[echo] Vortrag "Blicke umkehren" bei wandsbektransformance
Bahari Ndogo
bahari1 at gmx.de
Tue Mar 11 22:55:00 CET 2008
wandsbektransformance – die Gegenwart des Kolonialen
http://www.wandsbektransformance.de
Ausstellung 4.3. - 6.4.2008
Kunsthaus Hamburg
______________________________________________
Donnerstag 13.3.08 18 Uhr
Vortrag
Jokinen, bildende Künstlerin
Gordon Uhlmann, Historiker
Blicke umkehren:
Das Denkmalensemble des Kolonialgouverneurs Wissmann als postkoloniales
Debatten-Mahnmal im öffentlichen Raum
______________________________________________
Das 2004/2005 von Jokinen präsentierte, beteiligungsorientierte Projekt
afrika-hamburg.de (http://www.afrika-hamburg.de) beschäftigte sich mit der
Geschichte und Symbolik des umstrittenen, wilhelminischen Kolonialmonuments
Hermann von Wissmanns (1853-1905), das als Sockelfigur einen afrikanischen
Askari-Soldaten zeigt, der zu seinem 'weißen Herrn' emporblickt.
Das Denkmal hat eine bewegte Geschichte: es ist zwischen den Kontinenten
gereist, mehrere Male gestürzt und immer wieder neu kontextualisiert worden.
Bis 1968 stand es vor Hamburgs Universität, in Berlin ist es vor 100 Jahren
erstmals aufgestellt worden.
afrika-hamburg.de dokumentiert sowohl kollektive Erinnerungsspuren und
-lücken als auch fortwährende koloniale Mentalitäten. Es kehrt den Blick um
vom Beobachteten auf den Beobachtenden. Und es verknüpft den neu
untersuchenden Blick auf den 'Afrika-Forscher' und Kolonialisten wie auf
sein Denkmal mit der Sichtbarmachung aktueller Wahrnehmungen, der eröffneten
Selbstvergewisserung und Einflussnahme der Rezipienten, die im
Projektverlauf diskursive Spuren hinterlassen. Kunst vermag Blicke neu zu
deuten, das Ephemere und Imaginative in den Mittelpunkt zu rücken,
Irritation hervorzurufen an die Stelle von vermeintlicher Gewissheit.
In ihrem Vortrag gehen Jokinen und Gordon Uhlmann anhand der wechselnden
Stationen und Funktionen des Wissmann-Denkmals seit 1908 auf das bewegt
Bildhafte des kolonialen Monuments und seine möglichen und tatsächlichen
Symbolikverschiebungen ein. Es geht dabei um künstlerische Methoden, die
einen temporären, öffentlichen Raum und eine dialektische Situation für
Dissens und Debatte herstellen. Die körperliche Erscheinungsform, die
Figurativität der Kolonialdenkmäler dient als Impulsgeber für eine
stadtweite Debatte, die zum eigentlichen Kunstgegenstand wird.
______________________________________________
Jokinen, Künstlerin, geb. in Helsinki, Finnland. Projekte und Ausstellungen
in Deutschland und international, darunter afrika-hamburg.de
(http;//www.afrika-hamburg.de), Sehnsuchtsformeln, Hybridenmuseum; Kunst im
öffentlichen Raum, partizipative Projekte; Publikation, Kuratorium.
Gordon Uhlmann, Kultur- und Sozialhistoriker, Ausstellungsmacher. Aktuelle
Schwerpunkte Hafen-, Handels- und Kolonialgeschichte. Projekte:
Krankenhausalltag seit den Zeiten der Cholera, Suche Arbeit - Brauche
Zukunft,Standortbelichtung; Veröffentlichungen u. a.: Getanzte Freiheit
(2002), KunstMensch (2003 mit Jokinen), ...auf die Straße geworfen (2005),
Koloniale Spuren im Stadtraum (2007), Die Veddel (2008).
______________________________________________
Kunsthaus Hamburg
Klosterwall 15
20095 Hamburg (U/S Hauptbahnhof, Steinstraße)
Tel. 040 - 33 58 03
www.kunsthaushamburg.de
Öffnungszeiten Di - So 11 - 18 Uhr und Abendveranstaltungen
Eintritt: Erwachsene € 4, erm. € 2 / € 1, Gruppen ab 10 Personen je € 1
More information about the echo
mailing list