[echo] Vortrag: Dekolonisation des ö ffentlichen Raums bei wandsbektransformance
Bahari Ndogo
bahari1 at gmx.de
Thu Mar 6 13:55:11 CET 2008
wandsbektransformance die Gegenwart des Kolonialen
www.wandsbektransformance.de
4.3. - 6.4.2008
Ausstellung im Kunsthaus Hamburg
Filmreihe im Kino Metropolis
V O R T R A G M O R G E N
Freitag 7.3.08 18.30 Uhr
Dr. Joachim Zeller, Historiker
Dekolonisation des öffentlichen Raums.
(Post-)Koloniale Erinnerungskultur in Deutschland
im Kunsthaus Hamburg, Klosterwall 15
Wer sich auf eine koloniale Spurensuche in deutschen Städten begibt, der
findet noch manches Denkmal, das an die imperiale Überseeherrschaft
Deutschlands erinnert. Einst waren die Kolonialdenkmäler "verdienten
Kolonialpionieren" oder den in den Kolonialkriegen gefallenen
"Schutztruppensoldaten" gewidmet. Die Monumente erschöpften sich nicht in
ihrer Funktion als Totenmale, sondern dienten vor allem auch der
kolonialpolitischen Gedächtnislenkung.
In unserem "postkolonialen Zeitalter" scheinen die wenigen noch erhaltenen
Kolonialdenkmäler ein unbeachtetes Dasein zu fristen. Schaut man aber
genauer hin, wird deutlich, dass in den vergangenen Jahren viele der in
zentraler Lage stehenden Monumente Anlass für zum Teil heftige Debatten in
der Öffentlichkeit boten. Verschiedene Gruppierungen bemächtigten sich
geradezu ihrer, um geschichtspolitisch in die Gesellschaft hineinzuwirken.
Während eine ganze Reihe von Kolonialdenkmälern umgewidmet wurden, erhielt
manche Straße mit einer kolonialen Bezeichnung im Zuge von
Umbenennungsinitiativen einen neuen Namen.
Der Vortrag beschäftigt sich eingehend mit den einzelnen Gedenkinitiativen,
die zu einer Dekolonisation des öffentlichen Raumes beitragen wollen.
Anhand aktueller Beispiele soll die postkoloniale Erinnerungskultur
Deutschlands beleuchtet werden. Wie und von wem wird der öffentliche Raum
genutzt, um die breite Öffentlichkeit mit der "Gegenwart der kolonialen
Vergangenheit" zu konfrontieren? Kann von einer Dekolonisierung des
öffentlichen Raumes gesprochen werden? Weiterhin soll die Frage diskutiert
werden, ob das Medium Denkmal zur öffentlichen Bewusstseinsbildung in
unserer heutigen Mediengesellschaft überhaupt noch tauglich ist.
Dr. Joachim Zeller, Historiker, geb. in Swakopmund, Namibia, lebt in Berlin.
Veröffentlichungen zur Kolonial-, Denkmal- und Fotogeschichte u.a.:
Kolonialmetropole Berlin und Völkermord in Deutsch-Südwestafrika (beide als
Mitherausgeber).
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