro.
„Am Anfang stand ein kleines Schiffsmodell und eine große Sehnsucht
nach dem Meer und allem, was damit zu tun hat“, sagte Köhler beim
Festakt im Zelt vor 800 Festgästen, darunter auch die Regierungschefs
von Hamburg und Schleswig-Holstein, Ole von Beust und Peter Harry
Carstensen (beide CDU). Die Geschichte der Seefahrt zeige, „dass man
Visionen braucht, um Neues zu entdecken“. „Die Schifffahrt ist ein
Spiegelbild der Menschheitsgeschichte“, sagte der Bundespräsident. Er
dankte dem Stifter Tamm für sein Engagement. „Das Museum ist ein
gutes Beispiel für diesen Stiftergeist. Wir brauchen noch viel mehr
Leuchttürme und Seezeichen dieser Art“, sagte Köhler.
„Heute ist ein besonderer Tag für mich“, sagte Tamm, für den mit dem
Museum ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen sei. „Meine Sammlung zur
Schifffahrtsgeschichte bekommt eine Heimat im Hafen der Hansestadt.“
Aufgabe des Museums sei es, Geschichte erfahrbar zu machen und
nachfolgende Generationen für die Seefahrt zu begeistern. Beust
dankte auch Tamms Mutter dafür, dass sie ihrem Sohn im Alter von
sechs Jahren ein kleines Schiffsmodell geschenkt hat. „Da kann man
mal sehen, was aus 50 Pfennig alles werden kann“, schmunzelte Beust.
Kritiker bemängeln unreflektierte Militärlastigkeit
Nach dem Festakt hisste der Bundespräsident zusammen mit Tamm und
Beust vor dem Museum die Signalflaggen „IMMH“ für „Internationales
Maritimes Museum Hamburg“. Bei einem anschließenden Rundgang ließ
sich Köhler die Höhepunkte der Ausstellung zeigten, darunter ein
Modell von Columbus' „Santa Maria“ aus purem Gold und einen
hochmodernen Globus, auf dessen Oberfläche das aktuelle Weltwetter
projiziert wird. Vor dem Museum demonstrierte eine Handvoll Menschen
gegen die nach Ansicht der Kritiker unreflektierte Militärlastigkeit
der Ausstellung.
In dem Museum ist jedes Deck einem Thema gewidmet – von der
„Entdeckung der Welt“ bis zu den „Piraten“. Mehr als 1000
Schiffsmodelle geben einen Überblick über die Geschichte der
Seefahrt, von der griechischen Triere, über Wikinger Schiffe, die
Hanse-Zeit bis zu den modernsten Containerschiffen. Historische
Kompasse und Spiegelsextanten machen deutlich, wie sich die Menschen
damals auf dem Meer zurechtfanden – ohne Radar und GPS wie heute.
Auszüge von „Moby Dick“, „Schatzinsel“ und „Das Boot“ lassen die
Besucher eintauchen in eine Welt der Abenteuer.
Das älteste Objekt ist ein Einbaum, das neueste ein sechs Meter
langes Modell der „Queen Mary II“ aus Lego-Steinen. In einer
Schatzkammer befinden sich neben der goldenen „Santa Maria“ wertvolle
Knochenschiffe, die englische Kriegsgefangene während der
Napoleonischen Kriege anfertigten. Die oft kritisierte Sammlung von
Kriegsschiffen aus allen Epochen sowie Handfeuerwaffen und Uniformen
beschränkt sich wesentlich auf eine Etage.
Das Museum im Internet: www.internationales-maritimes-museum.de
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